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Wild Sing - Filmposter
Original Title:
Wa-il-deu ssing

South Korea 2026

Genre:
Comedy, Music, Drama

Director:
Son Jae-gon

Cast:
Gang Dong-won
Um Tae-goo
Park Ji-hyun
Oh Jung-se
Shin Ha-kyun
Yoon Sia
Choi Dong-goo
Park Sung-hyun
Ahn Hyun-ho
Yang Hyun-min


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Wild Sing

Wild Sing - Film Screenshot 1

Story: Die Band Triangle startet in den 2000ern richtig durch. Der Anführer und Tänzer Hwang Hyun-woo (Gang Dong-won) wurde zuvor vom Produzenten Park Yong-goo (Shin Ha-kyun) gescoutet und dem Rapper Gu Sang-gu (Um Tae-goo) und der Sängerin Byeon Do-mi (Park Ji-hyun) zur Seite gestellt. Das erste Album ist ein voller Erfolg und für das zweite wird gerade die Werbetrommel gerührt. Die drei haben allerdings immer noch nicht ihr Geld von den Verkäufen des ersten Albums erhalten und darauf angesprochen verschwindet der Produzent kurz danach ins Ausland. Gleichzeitig ist die Band in einen Skandal verwickelt, denn ein Song des neuen Albums ist ein eindeutiges Plagiat. Die Band zerfällt daraufhin und jeder geht seiner eigenen Wege.
Zwanzig Jahre später hat Hyun-woo seinen Traum immer noch nicht aufgegeben, wieder auf der Bühne zu stehen. Und plötzlich ergibt sich die Gelegenheit, da für die Werbung einer Expo alte Bands gesucht werden. Auch Hyun-woo bekommt eine Anfrage und muss nun seine früheren Bandmitglieder aufsuchen. Sang-gu verkauft mittlerweile Versicherungen und hat zuerst kein Interesse. Da er aber hohe Schulden hat, kann er überredet werden. Mehr Kopfschmerzern bereitet Hyun-woo allerdings Do-mi, denn diese hat einen reichen Mann geheiratet und dürfte kaum daran interessiert sein, ihr altes Leben für ein Luftschloss aufzugeben.

Filmroll Wild Sing - Film Screenshot 2 Wild Sing - Film Screenshot 3 Filmroll
Wild Sing - Film Screenshot 4

Kritik: Ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, was ich bei diesem Film zu erwarten hatte, aber da er auf Netflix läuft, würde er wohl auf ein breites Publikum zugeschnitten sein, so meine Vermutung. Aber sehr schnell wurde ich eines Besseren belehrt und nach dem Abspann kann ich immer noch nicht genau sagen, welche Geschichte der Film eigentlich zu erzählen gedacht hat. Dabei geht es genau genommen recht eindeutig los. Eine erfolgreiche Band, die alle Klischees der 90er und 2000er verkörpert, sieht sich mit einem Betrüger als Manager konfrontiert und wird somit in einen Skandal verwickelt. Viele Jahre später will man wieder auf die Bühne. Das Problem ist nur, dass ab der zweiten Hälfte eher ein Road Movie aus dem ganzen wird, bei dem man sich fragt, ob die drei es nun zu ihrem Auftritt schaffen oder nicht. Genau genommen will der Film auch keine Botschaft haben, sondern dreht sich um die Reise, aber das nimmt ihm einiges von seiner Substanz. Was damit gemeint ist, schauen wir uns gleich im Detail an.

Wild Sing - Film Screenshot 5

Ohne Zweifel sind die Highlights von "Wild Sing" die Musikvideos bzw. Auftritte der Band. Zwar handelt es sich hier nicht um eine Komödie, die ich wirklich einen Musikfilm nennen würde, aber es gibt genug Songs, die Fans (früheren) K-Pops sofort abholen werden. Um die Werbetrommel im Vorfeld ein bisschen zu rühren, hat man auch schon auf YouTube das Musikvideo "Love is" veröffentlicht, wahlweise wartet man einfach auf den Abspann des Films, um das Video zu sehen. Hier erkennt man dann eindeutig die Liebe zum Detail, die sich nicht nur auf die Musik selbst, die bonbonbunten Farben und Tanzschritte beschränkt, sondern noch viele weitere Kleinigkeiten wie die Körpersprache umfasst. Der Nostalgie-Trip sollte für Zuschauer des passenden Alters enorm sein und zumindest ein Lächeln hervorrufen. Es ist kitschig, aber authentisch, eben genau so, wie das Ende der 90er bzw. die 2000er heute wirken. Dank der Kleidung und des guten Make-Ups wirken die Darsteller auch tatsächlich um einiges jünger. Die Glaubwürdigkeit wurde also nicht hintangestellt.

Wild Sing - Film Screenshot 6

Besonders bei Gang Dong-won ("Uprising"), der immerhin schon Mitte Vierzig ist, hatte ich ein wenig Bedenken, ob man ihm die jüngeren Jahre abkaufen kann. Ein wenig muss man schon ein Auge zudrücken, aber es hilft, dass er sich bei seinen Tanzmoves flott bewegt und einige beeindruckende Break-Dance-Moves auf Lager hat. Sein Charakter wirkte für mich aber von allen am flachsten. Hyun-woo will unbedingt wieder auf die Bühne und seinen Traum verwirklichen und ist der Anführer von "Triangle", obwohl er eigentlich selten einen guten Job als Taktgeber macht. Wenigstens wird mit letzterem Umstand etwas gespielt. Eigenartigerweise fällt Um Tae-goos ("Night in Paradise") Rolle als bestensfalls mittelmäßiger Rapper noch am besten aus. Er fällt eindeutig in die Rolle des möchtegerncoolen "Gangsters", ist aber nicht nur die lustige Nebenrolle. Die dritte im Bunde wird von Park Ji-hyun ("Gonjiam") gespielt und bei ihr war ich mir am unsichersten, was man mit ihr vorgehabt hatte. Ihr neues Leben steht in so einem krassen Gegensatz zu ihrem früheren, dass man hätte denken können, der Drehbuchschreiber würde damit auch arbeiten, doch von ein paar halbherzigen Versuchen abgesehen ist da Fehlanzeige.

Wild Sing - Film Screenshot 7

Die lustige Nebenrolle fällt tatsächlich Shin Ha-kyun ("Inseparable Bros") zu und er stiehlt damit allen anderen die Schau, was besonders deshalb verwunderlich ist, da er auf dem Papier eigentlich wirklich nur ein Klischee darstellt. Man hätte von ihm daher gerne noch mehr in dem Film gesehen. Wenden wir uns aber wieder der Geschichte zu. Nach der langen Einleitung, in der mit dem Nostalgie-Trip gepunktet werden kann, folgt wie zu erwarten der Versuch, alle trotz ihrer neuen Lebensumstände wieder zusammenzuführen. Und obwohl die anderen beiden Mitglieder sich schon in ihr neues Leben gefügt haben, bedarf es von Hyun-woos Seite nicht viel Überredungskunst, da das Feuer immer noch in den Bandmitgliedern lodert. Die zweite Hälfte überrascht, wie bereits erwähnt, aber damit, dass wir uns in einem Road Movie wiederfinden. Hier ist auch der eigentliche Humor des Films verankert, der sich immer wieder in Form von unglaublichen Zufällen zeigt. Diese absurde Note steht "Wild Sing" recht gut, nur leider bleibt der Fakt, dass sich die Komödie somit zweigeteilt anfühlt.

Filmroll Wild Sing - Film Screenshot 8 Wild Sing - Film Screenshot 9 Filmroll

Wild Sing - Film Screenshot 10

Ein vielleicht noch größerer Schwachpunkt ist, dass man nicht den Eindruck bekommt, der Drehbuchschreiber oder Regisseur Son Jae-gon ("Villain and Widow") wüssten, wo sie mit ihrer Geschichte hinwollen. Hin und wieder gibt es Momente, in denen man anerkennend nicken muss, weil nicht altbekannte Pfade betreten werden sollen und nicht alles völlig vorhersehbar anmutet, aber eine gute Alternative, die auch durchgezogen wird, wird eben nicht geliefert. Damit ist das Ende unterwältigend und zeigt einmal mehr, dass "Wild Sing" leider keine echte Richtung hat. Die Reise ist das Ziel, so scheint es, aber dann hätte der Fokus noch mehr auf dem Road Movie Aspekt liegen müssen. Als Komödie ist der Film damit mittelmäßig, wird aber durch die Thematik und die Musik aufgewertet. Vor allem diejenigen, die sich mit dem K-Pop vergangener Jahre auskennen, werden hier einige schöne Anspielungen bekommen, von denen natürlich fast alle an mir vorgegangen sind ...

(Autor: Manfred Selzer)
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