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The Great Flood - Filmposter
Original Title:
Dae-hong-su

South Korea 2025

Genre:
Sci-Fi, Action, Drama

Director:
Kim Byung-woo

Cast:
Kim Da-mi
Park Hae-soo
Kwon Eun-seong
Kang Bin
Jeon Yu-na
Eun Su
Jeon Hye-jin
Park Byung-eun
Lee Hak-joo


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The Great Flood

The Great Flood - Film Screenshot 1

Story: Goo An-na (Kim Da-mi) wird eines Tages wieder mal von ihrem Sohn Ja-in (Kwon Eun-seong) geweckt, der unbedingt schwimmen gehen möchte. Als er erzählt, dass draußen ein Swimming Pool ist, ignoriert sie den Sechsjährigen, nur um kurze Zeit später aus dem Apartmentfenster zu schauen und zu sehen, dass beinahe bis in den zweiten Stock alles unter Wasser steht. Als nächstes kommt das Wasser zu ihr. Da bekommt sie einen Anruf von Son Hee-jo (Park Hae-soo), der sie im Auftrag der Firma, für die sie arbeitet, abholen und retten will. Er ist auf dem Weg und erklärt ihr, dass sie sofort die Treppen weiter nach oben nehmen soll. In dem Apartmentkomplex ist derweil Panik ausgebrochen und jeder kämpft ums Überleben, als eine gigantische Welle plötzlich etliche weitere Etagen unter Wasser setzt. Schließlich kommt Hee-jo an und teilt An-na mit, dass sie mit ihm auf das Dach kommen soll, wo bald ein Hubschrauber landet, um sie abzuholen. An-na ist eine bedeutende Wissenschaftlerin, die es geschafft hat, KI Emotionen zu verleihen. Hee-jo klärt sie zudem darüber auf, dass ihre Arbeit den Fortbestand der Menschheit sichern könnte, denn die Flut, die momentan alles verschlingt, ist das Resultat eines Meteoriten, der in die Antarktis eingeschlagen ist und dort alles Eis geschmolzen hat. Die Zivilisation, wie wir sie kennen, sieht daher ihrem Ende entgegen ...

Filmroll The Great Flood - Film Screenshot 2 The Great Flood - Film Screenshot 3 Filmroll
The Great Flood - Film Screenshot 4

Kritik: Der letztere größere Katastrophenfilm aus Südkorea, der mir im Gedächtnis geblieben ist und zudem qualitativ auf hohem Niveau arbeitet, ist "Concrete Utopia", mit dem "The Great Flood" das Setting teilt. Denn auch diesmal bewegen wir uns fast die ganze Zeit durch die Flure und Treppenhäuser eines Apartmentkomplexes. Kern der Geschichte sind die Gefühle einer Mutter zu ihrem Sohn, weshalb man vermuten könnte, dass der Film ebenfalls ein Drama ist. Aber auch wenn es ein paar ziemlich ausgefallene Ideen gibt, stolpert die Geschichte genau an dieser Stelle. Das hat hauptsächlich mit dem Sohn zu tun, der kaum die Sympathien des Zuschauers für sich gewinnen kann, als auch mit einem Twist, der kurz vor der Hälfte der Laufzeit den Schwerpunkt der Geschichte um einiges verschiebt und es uns somit nicht leicht macht, uns wieder in den Geschehnissen emotional zu orientieren. Regisseur Kim Byung-woo beweist an jener Stelle, dass er weitaus mehr als einen Katastrophenstreifen auf die Beine stellen möchte, kann uns aber nicht davon überzeugen, dass er weiß, wo seine Geschichte uns hinführen möchte. Das ist äußerst schade, da das Potential dahinter ziemlich groß war.

The Great Flood - Film Screenshot 5

Im Nachhinein ist die verschenkte Chance hinter diesem Sci-Fi-Film - denn als genau das erweist er sich bald - umso ärgerlicher, weil Kim Byung-woo mit "The Terror Live" eine Geschichte erzählen konnte, die mich (im Positiven) vollkommen kalt erwischt hat. Nach jahrelanger Pause scheint er momentan für Netflix umso fleißiger zu Werke zu gehen, da er 2025 ebenso "Omniscient Reader: The Prophecy" gedreht hat, einen Fantasy-Streifen, der genauso wenig das war, was er eigentlich sein wollte. Immerhin lässt sich ohne Zweifel festhalten, dass die Spezialeffekte in "The Great Flood" um ein Vielfaches besser ausfallen als in seinem letzten Werk und die meiste Zeit sogar regelrecht beeindruckend sind. Da wir zuerst im Glauben gelassen werden, es handele sich um einen klassischen Katastrophenfilm, ist es auch unerlässlich, dass wir zu jeder Zeit ein Meer vor den Fenstern der Apartmentwohnungen sehen bzw. uns das Ausmaß der Katastrophe klargemacht wird, indem die Hochhäuser wie kleine Turmspitzen aus einem Ozean herausragen. Und immer wieder kommen gigantische Wellen, die alles hinwegfegen und unter Wasser setzen. Ziemlich atemberaubend.

The Great Flood - Film Screenshot 6

Der Aufhänger ist auch überzeugend und schnell abgehakt. Nichts mit Klimawandel, der aus irgendwelchen hanebüchenen Gründen urplötzlich alles unter Wasser setzt, nein, man muss schon in kosmischen Maßstäben rechnen: es ist ein Meteorit, der alles Leben vernichtet. Die Regierung hat davon gewusst, aber es verheimlicht, weil man ohnehin nichts ändern konnte und Panik vermieden werden musste. Es wäre aber schön gewesen, ein wenig der Hintergründe mitzubekommen. Was ist mit Hobbyastronomen? Wurden die als Schwurbler abgetan, als sie den Meteoriten entdeckt haben? Konnten wirklich trotz Internet alle Medien gleichgeschaltet werden, um den nahenden Untergang zu verheimlichen? Und hätte wirklich jeder der Eingeweihten mitgemacht? Aber "The Great Flood" hat schon genug auf seinem Teller, als dass es auch noch diese Fragen behandeln könnte, denn nach fast 50 Minuten zeigt sich, dass es in dem Film um KI geht und wie dieser Emotionen antrainiert werden soll. Um so wenig wie möglich zu verraten, soll es auch bei diesen Informationen bleiben. Allerdings ist man ziemlich perplex, dass die Geschichte plötzlich eine ganz andere Richtung einschlägt, als man erwartet hätte. 50 Minuten als Einleitung, um uns dann das eigentliche Anliegen der Geschichte vorzustellen, ist weiterhin schlicht zu lang.

The Great Flood - Film Screenshot 7

Das größte Problem sind aber die Charaktere. Kim Da-mi ("he Witch - Subversion") spielt eine Mutter, die mit ihrem Kind überfordert ist. Dazu kommt noch, dass es um das Kind ein Geheimnis gibt und An-na ein Trauma mit sich trägt, dass ausgerechnet damit zu tun hat, dass sie fast ertrunken wäre und einen geliebten Menschen verloren hat. Das Schlimmste in der Geschichte ist allerdings der Sohn: Augenscheinlich wollte man das nervigste Kind auf der Welt ins Drehbuch schreiben und das ist absolut gelungen. Hilft das jedoch dabei, die Bindung zwischen Mutter und Kind als dramatisches Element zu stärken? Sicherlich nicht. Die Szenen, in denen der Sohn (mal wieder) verlorengegangen ist, weil er wie ein Lemming umherwandert, sind die besten, weil wir ihn dann erstmal nicht ertragen müssen. An-na wiederum ist ein Mensch mit vielen Fehlern, was für die Geschichte noch sehr wichtig sein soll. Es geht um ihren Wandel zu einer besseren Person und zu diesem Zweck gibt es in dem Hochhauskomplex einige Situationen, die wie Nebenquests wirken, welche sie meistern muss, um zu wachsen. Das mag sich eigenartig anhören, aber es passt zu dem Twist, der erwähnt wurde.

Filmroll The Great Flood - Film Screenshot 8 The Great Flood - Film Screenshot 9 Filmroll

The Great Flood - Film Screenshot 10

Letztendlich muss einem aber klar sein, dass man hier einen Science-Fiction-Film vor sich hat, der einige interessante Fragen hinsichtlich KI stellt und gute Ideen mit sich bringt, und keinen richtigen Katastrophenfilm. Gute Ideen alleine reichen aber nicht, denn "The Great Flood" wirkt an vielen Stellen auseinandergerissen und als hätte man mehrere nette Einfälle irgendwie in einen Topf geworfen. Dem Film fehlt ein roter Faden, denn als Zuschauer hat man zu oft den Eindruck, einen Fiebertraum zu sehen, der zwar faszinierend ist, uns aber nicht abholen kann. Aus seinen diversen interessanten Versatzstücken kann der Regisseur kein Kapital schlagen, sie sind einfach da, und der emotionale Ansatz, der durch die Mutter-Kind-Beziehung hergestellt werden soll, läuft völlig ins Leere, weil vor allem der Sohn richtiggehend nervt. Ich liebe das Sci-Fi-Genre, doch "The Great Flood" zeigt, warum das Genre nicht jedermann begeistern kann. Die Geschichte ist zu wirr erzählt, vieles wirkt undurchdacht und so muss man sich mit den tollen Spezialeffekten als einzige Stärke abfinden. Dementsprechend kann "The Great Flood" lediglich Genre-Fans empfohlen werden.

(Autor: Manfred Selzer)
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