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The Furious - Filmposter
Original Title:
Huo zhe yan

China 2026

Genre:
Action, Martial Arts

Director:
Kenji Tanigaki

Cast:
Xie Miao
Joe Taslim
Yang Enyou
Brian Le
Joey Iwanaga
Yayan Ruhian
Jeeja Yanin
Sahajak Boonthanakit
Manatsanun Phanlerdwongsakul


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The Furious

The Furious - Film Screenshot 1

Story: In einem Staat in Südostasien geht die Journalistin Matia (Jeeja Yanin) dem Verschwinden einiger Kinder nach. Sie deckt auf, dass es sich um Kinderhandel im großen Stil handelt, der von dem Gangster Paklung (Joey Iwanaga) betrieben wird. Sie wird jedoch von ihm und seinem Handlanger Tak (Yayan Ruhian) bei ihrer Recherche erwischt und verschwindet. Also begibt sich ihr Mann Navin (Joe Taslim) auf die Suche nach ihr. Zur gleichen Zeit verdingt sich der stumme Wang Wei (Miao Xie) als Handwerker auf Abruf und versucht seiner kleinen Tochter Rainy (Yang Enyou) ein einigermaßen gutes Leben zu ermöglichen. Doch eines Tages wird sie von der gleichen Bande, hinter der Navin nun her ist, entführt. Wang wird Augenzeuge und es kommt zu einer erbitterten Verfolgungsjagd, an dessen Ende Wang jedoch abgehängt wird. Er geht zur Polizei, bekommt dort aber nur wenig Hilfe, u.a. weil dort fast jeder korrupt ist und in Paklungs Tasche steckt. Also begibt sich Wang auf eigene Faust in die Höhle des Löwen. Dort trifft er auf Navin, dem er durch sein Auftauchen seine Undercover-Aktion vermasselt. Nachdem die beiden erkannt haben, dass sie auf der gleichen Seite stehen, gehen sie gemeinsam gegen das Syndikat vor.

Filmroll The Furious - Film Screenshot 2 The Furious - Film Screenshot 3 Filmroll
The Furious - Film Screenshot 4

Kritik: "The Furious" ist ein Film, den ich immer auf dem Radar hatte, aber aufgeschoben habe. Vielleicht weil ich befürchtete, nach all dem Hype um den Martial-Arts-Streifen doch wieder enttäuscht zu sein - etwas, das in letzter Zeit häufig vorgekommen ist -, oder eventuell wollte ich mir auch nur einen kleinen Juwel aufheben? Was auch immer der Grund war, letztendlich hat sich glücklicherweise das letztere bewahrheitet. Denn es ist einige Jahre her, dass mich ein Actionfilm derart begeistern konnte. Wahrscheinlich war es "The Raid", ein Vergleich, den ich nicht als erster anstelle, aber er ist passend. "The Furious" ist ein Film, der eigentlich von der ersten Minute an aufs Gas drückt und dann bestenfalls mal kurz einen Gang runterschaltet, aber sich tunlichst davor hütet, auf die Bremse zu treten. Viel Action kann aber auch stupide ausfallen. Allerdings haben sich hier vor und hinter der Kamera Meister ihres Fachs versammelt, die einen mit innovativen Schlägen, Tritten und vor allem Würfen und Grappling-Manövern geradezu bombardieren, sodass daraus locker drei Filme hätten werden können. Kurzum: Action- und vor allem Kampkunst-Fans warten seit Jahren auf einen Film wie "The Furious".

The Furious - Film Screenshot 5

Ich konnte bereits meinen Augen nicht glauben, als ich Jeeja Yanin (bekannt aus "Chocolate") in einem Cameo zu Beginn sah. Es ist Ewigkeiten her, dass ich sie auf dem Bildschirm gesehen habe und sie gibt sogleich ihr Actiontalent zum Besten und stimmt uns darauf ein, was wir den Rest des Films zu erwarten haben. Faszinierende Action, bei der - in Ermangelung besserer Worte - die Körper der Widersacher gegen weitere Gegner eingesetzt werden. Hat man mehrere Angreifer, sollte man immer dafür sorgen, dass nur einer vor einem steht und der andere von seinem Kumpel behindert wird. Das ist der besondere Reiz der Kämpfe in "The Furious". Es werden Gegner auf andere geworfen, sie ineinander verknotet (hier bricht auch ein wenig Jackie Chan durch) und auf ihnen rumgeklettert. Das könnte alles natürlich schnell Slapstick-Charakter bekommen, wenn es nicht so ungemein sauber und brutal umgesetzt wäre und jeder Kämpfer und Kontrahent ungemeine Präsenz hätte. Die herumgeworfenen Gegner haben Masse, prallen auf den Boden, bluten und stehen doch wieder die Zähne zusammenbeißend auf. Und das alles, während jeder Schlag direkt fühlbar ist.

The Furious - Film Screenshot 6

Es ist unmöglich, nicht noch weiter hinsichtlich der Action zu schwärmen. Neben dem vielen Bodenkampf, bei dem Konter gegen Konter eingesetzt wird und man schon beim Zusehen Erschöpfungserscheinungen bekommt (ganz im Ernst: ein paar Minuten Ringen und das war es erstmal mit dem Energielevel), gibt es aber auch genug klassische Schläge. Obwohl hier eigentlich nichts wirklich klassisch ist. Jeder Schlag hat eine besondere Gewalt, die dahintersteckt, selbst jene, die nur ganz knapp vorbeigehen. Und hier geht ein Angriff sehr oft knapp vorbei, immer so, dass man überlegt, was hätte sein können, wenn es ein Treffer gewesen wäre. Das macht die Kämpfe eben auch so ungemein nervenaufreibend und adrenalingeladen. Die Kontrahenten kleben fast schon einander, das typische Schaffen von Distanz fehlt hier, weshalb alles so bedrohlich wirkt. Ich habe mich zuvor extra wenig über den Film informiert, aber der Stil kam mir gleich bekannt vor. Auf dem Regiestuhl saß hier Kenji Tanigaki, der als Regisseur mit "Enter the Fat Dragon" nicht unbedingt überzeugen konnte, dafür aber als Kampfchoreograph - nicht nur für "Twilight of the Warriors: Walled In", sondern auch für die gesamte Reihe der "Rurouni Kenshin" Realverfilmungen, meiner Meinung nach seine beste Leistung.

The Furious - Film Screenshot 7

Nein, das war es aber nicht, was ich wiedererkannt hatte. Es war die Handschrift von Kensuke Sonomura, der hier die Kampfchoreographie übernommen hat und sofort seit seinem Debütwerk "Hydra" auf meiner Liste der besten Kampfchoreographen gelandet ist. Er ist auch der Hauptgrund, warum ich mir alle "Baby Assassins"-Filme angesehen habe. Seine Action hat einen ungemein großartigen Rhythmus und strotzt vor Verbissenheit und Härte. In "The Furious" hat er vielleicht sein Magnum opus geschaffen. Ich will nicht zu viel verraten, aber wenn die Action einen schon zuvor begeistern konnte, ist das Finale ein Feuerwerk an Einfallsreichtum, das seinesgleichen sucht. Drei Parteien kämpfen gegeneinander und das zur gleichen Zeit. Die dynamische Kamera, die Expertise der Darsteller/Kämpfer und die lupenreine Choreographie lassen das Kampfkunstherz immer wieder begeistert aufschreien. Es schadet zudem wirklich nicht, dass mit Xie Mao ("Eye for an Eye: The Blind Swordsman") und Joe Taslim, der gegen Ende wieder so dreckig kämpft wie zuletzt in "The Night Comes for Us", zwei absolute Schwergewichte in der Hauptrolle sind.

Filmroll The Furious - Film Screenshot 8 The Furious - Film Screenshot 9 Filmroll

The Furious - Film Screenshot 10

Das war es aber noch lange nicht. Mit Yayan Ruhian ist Mad Dog aus "The Raid" in seiner Paraderolle des Bösewichts wieder zu sehen und mit Brian Le bekommen die Bösen auch noch ordentlich Farbe. Man kennt ihn schon lange vom YouTube-Kanal Martial Club, auf dem er mit seinem Bruder Andy großartige Parodien von Kampfkunstklassikern abliefert und der Kenner weiß somit schon, mit welcher Körperpräsenz und -beherrschung er gesegnet ist. Hier stiehlt er häufig genug als beinahe unbezwingbarer Bulldozer, der sich, wenn er will, auch wie ein Leichtgewicht bewegen kann, den anderen die Schau. Hier kommt einfach alles zusammen, was man im Actionkino braucht. Jede Auseinandersetzung punktet weiterhin mit einem schönen Set und seinem eigenen Charakter. Mir ging sogar der Tod einer Person viel näher als gedacht, obwohl wir eigentlich fast gar nichts über die einzelnen Individuen erfahren! Das kommt daher, dass wir in den Kämpfen die Personen näher kennenlernen und mit ihnen leiden. Da die Geschichte völlig vernachlässigbar und selbstverständlich die größte Schwäche ist, ist das ein wunderbarer Ausgleich. Ich war selbst sehr überrascht, dass die auf dem Papier ungemein flachen Verhältnisse unter den Charakteren so viel Tiefe durch unzählige Schläge und Würfe bekommen können. "The Furious" weiß, was er sein will, und beschreitet seinen Weg kompromisslos. Jeder wahre Actionfan wird mit Vergnügen folgen. Pures Adrenalin und ungemein viel Spaß garantiert.

(Autor: Manfred Selzer)
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