AsianMovieWeb logo
The Debt Collector - Filmposter
Original Title:
The Debt Collector

Thailand 2026

Genre:
Action, Drama

Director:
Surapong Ploensang

Cast:
Nadech Kugimiya
Chaiwat Thongsaeng
Daou Pittaya Saechua
Ploypaphas Fonkaewsiwaporn
Jack Jonathan Holman
Paphon Jirahitaphat
Kunkanich Khumkrong
Patrix Rockchana
Nualprang Trichit


Search AsianMovieWeb


The Debt Collector

The Debt Collector - Film Screenshot 1

Story: Num (Nadech Kugimiya) ist ein Schuldeneintreiber und wird auf die ganz schwierigen Fälle angesetzt. Er geht bei seiner Arbeit äußerst rücksichtslos vor, bis er eines Tages einen Gläubiger erschießt. Zehn Jahre sitzt er dafür im Gefängnis, wo er dank eines buddhistischen Mönches seinen alten Wegen abschwört. Als er aus dem Gefängnis kommt, hilft ihm der Mönch einen Job zu finden. Er lernt eine alte Frau, die einen Imbissstand betreibt, und ihre Enkeltochter kennen und wird bald Zeuge, wie die Großmutter von einigen Schuldeneintreibern terrorisiert wird. Num geht dazwischen, indem er einen Teil der Schulden begleicht, doch beim nächsten Mal reagiert er nicht mehr so freundlich. Po (Daou Pittaya Saechua), der es nicht auf sich sitzen lassen kann, dass seine Handlanger so an der Nase herumgeführt werden, stattet der Oma und ihrer Enkeltochter einen Besuch ab - und zündet ihre Wohnung an. Als Num davon erfährt, wird ihm klar, dass er Po ausschalten muss. Er hat früher selbst für Pos Mutter gearbeitet, aber Kinder waren für ihn immer ein Tabu. Da er ohnehin wegen eines Tumors nicht mehr lange zu leben hat, will er sich auf einen Rachefeldzug begeben. Allerdings gibt es da noch den Polizisten Kong (Chaiwat Thongsaeng), der hochverschuldet ist, und daher Po immer wieder unter die Arme greift. Er will Num für ihn schnappen realisiert aber bald, dass Num ein alter Freund von ihm ist, mit dem er im gleichen Waisenhaus aufgewachsen ist ...

Filmroll The Debt Collector - Film Screenshot 2 The Debt Collector - Film Screenshot 3 Filmroll
The Debt Collector - Film Screenshot 4

Kritik: "The Debt Collector" ist einer jener interessanten Actionfilme, die ich liebend gerne jedem empfehlen würde, es aber wegen unleugbarer Schwächen nicht reinen Gewissens kann. Fakt bleibt jedoch, dass der thailändische Actionstreifen eine schon unzählige Male erzählte Geschichte durch Wendungen, neue Charaktere und etwas mehr Tiefe aufwertet und beinahe originell macht. Gerade das steht ihm dann aber auch zuweilen im Wege, um am Ende wirklich erfolgreich genannt zu werden. Der Umstand, dass Regisseur Surapong Ploensang seinem Film mehr Tiefgang verleihen will und dafür - leider einfach zu spät - einen wichtigen neuen Charakter einführt, ist löblich, bläht die Laufzeit aber auf 133 Minuten auf und steht einem guten Tempo im Wege. Zugleich sorgt das dafür, dass die Action etwas zu kurz kommt. Gerade bei dieser habe ich noch ein paar lobende als auch bemängelnde Worte zu verlieren, aber dazu später mehr. Zunächst möchte ich darauf eingehen, wie "The Debt Collector" das Leben des Protagonisten zeichnet.

The Debt Collector - Film Screenshot 5

Den Beginn macht ein typischer Arbeitsalltag von Num. Der Schuldeneintreiber prügelt sich mit enormer Brutalität durch die Handlanger eines Schuldners und zeigt dabei nicht nur keinerlei Gnade, sondern schlägt sogar ordentlich über die Stränge. Man fragt sich daher umgehend, ob das wirklich die Person ist, mit der wir über zwei Stunden lang sympathisieren sollen, oder nicht doch eher der Bösewicht. Ein Schnitt zehn Jahre in die Zukunft und Num hat seinen Weg zu Buddha gefunden und sucht Erlösung. Nach seiner Haftentlassung sucht er seinen Meister auf, der ihn aus dem Tal der Verdammnis geführt hat, und bekommt von diesem sogar einen Job vermittelt. Anschließend freundet er sich mit einer Großmutter und ihrer Enkelin an. Das mag wie nichts Herausragendes wirken, aber es reicht interessanterweise, um eine glaubhafte Wandlung zu unterstreichen. Viel besser gefallen hat mir aber, dass nicht unnötig Zeit damit verschwendet wird, den inneren Konflikt in Num aufzubauen, nie wieder Blut zu vergießen, andererseits die Imbissstand-Besitzerin vor den grausamen Schuldeneintreibern beschützen zu wollen. Oft genug wird das in Filmen dieser Art in die Länge gezogen, um die Katharsis, wenn unser Held sich endlich zur Wehr setzt, noch befreiender wirken zu lassen. "The Debt Collector" zeigt, dass das gar nicht nötig ist.

The Debt Collector - Film Screenshot 6

Nichtsdestrotz haben wir eine emotionale Bindung zu Num. Man kann beinahe den Eindruck bekommen, dass hier ein Charakterdrama das Ziel des Regisseurs war, ähnlich wie beim südkoreanischen "A Man of Reason", nur weitaus erfolgreicher in seinen Absichten. Das liegt auch daran, dass wir immer wieder Rückblenden bekommen, in denen uns Fragen beantwortet werden, die uns zuvor umgetrieben haben. Faszinierend ist dabei, dass man bei den Rückblenden zuerst die Augen verdrehen muss, weil man schon so gewohnt ist, dass diese einem Film künstlich mehr Substanz verleihen sollen, aber hier erfüllen sie wirklich einen Zweck. So beantworten sie beispielsweise die Frage, warum Num immer wieder Anfälle hat und stellen gleichzeitig zur Diskussion, ob Nums plötzliche Wandlung und das Überdenken seines Lebenswegs nicht mit seiner tödlichen Krankheit zusammenhängt, oder sie liefern uns eine Antwort darauf, wie er überhaupt von der Polizei gefasst wurde. Selbst einige Eigenheiten von Nebencharakteren werden erklärt und somit bekommt sogar ein typischer Handlanger, der normalerweise nur die Muskeln darstellt, etwas annähernd Ausgefeiltes.

The Debt Collector - Film Screenshot 7

Wie bereits angesprochen wird genau das dem Film aber auch zum Verhängnis. Ab der zweiten Hälfte wird der Polizist Kong eingeführt. Auch dieser hat seine persönliche Geschichte: ein Kind, das eine Operation benötigt, Schulden und sogar eine Verbindung zu Num. Sein Plot führt zudem das Element der Korruption in die Geschichte ein, die überhaupt der Grund ist, warum die Organisation um Madam Pim so ungezwungen agieren kann. Dann kommt noch ein neuer Sergeant hinzu, der Kong das Leben schwer macht, aber auch eine Chance darstellen könnte. Das alles hält die Geschichte frisch und schafft Möglichkeiten für spannende Wendungen, zieht die Geschehnisse aber auch in die Länge und lässt uns fragen, ob der Regisseur sich sicher war, welche Identität er seinem Streifen geben wollte. Hin und wieder gibt es dann die zu erwartenden Actionszenen, die brutal ausfallen, aber ohne bemerkenswerte Choreographie daherkommen. Vielmehr steht in ihnen der Überlebenskampf im Vordergrund, selbst die Schlaggeräusche sind erstaunlich zurückhaltend, die Musik ist nur spärlich oder gar nicht vorhanden und man konzentriert sich auf das Wesentliche. Das erweist sich ansprechender als erwartet.

Filmroll The Debt Collector - Film Screenshot 8 The Debt Collector - Film Screenshot 9 Filmroll

The Debt Collector - Film Screenshot 10

Dennoch kann ich nicht umhin, als die Actionsequenzen dafür zu tadeln, nicht härtere und gut durchdachte Kämpfe zu beinhalten. Hier hat man eine Chance verschenkt. Das ist besonders ärgerlich, da sie eindeutig eine Seele besitzen. Eine Choreographie wie in "Hydra" hätte hier wie die Faust aufs Auge gepasst. Darüber hinaus gibt es natürlich doch noch das eine oder andere Klischee, wenn die Bösewichte den Helden nicht zuverlässig ausschalten und sich dann wundern, dass er noch lebt, sowie eine eigenartige Motorradszene auf einer Kirmes, die sich in den Film verirrt hat. Letztlich hat mir an "The Debt Collector" aber das Düstere, die durchdachte Welt und ein Anti-Held gefallen, der einem eben nicht egal ist. Die etwas vielschichtigere Geschichte ist ein zweischneidiges Schwert und das Ende kann auch nicht vollständig die Ernte einfahren. Im Gegensatz zum thailändischen "My Dearest Assassin" besitzt "The Debt Collector" aber Identität und alleine dafür hat er einige der etwas verhalteneren Kritiken da draußen nicht verdient. Auch wenn ich selbst keine großartige Wertung vergeben kann, möchte ich den Streifen Genre-Fans ans Herz legen.

(Autor: Manfred Selzer)
rating
Film kaufen:

The Debt Collector - Yesasia Yesasia Logo