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Life is Beautiful - Filmposter
Original Title:
In-saeng-eun a-leum-da-weo

South Korea 2020

Genre:
Drama, Musical

Director:
Choi Gook-hee

Cast:
Ryu Seung-ryong
Yum Jung-ah
Park Se-wan
Ong Seong-wu
Shim Dal-gi
Ha Hyun-sang
Kim Da-in
Kim Min-che


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Life is Beautiful

Life is Beautiful - Film Screenshot 1

Story: Kang Jin-bong (Ryu Seung-ryong) ist Verwaltungsbeamter und wartet auf seine Frau Oh Se-yeon (Yum Jung-ah), um ihre Untersuchungsergebnisse beim Arzt abzuholen. Sie ist allerdings wieder mal spät dran, weil sie sich in den falschen Bus gesetzt hat, und so wird Jin-bong alleine darüber informiert, dass die Ergebnisse nicht gut aussehen. Se-yeon hat Lungenkrebs und nur noch zwei Monate zu leben. Nachdem Jin-bong dies wütend seiner Frau mitgeteilt hat, geht er seinem Alltag wie bisher nach. Die Kinder, die nichts von der Diagnose wissen, wollen typisch für Teenager nach wie vor nichts mit den Eltern zu tun haben, und auch wenn Se-yeong zuhause unglaublich viel Arbeit hat, wird sie überhaupt nicht gewertschätzt. Da sie sich nicht geliebt fühlt, kommen ihr plötzlich Erinnerungen an ihre erste Liebe in der Schulzeit und sie entschließt sich, ihre Jugendliebe ausfindig zu machen. Sie hat allerdings keine Idee, wo sie anfangen soll, und bittet daher ihren Mann, ihr zu helfen. Dieser ist natürlich alles andere als begeistert davon, aber nachdem er sogar ihren Geburtstag vergessen hat, und ihm klar wird, dass er sie während ihrer Ehe immer schlecht behandelt hat, willigt er schließlich ein. Als sie dann auf dem Weg in die Stadt sind, in der ihre alte Liebe zur Schule gegangen ist, kommen Erinnerungen hoch. Und auch Jin-bong erinnert sich, wie er seine Frau kennengelernt hat und dass ihr Leben auch einmal anders ausgesehen hat. Nun scheint es zu spät, nochmal etwas zu ändern...

Filmroll Life is Beautiful - Film Screenshot 2 Life is Beautiful - Film Screenshot 3 Filmroll
Life is Beautiful - Film Screenshot 4

Kritik: Auch wenn mich Musical-Filme nicht unbedingt leicht für sich gewinnen können, bleibt doch immer irgendwo die Hoffnung, dass ich dabei wieder ein Meisterwerk wie "Memories of Matsuko" entdecken könnte. Zugegeben ist die Gefahr bei koreanischen Produktionen recht hoch, dass es am Ende dann doch nur ein paar romantische Balladen werden, aber dafür hat "Life is Beautiful" zwei gute Schauspieler, die für sich sprechen. Am Ende lässt sich sagen, dass es sich hier ganz klar um ein Taschentuch-Drama handelt, das an ein paar Stellen mit den Klischees dieses Genres bricht, an anderen diese aber auch gerne einmal ohne Augenzwinkern bedient. Da der Film zudem eine Nostalgie-Fahrt in die 80er und 90er Jahre darstellt und sowohl Tränen als auch ziemlich lustige Szenen bereithält, erweist sich als problematischste Schwachstelle dieses Musical-Dramas, dass man tatsächlich so viele Zuschauer wie möglich zufriedenstellen wollte, womit wohl bei niemandem voll ins Schwarze getroffen wird.

Life is Beautiful - Film Screenshot 5

Erfrischend ist jedoch der Auftakt. Gleich nach dem ersten Gute-Laune-Song bekommt Se-yeon äußerst unspektakulär die Nachricht überbracht, dass sie Krebs hat. Ihr Mann wirft ihr diese regelrecht an den Kopf, weil er stinksauer ist, dass sie es nicht einmal geschafft hat, rechtzeitig zum Arzttermin zu kommen. Und so wird auch schnell die besondere Dynamik zwischen den Ehepartnern offenbar. Jin-bong ist stets schlechtgelaunt und schimpft mit seiner Frau, besonders jetzt, da sie unbedingt sterben muss. Es ist offensichtlich, dass dies auch seine Art ist, mit der Trauer umzugehen, aber dass er nicht mal an ihren Geburtstag denkt oder sie fragt, wie es ihr geht, lässt ihn schon in einem ziemlich üblen Licht dastehen. Da nimmt man es Se-yeon auch nicht übel, dass sie ihre erste Liebe ausfindig machen will. Mit ihrem ersten Auftritt, stets verplant und nicht richtig im Leben stehend, irgendwie eine Träumerin, ohne ihren Traum zu leben, macht sie aber auch nicht unbedingt den besten Eindruck.

Life is Beautiful - Film Screenshot 6

Im weiteren Verlauf lebt die Geschichte eigentlich hauptsächlich von dem Ehepaar, das ständig miteinander streitet, aber auf eine angenehm originelle Art. Beide machen sich immer wieder über das baldige Ableben von Se-yeon lustig, die Ehefrau genießt, dass sie nun Jin-bong herumkommandieren kann, weil sie mit ihrer tödlichen Krankheit ein As in der Hand hält, während der Ehemann stets äußerst schadenfroh ist, wenn sich die Chance ergibt. Dass die Chemie zwischen dem Ehepaar so gut funktioniert, ist Darstellerin Yum Jung-ah ("Cart") als auch Ryu Seung-ryong ("The Piper") zu verdanken. Erstere kann trotz Se-yeons oft erratischem Verhalten der Protagonistin etwas Naiv-Liebenswertes verleihen und letzterer vermag es den typisch egoistischen Ehemann darzustellen, der natürlich gar nicht so böse ist, wie es auf den ersten Blick scheint, sondern eben seine Gefühle nur auf sonderbare Weise ausdrückt. Die beiden stellen damit ganz klar den Motor des Films dar.

Life is Beautiful - Film Screenshot 7

Die typisch koreanische Familienstruktur, die hier kritisiert wird, dürfte allerdings schon in etlichen Dramen durchgekaut worden sein. Dafür sollen die diversen Popsongs aus den 80ern und 90ern jedoch etwas Abwechslung in das Ganze bringen. Natürlich haben bereits unzählige andere Dramen mit dem Nostalgiefaktor gespielt, aber in "Life is Beautiful" gibt es immerhin zahllose Rückblenden, in denen bunte Kostüme zum Einsatz kommen. Noch dazu haben die beiden Darsteller die Lieder auch wirklich selbst eingesungen. Ein wenig Choreografie gibt es auch noch, aber von ein paar schönen Sets abgesehen, ist hier nichts wirklich beeindruckend. Womöglich fällt das für all jene anders aus, die selbst in der porträtierten Zeit gelebt haben, denn wie gesagt darf man den Nostalgiefaktor in solchen Filmen nicht unterschätzen. Einem westlichen Publikum werden die Songs aber wohl kaum etwas sagen und einige der Lieder sind tatsächlich etwas zu kitschig.

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Life is Beautiful - Film Screenshot 10

Sofern sich die etwas kitschigeren Szenen mit dem teilweise schwarzen Humor die Waage halten, ergibt das aber eine interessante Mischung. Unglücklicherweise muss zum Ende hin alles etwas ernster werden. Hier hat man einiges verpasst, denn über die Kinder erfährt man nur recht wenig und eine große Wendung mag zwar (für einen der Ehepartner) recht lustig sein, wirkt aber nicht ganz logisch. Regisseur Choi Gook-hee ("Default") tappt zum Finale leider in die Falle, dass er unbedingt jedem die Tränen in die Augen treiben will. Selbst wenn es ihm gelingen sollte, bleibt es doch extrem manipulativ. Es ist weiterhin schwer zu glauben, dass die Familie trotz des grausamen Schicksals eine positive Grundeinstellung beibehalten kann, auch wenn der Streifen seinem Titel gemäß zeigen will, dass das Leben schön und jeder Moment sowie jede Erinnerung wertvoll ist. Als Musical-Drama überzeugt der Film daher nicht, als Taschentuch-Drama dafür durchaus. Damit wird aber eben, anders als intendiert, doch nicht jede Zielgruppe angesprochen.

(Autor: Manfred Selzer)
rating
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