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Like Someone in Love - Filmposter
Original Title:
Raiku Samuwan In Rabu

Japan 2012

Genre:
Drama

Director:
Abbas Kiarostami

Cast:
Rin Takanashi
Tadashi Okuno
Ryo Kase
Reiko Mori
Denden
Mihoko Suzuki
Kaneko Kubota
Kouichi Ohori


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Like Someone in Love

Story: Akiko (Rin Takanashi) schreibt am nächsten Tag eine Klausur an der Uni und ihre Großmutter ist zu Besuch gekommen. Dennoch muss sie sich für Hiroshi (Denden) mit einem Mann treffen. Akiko ist eine Escort-Dame. Tatsächlich ist Akikos Großmutter gekommen, weil sie ihre Enkelin auf einem Flyer gesehen hat und sich Sorgen macht, ob dies tatsächlich ihre Enkelin ist. Derweil lässt Akikos Freund Noriaki (Ryo Kase) sie nicht in Ruhe, weil er glaubt, dass sie ihn betrügt. Er weiß nichts von ihrer Beschäftigung. Spätebends fährt Akiko also zu einem Treffen mit einem Mann, ohne ihre Großmutter zu sehen. Der Mann, den sie trifft, Takashi Watanabe (Tadashi Okuno), könnte ihr Großvater sein und am nächsten Morgen fährt Watanabe das Mädchen zur Uni. Dort trifft Watanabe, ein ehemaliger Professor und Schriftsteller sowie Übersetzer, den eifersüchtigen Freund des Mädchen, der ihn sofort für ihren Großvater hält. Er erzählt ihm von seinen Problemen mit ihr und erklärt, dass er bald um ihre Hand anhalten will. Die Wogen scheinen für Noriaki wieder geglättet, doch Akiko würde am liebsten Schluss machen. Währenddessen vertieft sich ihr ungewöhnliches Verhältnis zu Watanabe.

Kritik: "Like Someone in Love" hat seinen eigenen Rhythmus und präsentiert uns dank der Regie mit Bildern, die in sich selbst kleine Welten darstellen. Das Undefinierbare, Rätselhafte, nicht Fassbare der Personen stellt den Zuschauer weiterhin vor die Herausforderung, zwischen den Zeilen zu lesen. Vieles passiert unter der Oberfläche und muss analysiert werden. All diese Elemente machen das Drama zu einen äußerst faszinierenden Film, einen, den man nicht gleich wieder vergisst, aber aus den gleichen Gründen dürfte der Film auch nicht für jeden geeignet sein. Es ist jedoch beeindruckend, was man mit einer minimalistischen Geschichte und einem hervorragenden Regisseur auf die Beine stellen kann. "Like Someone in Love" nimmt einen mit auf eine Reise in das Leben zweier Menschen, die unglücklich in ihren Rollen sind, aber nichts dagegen unternehmen können.

Like Someone in Love - Film Screenshot 11

Die erste Szene des Films in einer Bar gibt uns gleich einen guten Eindruck davon, was wir erwarten können. In einer einzigen langen Aufnahme entfaltet sich hier eine Welt, in der wir nur wenig gesagt bekommen und dennoch recht schnell und einfach herausfinden, welche Profession Akiko hat. Eine neue Welt wird dann kreiert, als Akiko im Taxi sitzt und sich die Nachrichten ihrer Großmutter anhört. Das Nachtleben auf den Straßen zu beobachten, hat etwas Hypnotisches an sich und gleichzeitig überkommt einen tiefe Traurigkeit, als sich Akiko die zahllosen Nachrichten anhört. Ihre Großmutter ist extra für einen Tag gekommen, um sich zu überzeugen, dass mit ihrer Enkelin alles in Ordnung ist. Aber anscheinend weiß Akiko nicht, was sie ihr sagen soll und meidet sie daher, auch wenn sie sie aus der Ferne einmal sehen will.

Like Someone in Love - Film Screenshot 12

Was hat das junge Mädchen also zu einer Escort-Dame werden lassen? Eine direkte Antwort bekommen wir nicht, aber sie ist doch recht einfach, wenn auch banal: alleine in einer großen Stadt, ein Studium, das es zu bewältigen gilt, und die Miete muss irgendwie bezahlt werden. Das Drama ist auch in vielen anderen Belangen unprätentiös und gerade dadurch ehrlich und nahegehend. Was jedoch auffällt, ist, dass die beiden Protagonisten sich in ihren eigenen Rollen fremd vorkommen, obwohl sie dies niemals direkt zeigen. Als Akiko die Wohnung eines ehemaligen Professors betritt, ist sie über dessen hohes Alter nicht verwundert, man selbst ist jedoch nicht nur darüber erstaunt, sondern auch, dass ein so liebevoller und zuvorkommender Mann eine solche Frau zu sich bestellt. Es wird hier also auch mit unseren Vorurteilen gespielt.

Akiko beweist sich sogleich als erfahren in ihrem Beruf und beginnt ein Gespräch über Kunst. Ihr Charme ist sofort zu spüren und die Art, wie sie Watanabe ins Bett einlädt ist extrem verführerisch als auch dezent. Die Kamera bleibt unbewegt und wir sehen Akiko ins Schlafzimmer gehen und ihre Kleidung in den Türrahmen fliegen. Vieles wird der Fantasie überlassen und das ist besonders reizvoll. Rin Takanashi und Tadashi Okuno sind beides relativ unverbrauchte Gesichter und sie spielen ihre Rollen mit der nötigen Natürlichkeit, aber auch mit einer gewissen Verletztlichkeit und Vorsicht. Einzig Ryo Kase ("Outrage Beyond", "Gravity's Clowns") ist ein bekanntes Gesicht und bringt mit seinem unberechenbaren Charakter etwas Gefährliches in den Film.

Like Someone in Love - Film Screenshot 13

Faszinierend ist die Regie des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami, der in seinem Land viel Erfahrung mit der Zensurbehörde machen musste und sich daher einen Stil angeeignet hat, der viele Leerräume lässt. Doch diese können problemlos vom Zuschauer ausgefüllt werden. Manchmal gibt es aber auch mehrere Interpretationsmöglichkeiten. Aber das macht ebenso den Reiz des Dramas aus. Der Film ist sehr ruhig, zeigt in sehr langen Aufnahmen Kleinigkeiten und erzeugt dadurch einen Fluss, der uns mit sich nimmt. Das wird auch dadurch erreicht, dass vieles in Echtzeit passiert, auch wenn dies nicht immer überzeugend ist. So scheint es merkwürdig, dass Akiko ihre gesamte Klausur schreibt, während sich Watanabe mit ihrem Freund unterhält. In jedem Fall handelt es sich bei "Like Someone in Love" um eine simple, aber schöne Geschichte mit wunderbarer Kinematographie, bei der die Zeit wie im Flug vergeht, obwohl leicht Langeweile hätte aufkommen können. Das Drama hat aber eben auch, wie das abrupte Ende, seine Eigenheiten, mit denen man zurechtkommen muss.

(Autor: Manfred Selzer)
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