AsianMovieWeb logo
Rewrite - Filmposter
Original Title:
Rewrite

Japan 2025

Genre:
Sci-Fi, Romance, Drama

Director:
Daigo Matsui

Cast:
Elaiza Ikeda
Kei Adachi
Yuki Kura
Ai Hashimoto
Sayu Kubota
Reika Oozeki
Kasumi Yamaya
Oshiro Maeda
Kokoro Morita
Akari Fukunaga


Search AsianMovieWeb


Rewrite

Rewrite - Film Screenshot 1

Story: Miyuki Ishida (Elaiza Ikeda) wartet auf ihr jüngeres selbst. Dieses wird jede Sekunde auftauchen und damit die Zeitschleife perfekt machen. Vor zehn Jahren hat sie nämlich den Transferschüler Yasuhiko Sonoda (Kei Adachi) kennengelernt. Dieser kam tatsächlich aus dem Jahr 2311 und hat eine Pille erfunden, mit der er durch die Zeit reisen kann. Er verbringt mit Miyuki zwanzig wunderbare Sommertage, in denen die zwei verschiedenes unternehmen und sich immer näherkommen. Zwar tut er während des Unterrichts so, als kenne er sie nicht sonderlich gut, aber in ihrer Freizeit ist er dafür umso begeisterter und genießt jede Minute mit ihr. Sollten die zwei zufällig von Klassenkameraden zusammen gesehen werden, kann Yasuhiko einfach die Erinnerung daran löschen. Schließlich kommt der Tag näher, an dem der Zeitreisende wieder zurück muss. Er erzählt seiner Freundin, dass er den kleinen Ort für seine Zeitreise gewählt hat, weil er davon in einem Buch gelesen hat. Um genau zu sein, steht in dem Buch alles das, was er nun erlebt hat. Er bittet Miyuki daher, das Buch zu schreiben, damit er überhaupt in die Vergangenheit reist. Plötzlich stürzt bei einem Erdbeben jedoch ein Gebäude ein, in dem Miyuki den Jungen vermutet. Sie hat von ihm eine Pille bekommen, mit der sie für zehn Sekunden zehn Jahre in die Zukunft reisen kann. Dort trifft sie ihr älteres selbst, das ihr mitteilt, mit ihrem Freund sei alles in Ordnung und sie müsse unbedingt das Buch schreiben. Zehn Jahre später sitzt sie nun bei sich zuhause, um auf ihre jüngeres Ich zu warten und ihr genau diese Worte mit auf den Weg zu geben. Doch sie erscheint nicht ...

Filmroll Rewrite - Film Screenshot 2 Rewrite - Film Screenshot 3 Filmroll
Rewrite - Film Screenshot 4

Kritik: Ein Subgenre des Zeitreise-Genres, das speziell in Japan sehr gerne bedient wird, ist das, in dem die Zeitschleife im Fokus steht. Da wäre natürlich "Beyond the Infinite Two Minutes", der geistige Nachfolger "River", aber auch "Mondays" zu nennen. Und da kratzt man nur an der Spitze. "Rewrite" scheint seine Geschichte auf den Romantik-Liebhaber ausgerichtet zu haben, denn wir bekommen gleich zu Beginn eine unschuldig-süße Liebesgeschichte, die direkt mit dem Besuch eines Sommerfests inklusive Feuerwerk startet, jedoch genauso schnell wieder ausbrennt, weil die Liebe nicht länger als zwanzig Tage halten kann. Was passiert also danach? Miyuki muss irgendwie die Zeitschleife intakt halten. Aber genau hier tun sich die ersten Rätsel auf. Die Dinge liegen nicht so, wie es zu Beginn scheint und das wird für unsere Protaginistin nicht nur frustrierend, sondern auch der Zuschauer muss damit umgehen können, dass mit unseren Erwartungen gespielt wird. Das kann sich im Fall von "Rewrite" auch etwas schwierig gestalten, denn das Hauptaugenmerk bleibt nicht immer unsere angehende Schriftstellerin.

Rewrite - Film Screenshot 5

Wie es sich für Filme dieser Art gehört, muss es einen großen Twist geben. Dieser ist durchaus gelungen und vor allem sehr willkommen, weil wir eine gute Weile auf die Folter gespannt werden. Gerade als das Tempo aus diesem Grund anfängt, nachzulassen, entfaltet sich das große Bild. Womit der eine oder andere aber Probleme haben kann, ist die Rolle, die in dem komplexen Geflecht Miyuki zukommt. Ohne zu viel zu verraten, ist diese gar nicht so groß, wie man vermuten mag. Das Ende im Speziellen kann sich sogar wie ein kleiner Betrug anfühlen. Positiv war für mich aber zu bewerten, dass es sich nicht einfach um eine Romantikgeschichte handelt. Diese tritt recht schnell in den Hintergrund, nicht zuletzt auch dadurch, dass unsere Protagonistin mittlerweile verheiratet ist. Die Rückblenden in die Schulzeit und vor allem die Szenerie des Küstenstädtchens rufen allerdings ein angenehmes Gefühl der beinahe meditativen Wärme und Nostalgie hervor. Letzten Endes trifft Miyuki auch etliche alte Schulkameraden wieder und man schwelgt in Erinnerungen.

Rewrite - Film Screenshot 6

Genau jene Erinnerungen und zunächst unwichtig erscheinenden Charaktere sind aber wichtige Puzzle-Teile - zumindest teilweise - in dem großen Ganzen, bei dem es sich tatsächlich um eine Zeitschleife handelt, aber nicht ganz jene, die man vermuten mag. Das ist ein schöner Kunstgriff und mich konnte das sofort abholen. Es ist aber nicht zu leugnen, dass durch das Verdrängen von Miyuki in den Hintergrund, der zuweilen nur noch die Rolle des Motors einer sich weiterentwickelnden Geschichte und somit unseres Ankers zukommt, der Film aus dem Gleichgewicht gerät. Dazu gesellt sich noch das Problem, dass sich durch die Zeitschleifenthematik einige Widrigkeiten ergeben, die nicht unbedingt geschickt gelöst sind. Wir alle kennen die Regel, dass man vermeiden muss, sich selbst zu treffen. Was man in "Rewrite" daraus gemacht hat, ist aber alles andere als glaubwürdig. Natürlich kann ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber das Ausmaß an Planung, das nötig gewesen wäre, um ein Aufeinandertreffen mit den eigenen Ichs zu vermeiden, übersteigt alles Menschenmögliche und wirkt demnach einfach nur lächerlich.

Rewrite - Film Screenshot 7

Hin und wieder lese ich vor dem Verfassen meiner eigenen Einschätzung eines Films auch andere Kritiken - wie es sich gehört, wenn man ein einigermaßen umfassendes Bild über die Vor- und Nachteile eines filmischen Werks geben will - und dabei ist mir ein Kritikpunkt aufgefallen, den ich nachvollziehbar finde, der aber für mich nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Man hat nämlich gewisse Erwartungen an einen Sci-Fi-Film dieser Art und es sollte auch ein Finale geben, welches eine gewisse Form der Katharsis bereithält. "Rewrite" verzichtet darauf, was nicht bedeuten soll, es gäbe keine sinnvolle und zufriedenstellende Auflösung. Die Lösung für das Problem kommt schlichtweg nicht aus der Richtung, die man erwartet hat, bzw. nicht von der Seite, die uns das Drehbuch bis dahin glauben gemacht hat, sie halte alle Antworten bereit. Für mich hat das die erwartbare Struktur eines solchen Films aufgebrochen und war eine angenehme Abwechslung, zumal die Protaginistin bis zu diesem Punkt ohnehin weiter in den Hintergrund getreten ist. Es ist aber ein zulässiger Kritikpunkt, der den Spaß an der Geschichte bremsen könnte.

Filmroll Rewrite - Film Screenshot 8 Rewrite - Film Screenshot 9 Filmroll

Rewrite - Film Screenshot 10

"Rewrite" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Haruka Hojo und hat eindeutige Querverweise auf Yasutaka Tsutsuis "The Girl Who Leapt Through Time" - welcher meiner Meinung nach wenig erfolgreich als "Time Traveller: The Girl Who Leapt Through Time" verfilmt wurde und dem der Anime auf jeden Fall vorzuziehen ist - und das beispielsweise in Form des Titels, den Miyuki ihrem Roman geben will. "Rewrite" präsentiert sich zu Beginn als eine intime Romanze, die unschuldig und nett wirkt, dann aber zu einem Mystery-Streifen darum wird, warum die Zeitschleife nicht beendet werden kann. Im weiteren Verlauf treten stetig mehr Charaktere ins Bild, was durchaus geschickt umgesetzt wird, doch am Ende befinden wir uns nicht mehr ganz im gleichen Film. Dass dies nicht so stark auffällt, ist Regisseur Daigo Matsui zu verdanken, der dank der Küstenstadt und der Rückblenden in die Schulzeit eine besondere und durchgängig kohärente Atmosphäre aufbaut. "Rewrite" hat also etwas mit seiner Geschichte zu kämpfen, da diese sehr stark in eine andere Richtung abbiegt und Charaktere wie Miyukis Ehemann und vor allem Yasuhiko mehr Tiefe vertragen hätten. Alles in allem war ich als Fan des Genres aber durchaus von "Rewrite" angetan und so wird es wohl auch den meisten anderen Sci-Fi-Fans gehen.

(Autor: Manfred Selzer)
rating
Film kaufen:

Rewrite - Yesasia Yesasia Logo