
Original Title:
Yeogo goedam 4: Moksori
South Korea 2005
Composer
Lee Byeong-hun
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Voice - OST
aka Voice Letter aka Whispering Corridors 4
Review: Es ist wahrlich beeindruckend. Nach dem sehr enttäuschenden dritten Teil der "Whispering Corridors"-Reihe
kann einen der vierte Teil mit dem Titel "Voice", bzw. "Voice Letter" nicht nur filmisch überzeugen, sondern kommt auch
noch mit einem wunderbar melodischen Soundtrack daher, dessen Kompositionen in Richtung Klassik gehen, denen aber auch
nicht die nötigen Gruselthemes fehlen. Beim Anhören der CD fällt schnell auf, dass man bei den düsteren Tracks schnell
die eine oder andere Gänsehaut bekommen würde, wenn nicht wunderschön melancholische und stellenweise verträumte
Stücke mit hineingemischt wären, die den Soundtrack als Ganzes zu einem wahren Höhrgenuss werden lässt. Schwere und
düstere Cello-Stücke sind genauso vorzufinden, wie gesungene Titel oder gruselige Piano-Stücke. In "Voice" steckt
weit mehr als man zuerst gedacht hätte, so dass die CD schließlich sogar einen der besten Horrorfilm Scores darstellt,
die ich bisher gehört habe!
Schon in "Voice" verzaubert eine unheimliche Melodie, von einer Mädchenstimme gesungen, den Zuschauer. Im Hintergrund hört
man den Wind durch einen Korridor fahren, während die Melodie durch ihren klaren Charakter immer gruseliger erscheint.
"Fantasy" beginnt daraufhin mit schrägen Horrorsounds, die von dissonant klingenden Streichern begleitet werden, bis dann
schließlich ein Klavier einsetzt welches den Track viel friedlicher macht. Etwas Ungewisses und Trauriges haftet dem
Stück aber bis zum Schluss an.
"O Sacrum Convivium" wird von düsterem Cello-Spiel eingeleitet, bis eine schöne Mädchenstimme, von einem Piano und
einem kleinen Chor begleitet dieses wunderschöne und betrübende Stück singt. Eines der besten Titel der CD, das außerdem
noch einmal in einer Cello-Version auf die Scheibe gepresst wurde, die viel düsterer und tragischer wirkt.
"Voice III" ist heißt nicht ohne Grund so, denn auch hier wird das Lied von einer Mädchenstimme dargebracht. Wieder
unterstützt von einem Klavier, versteht sich. Depressiv und düster ist dieser Song, und dennoch hat er etwas schönes
an sich.
"Fear" ist dann einer jener typischen Horrorfilm Untermalungen. Sehr darauf bedacht eine Atmosphäre aufzubauen, ohne
wirklich mit einem Motiv aufzuwarten. Und dennoch kann der Titel mit seinen düsteren Sounds, die immer irgendwie das
Gefühl hervorrufen, als wenn etwas über den Boden kriechen würde, gefallen. Das gleiche gilt für "Fear II" bei der
die gruselige Geräuschkulisse irgendwie die Assoziation einer Spinne hervorruft, während im Vordergrund dumpfe
Glocken vom Synthesizer und quietschende Sounds den unheimlichen Klangteppich vervollständigen. "Elevator III" ist der
letzte der reinen Gruseltracks auf der CD und besticht mit einem dezenten, aber nervenaufreibenden Motif, das dennoch
etwas Fließendes an sich hat und dabei immer wieder mal etwas mehr in seiner Spannung ansteigt um dann wieder
loszulassen.
"Silence III" fällt nur halb in die Kategorie Grusel-tracks, da hier neben den ansteigenden Geräusch von wehendem
Wind, ein Piano etwas zurückhaltend eine depremierende Melodie spielt, die jedoch nicht vollständig ausgearbeitet zu sein
scheint, bzw. recht simpel wirkt. In "Silence I" wird diese leicht dissonante Melodie von einer Mädchenstimme gesungen,
während sie in "Silence II" endlich von einem Piano gespielt Farbe bekommt und eine klare, trübsinnige Melodie
transportiert.
"Romance" stellt eines der Highlights dar. Eine wunderbare und klagende Melodie wird von einem Mädchen in Spanisch
gesungen, wobei sie von schönem Klavierspiel begleitet wird. Ein tolles Stück, das sich auch noch einmal in einer
reinen Piano-Version wiederfinden lässt. "Death" ist dagegen ein sehr trauriges und emotionales Piano-Stück, das zwar
nicht wirklich düster ist, aber immer noch etwas betrübendes an sich hat. Ein sehr schönes Stück, das dann sogleich
von "Cello" abgelöst wird, einem Titel, der, wer hätte es anders gedacht, von einem Cello gespielt wird. Auch dieser
Song ist wieder sehr traurig, und die tiefen, begleitenden Cello-Sounds im Hintergrund unterstreichen dies noch mehr.
"Voice I" ist zum Teil mit seinen sehr atmosphärischen Klängen ein typischer Gruseltrack, wenn da nicht das Summen
eines Mädchens wäre, das sich irgendwie so anhört als wäre die Sängerin vom Bösen befleckt. Ein Horrortrack, der also
besonders viel Stil hat und ein Kribbeln unter der Haut hervorruft.
"Fantasy I" ist ein schöner Cello-Track mit dumpfen und dunklen Sounds, die einfach hervorragend den speziellen Charakter
des Instruments zur Schau bringen. Wogegen "Voice XX" wieder das Singen eines dem Wahnsinn verfallenen Mädchens im
Vordergrund hat.
Außerdem gibt es noch einen versteckten Bonus-Titel, der mit einem schönen Beat im Hintergrund und einer gruseligen
Melodie, wieder von einem Mädchen gesungen, aufwarten kann. Den Abschluss der CD bildet allerdings der Klassiker
"Green sleeves", der ja nun wirklich jedem etwas sagen sollte. Der Song wird von einem Mädchenchor gesungen und stellt
eine äußerst gelungene Version des Songs dar. Außerdem passt das Lied von seiner Stimmung einfach hervorragend in den
Soundtrack.
Es ist selten, dass ein Soundtrack zu einem Horrorfilm mit so vielen nahegehenden und wunderschönen Melodien überzeugen
kann, wie der OST zu "Voice". Wer den Film gesehen hat, wird allerdings sowieso schon beeindruckt von der Musik
gewesen sein. Mir persönlich hat der Soundtrack sogar besser gefallen als der zu "Memento Mori", zu einer höheren
Wertung reicht es aber leider nicht ganz. Dennoch ist dies eine CD, die sich niemand, der auf gruselige und klassische
Songs steht, entgehen lassen sollte!

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Track listing
01. Voice
02. Fantasy I
03. O Sacrum       Convivium (Vocal)
04. Voice III
05. Fear I
06. Romance (Vocal)
07. O Sacrum       Convivium (Cello)
08. Silence III
09. Elevator III
10. Death
11. Cello
12. Voice I
13. Fear II
14. Silence I
15. Fantasy II - Mr       De Sainte Colombe       (Cello)
16. Romance (Piano)
17. Voice XX
18. Silence II
19. Green Sleeves (Vocal)
Running Time = 38:24
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