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Chongqing Hot Pot - Filmposter
Original Title:
Huo guo ying xiong

China 2016

Genre:
Crime, Comedy

Director:
Yang Qing

Cast:
Aloys Chen Kun
Bai Baihe
Qin Hao
Yu Entai


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Chongqing Hot Pot

Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 1

Story: Liu Bo (Chen Kun) ist ein notorischer Spieler, der bereits enorme Schulden hat. Mit seinen beiden Freunden Xu Dong (Qin Hao) und Four Eyes (Yu Entai), die er schon seit Schultagen kennt, betreibt er ein Hot Pot Restaurant in Chongqing. Die drei Freunde beschließen, das Restaurant zu verkaufen, da sie kaum Umsatz machen. Sie haben bald einen Interessenten gefunden, der das Restaurant wegen seiner außergewöhnlichen Lage in einer bunkerartigen Höhle kaufen will. Allerdings nur, falls die drei Freunde das Restaurant vergrößern. Eine Vergrößerung kostet aber Geld, das sie nicht haben. Also beschließen sie illegal selbst die Vergrößerung vorzunehmen. Plötzlich stoßen sie jedoch durch den Boden eines Gebäudes und staunen nicht schlecht, als sie sich im Tresorraum der nahegelegenen Bank wiederfinden. Die drei Freunde überlegen gemeinsam, wie vorzugehen ist. Schnell entscheidet man sich aber dagegen, die Bank auszurauben, auch wenn Liu Bo dafür ist. Denn selbst wenn er seinen Anteil für das Restaurant bekommt, reicht es nicht, um seine Schulden zu bezahlen. Die drei wollen das Loch wieder schließen, um keinen Ärger zu bekommen, aber dafür brauchen sie jemanden in der Bank, der den Boden wiederherstellen kann. Zum Glück arbeitet in der Bank Yu Xiaohui (Bai Baihe), die ebenso die gleiche Schule wie die drei Freunde besucht hat.

Filmroll Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 2 Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 3 Filmroll
Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 4

Kritik: "Chongqing Hot Pot" ist ein unterhaltsamer Genremix, der sowohl einen Bankraub, eine Romantikgeschichte, Comedy und harte Action gegen Ende liefert. Womöglich mag sich der eine oder andere daran stören, dass die einzelnen Elemente nicht perfekt zusammen passen, aber das ändert nichts daran, dass der Film insgesamt ein beeindruckendes Vorzeigeprodukt dessen ist, was China im Unterhaltungsbereich heute zu bieten hat. Außerdem punktet der Film mit polierten Bildern, die zuweilen sogar in ihrer Komposition beeindrucken können. Die Geschichte ist zudem clever und beinhaltet einige Details, die einen darüber staunen lassen, dass sich der Regisseur so viel Mühe bei einem Film gegeben hat, der auf den ersten Blick stark an Werken von Quentin Tarantino oder Guy Ritchie orientiert scheint.

Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 5

An jene Regisseure mag man sich wahrscheinlich erinnert fühlen, weil Yang Qing einen ähnlichen Sinn für Humor und das Zusammenfügen verschiedener Fäden durch Akte göttlichen Zufalls oder Karmas hat. Was das Karma betrifft, sind auch Ähnlichkeiten zum Hong Kong Kino zu finden. Allerdings sollte man sich keine Illusionen über das Ende des Streifens machen. Chinas Zensurbehörde lässt natürlich nur einen Ausgang offen. Dennoch begeistert ein äußerst blutiges Finale, bei dem der Einsatz von Messern dem Film einen düsteren und harten Ton verleiht. Genau das mag aber wiederum nicht ganz zum Vorangegangenen passen. Letztlich will "Chongqing Hot Pot" nämlich eigentlich eine unterhaltsame Gaunerkomödie sein, wobei die Gauner keine wirklichen Gauner sind. Die abstruse, aber clevere Geschichte baut schließlich auf Humor auf.

Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 6

Etwas Romantik kommt mit Bai Baihe ("Monster Hunt") auch in den Film. Ihre Liebesgeschichte hat etwas Reines an sich und ist damit durchaus glaubwürdig. Es muss aber gesagt werden, dass trotz der Zeit, die sich Regisseur Yang mit der Ausgestaltung der Liebesgeschichte bzw. der Charaktere nimmt - nicht zuletzt werden auch Rückblenden eingesetzt -, die verschiedenen Persönlichkeiten doch etwas fade bleiben. Chen Kun ("Painted Skin: The Resurrection") kann in seiner Rolle durchaus dafür sorgen, dass man den Glücksspieler irgendwann liebgewinnt, aber seine beiden Freunde bleiben so flach geschrieben, dass man so gut wie nichts über sie weiß. Bei seinen 98 Minuten Laufzeit hätte man durchaus noch etwas Zeit gehabt, die Persönlichkeiten besser auszugestalten, ohne dabei die Geduld des Zuschauers strapazieren zu müssen.

Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 7

Bevor der Film überhaupt anfängt, muss man sich erstmal durch die Vielzahl an Produktionsfirmen kämpfen, die das Budget zur Verfügung gestellt haben. Was Yang Qing damit gemacht hat, kann sich aber wirklich sehen lassen. Während Yang in seinem Debütwerk "One Night in Supermarket" bereits sein Regietalent unter Beweis stellen durfte und damit größtenteils sein unwahrscheinlich geringes Budget kaschieren konnte, darf er in seinem zweiten Werk mit weitaus mehr Geld seine Visionen verwirklichen. Das verregnete Chongqing, das unterirdische Restaurant, die Bank, verwinkelte Gassen (erneut) im Regen, all das wirkt sehr ansehnlich und ein paar der Bilder können sogar richtiggehend beeindrucken. Bei der Vielzahl an Storyfäden und verschiedenen Genreeinflüssen ist es außerdem erstaunlich, dass der Film am Ende so gut funktioniert.

Filmroll Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 8 Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 9 Filmroll

Chongqing Hot Pot - Film Screenshot 10

Der Regisseur hält den Film also ganz klar mit seinen guten Bildern zusammen, aber es ist auch die Geschichte, die fesseln kann. Es gibt genügend Wendungen und auch wenn man einige von ihnen bereits im Voraus sehen kann, machen sie dennoch Spaß. Im Grunde beinhaltet der Film auch viele Elemente eines Bankraub-Films, mitsamt Szenen, die in der Imagination der Planenden spielen. Dennoch bleibt alles durchaus originell, dafür sorgt alleine schon der ungewöhnliche Aufhänger der Geschichte. Negativ bleibt demnach tatsächlich nur anzuführen, dass die einzelnen Genrefokussierungen tatsächlich gegen Ende einen leichten Bruch im Ton herbeiführen, bei dem man glaubt, sich plötzlich in einem Hong Kong Film zu befinden. Das mag an sich nicht schlecht sein, aber etwas mehr Kohärenz hätte diesem ansonsten unterhaltsamen Streifen nicht geschadet. Man darf aber wieder gespannt sein auf Yang Qings nächstes Werk.

(Autor: Manfred Selzer)
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