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Big Deal - Filmposter
Original Title:
So-ju-jeon-jaeng

South Korea 2025

Genre:
Thriller, Drama

Director:
Choi Yoon-ji

Cast:
Lee Je-hoon
Yoo Hae-jin
Son Hyun-joo
Choi Young-joon
Byron Mann
Kim Ki-hae
Han Sang-jo
Yoon Ji-hye
Park Ji-il


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Big Deal

Big Deal - Film Screenshot 1

Story: Im Jahr 1997 hat die Asienkrise Korea voll im Griff. Auch der traditionsreiche Soju-Hersteller Gukbo hat mit großen Problemen zu kämpfen, vor allem da der Chef Seok Jin-woo (Son Hyun-joo) durch schlechte Führung eine eigentlich sehr lukrative Firma an die Wand gefahren hat. Sein direkter Untergebener Pyo (Yoo Hae-jin) soll nun mit der Beratungsfirma Solquin einen Ausweg aus dem Dilemma suchen, denn eine Insolvenz droht. Solquins Chef Gordon (Byron Mann) entsendet seinen Mann In-beom (Lee Je-hoon), der vor zehn Jahren das letzte Mal in Korea war. Pyo und In-beom lernen sich bei ein paar Gläsern kennen und loten die Möglichkeiten aus. Schließlich wird der Anwalt Yeong-mo (Choi Young-joon) hinzugezogen, der dem Soju-Hersteller vor Gericht einen fünf-jährigen Aufschub der Zahlung an die Gläubiger verschaffen kann. Gukbo scheint außer Gefahr, doch die Beratungsfirma Solquin plant, die Schulden der Soju-Firma, die in Bonds gehandelt werden, über eine Briefkastenfirma günstig aufzukaufen und später den Großteil der Firma in Form dieser Schulden zu besitzen und dem Chef von Gukbo die Kontrolle über sein Unternehmen abzunehmen. Pyo weiß nichts davon, dass sein neuer Freund In-beom ihn reinlegen will. Währenddessen muss er sich mit seinem Chef herumschlagen, der über eine in Pyos Namen geführte Briefkastenfirma wiederum ebenfalls Bonds aufkaufen lässt, um nicht die Kontrolle über seine Firma an jemand anderen zu verlieren. Fünf Jahre vergehen und die Frist geht zu Ende, zu der Gukbo seine Schulden zurückzahlen oder Insolvenz anmelden muss. Nun beginnt das wahre Kräftemessen ...

Filmroll Big Deal - Film Screenshot 2 Big Deal - Film Screenshot 3 Filmroll
Big Deal - Film Screenshot 4

Kritik: Wenn man es recht betrachtet, ist es schon eigenartig, dass es aus Korea keinen Film gibt, der sich um das Lieblingsgetränk der Koreaner dreht: Soju. "Big Deal" hat hier einen sehr interessanten Ansatz gefunden, den das echte Leben selbst geschrieben hat. Es geht nämlich um die bekannteste Marke des alkoholischen Getränks, die während der Asienkrise trotz eines sattelsicheren Geschäfts vor dem Bankrott stand. Natürlich handelt es sich um Jinro, das jedoch aus naheliegenden Gründen im Film in Gukbo umbenannt wurde. Im Fokus der Geschichte stehen die strategischen, politischen und rechtlichen Schritte, welche die verschiedenen Parteien wählen, um am Ende als Sieger hervorzugehen. Finanz-Thriller, die sich speziell mit der Asienkrise beschäftigen, gab es schon in der Form des gelungenen "Default" aus Korea. Und letztes Jahr hat sich auch Herman Yau in "A Gilded Game" dem Thema aus chinesischer Perspektive angenommen. In "Big Deal" ist der Maßstab aber etwas kleiner angesetzt, da es um ein bestimmtes Unternehmen geht, das versucht, die Finanzkrise zu überstehen. Das heißt aber nicht, dass die Entwicklungen nicht zuweilen auch größere Ausmaße annehmen. Im Herzen bleibt die Geschichte aber etwas bodenständiger.

Big Deal - Film Screenshot 5

Es sollte nach diesen einleitenden Worten klar sein, dass "Big Deal" niemanden ansprechen wird, der sich nicht zumindest ein bisschen für Wirtschaft bzw. politisches Gerangel interessiert. Der faszinierendste Faktor war in dem Film für mich die Grauzeichnung der Charaktere und wie diese immer wieder ihre eigenen moralischen Grenzen ausfühlen, diese übertreten oder sich eines Besseren besinnen. Pyo, solide von Yoo Hae-jin ("Yadang: The Snitch") gespielt, ist noch die Person, mit der wir am meisten mitfiebern können. Er trägt viel Verantwortung, muss immer wieder vor seinem Chef buckeln, der fragwürdige Entscheidungen trifft und an dem Anschuldigungen wie an Teflon abperlen, lebt aber mit dem ganzen Herzen für seine Firma. Unter anderem auch, weil er im Leben nichts anderes mehr hat, denn kurz erfahren wir auch, dass Frau und Kind ihn verlassen haben. Es wäre schon gewesen, wenn man noch etwas mehr über die Privatperson Pyo erfahren hätte, denn das meiste bleibt doch etwas zu sehr angedeutet, aber man muss auch ein Lob dafür aussprechen, dass hier nicht mit dem Dampfhammer vorgegangen wurde, um noch die eine oder andere Träne herauskitzeln zu können. Pyo ist es jedenfalls zu verdanken, dass wir auf der Seite von Gukbo stehen.

Big Deal - Film Screenshot 6

So einfach ist es nämlich gar nicht zu wissen, auf wessen Seite man sich stellen soll. Die Misswirtschaft des Chefs hat die Firma überhaupt erst in Schieflage gebracht und wir erfahren, dass er auch gerne mal mit dem Geld, das er eigentlich seinen Schuldigern zurückzahlen muss, private Sportwetten macht. Dann kauft er auch noch über eine Hintertür seine eigenen Bonds auf, da er auf keinen Fall die Kontrolle über seine Firma verlieren will, denn es geht ihm grundlegend nur um seinen eigenen Machterhalt. Damit schützt er sich unwissentlich vor seiner Gegenpartei, von der er eigentlich ausgeht, das sie ihm helfend zur Seite steht. Byron Mann, wahrscheinlich den meisten noch als Ryu aus der 94er "Street Fighter" Realverfilmung bekannt, gibt eine schöne, aber auch fraglos comichafte Darstellung des "Bösewichts" dar, aber auch er bietet als Charakter noch ein paar nette Facetten. Die Aussage des Thrillers umfasst, dass in unserer Welt diejenigen gewinnen, die jede Gesetzeslücke auszunutzen wissen und dass es beim Geldverdienen egal ist, wie man daran kommt, solange es nicht offiziell illegal ist. Und damit wird "Big Deal" auch zu einem Streifen, der das Rechtssystem in Korea (zu jener Zeit) an den Pranger stellt.

Big Deal - Film Screenshot 7

Feindliche Übernahmen durch ausländische Firmen sind auch heute noch ein Problem, worauf man uns am Ende des Films hinweisen möchte, aber die differenzierte Darstellung der Parteien, bei der sich zeigt, dass jeder Dreck am Stecken hat, macht es angenehmer, sich auf eine Seite zu schlagen, als wenn wir allzu deutlich mit erhobenem Zeigefinger auf eine Seite geprügelt worden wären. In dieser Hinsicht ist auch die Rolle von Lee Je-hoon ("Escape") spannend. In-beom war so lange in den USA, dass sich seine Sicht auf die Dinge erweitert hat und er gezwungenermaßen zwischen den Kulturen steht. Anfangs scheint klar, dass er Gukbo und damit seinen neuen Freund Pyo über den Tisch ziehen will, aber es schleichen sich doch Gewissensbisse bei ihm ein. Im weiteren Verlauf ist es für den Zuschauer undurchschaubar, was seine wahren Intentionen sind, da er mehr als einmal hin- und herwechselt. Das alles ist aber gewinnbringend umgesetzt und sein Charakter und wie sich sein Denken verändert, ist glaubhaft dargestellt. Es wäre nur schön gewesen, wenn seine kurze Bekanntschaft mit Pyo, die eine emotionale Basis für die fünf Jahre umspannenden Ereignisse geben soll, mehr Aufmerksamkeit bekommen hätte. Denn so obliegt es meist Darsteller Yoo Hae-jin im Nachhinein etwas mehr Bedeutung in die Beziehung zu bringen.

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Big Deal - Film Screenshot 10

Nach etwas mehr als der Hälfte verliert die Geschichte aber an Fahrt und das scheint fast schon typisch für Finanzthriller. Es geht dann vor Gericht, die strategischen Entscheidungen wirken manchmal trocken, weil unsere beiden Protagonisten zu sehr im Hintergrund verschwinden, aber das legt sich bald wieder und die Spannung steigt erneut. Diese kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass an jeder Ecke Betrug und Verrat zu erwarten ist. Dankenswerterweise ist "Big Deal" mit seinen 104 Minuten auch nicht unnötig lang, was oft ein Problem von Filmen ist, die sich um die komplexen Zusammenhänge der Finanzwelt drehen. Zudem ist es trotz einiger Details, die den meisten wohl entgehen werden, nicht schwierig, der grundlegenden Geschichte zu folgen, ohne dass diese dadurch weichgespült würde. Ein kleines Problem gibt es aber bezüglich des Endes, da dieses den Kardinalfehler begeht, mit zu vielen Epilogen aufzuwarten. Immerhin schafft man es, kurz nach dem Abspann noch einmal eine Szene hinzuzufügen, die alles ordentlich abrundet. Wer diese Kritik bis zum Ende gelesen hat, wird genug Interesse an der Thematik haben, dass ihm/ihr "Big Deal" mit Leichtigkeit empfohlen werden kann. Größtenteils wurde hier eine komplexe Geschichte mit differenzierten Parteien ansprechend umgesetzt und neben den beiden Darstellern können auch die Nebencharaktere der Geschichte das nötige Leben einhauchen, sodass dieser Finanzthriller keinesfalls zu trocken ausfällt.

(Autor: Manfred Selzer)
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