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The Bullet Vanishes - Filmposter
Original Title:
Xiao shi de zi dan

China, Hong Kong 2012

Genre:
Crime, Action

Director:
Law Chi-Leung

Cast:
Lau Ching-Wan
Nicholas Tse
Mini Yang
Jing Boran
Wu Gang
Liu Kai-Chi
Yumiko Cheng Hei-Yi
Zi Yi
Gao Hu
Jiang Yiyan


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The Bullet Vanishes

Story: Song Donglu (Lau Ching-Wan) arbeitet in einem Gefängnis und stellt dort sein investigatives Geschick zur Schau, indem er immer wieder die Unschuld einiger Insassen beweist. Schließlich wird man auf ihn aufmerksam und befördert ihn zum Detective. Sein erster Fall ist ein Mord in einer Munitionsfabrik, die von dem rücksichtslosen Ding (Liu Kai-chi) geleitet wird. Songs Partner ist der erfahrene und äußerst zielstrebige Guo Zhui (Nicholas Tse), der überdies der schnellste Schütze in der Stadt ist. Ihm ebenfalls zur Seite steht der unerfahrene Xiaowu (Jing Boran). Die Ermittler finden heraus, dass die Arbeiter in der Munitionsfabrik glauben, der Geist der verstorbenen Yan würde sich für ihren Tod rächen. Yan wurde beschuldigt, Munition gestohlen zu haben und Fabrikleiter Ding nahm das Recht selbst in die Hand und spielte mit ihr eine Runde russisches Roulette. Nun versuchen Song und Guo dem Fabrikleiter nachzuweisen, dass er einen Mord begangen hat, da dies die entscheidenden Hinweise liefern könnte, wer in Yans Namen Rache nimmt. Des Weiteren bleibt es auch nicht bei nur einer Leiche...

Kritik: "The Bullet Vanishes" ist ein überraschend effektiver und intelligenter Action-Thriller mit einem äußerst ansprechenden Flair und schönen Kulissen. Auch wenn der Film in Shanghai spielt, ist nicht zu leugnen, dass man sich gerade bei dem Setting und teilweise auch hinsichtlich des Looks bei Guy Ritchies "Sherlock Holmes" bedient hat. Die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten geht dann aber doch in eine ganz andere Richtung und gerade die beiden Hauptdarsteller Lau Ching-Wan und Nicholas Tse vermögen es, ihren Charakteren die nötigen Eigenheiten zu verleihen, die einen Film bereichern können. Allerdings bleibt der Action-Thriller auch ungewöhnlich distanziert, wenn es um die emotionale Gefangennahme des Zuschauers geht. Dafür mag es Gründe geben, die sich bei der letzten Wendung offenbaren, aber geholfen wird dem Film dadurch dennoch nicht.

The Bullet Vanishes - Film Screenshot 11

Zunächst muss die irgendwie düstere Atmosphäre des 30er Jahre Shanghais bzw. genauer der Munitionsfabrik gelobt werden. Gerade die Beleuchtung und die Liebe zu Details zieht einen sofort in seinen Bann. Und auch an der Gewalt wird nicht gespart. Es fließt zwar nicht wirklich Blut, aber Guo Zhui einem Bösewicht im Feuergefecht aus nächster Nähe einen Kopfschuss verpassen zu sehen, ist nicht ohne und zeigt, dass man hier teilweise einen Hong Kong Film präsentiert bekommt. In einem Hollywood-Streifen wäre das nicht möglich gewesen. Grundlegend düster ist der Film jedoch nicht. Das verhindert ein vergnügt wirkender Soundtrack und Song Donglu, der ab und an auch für einen komischen Moment sorgt. Deneben stimmt die Chemie zwischen den beiden Protagonisten, auch wenn man wie gesagt manchmal ein paar emotionalere Szenen vermisst.

The Bullet Vanishes - Film Screenshot 12

Guo Zhui ist eine interessante Persönlichkeit. Er ist in seiner Rechtschaffenheit so zielstrebig und unnachgiebig, dass er oftmals Polizist, Richter und Henker in einer Person ist. Mit so einer Person zu sympathisieren ist schwierig, aber eine kleine Liebesgeschichte sowie seine Beziehung zu Song machen ihn dann doch etwas menschlicher. Nicholas Tse ("Shaolin", "Dragon Tiger Gate") schafft es, einer Rolle, die wegen seiner emotionalen Distanziertheit leicht hätte untergehen können, das nötige Gewicht zu verleihen. Lau Ching-Wan ist etwas eigen, aber zu jederzeit liebenswürdig, nicht unbedingt nur die Art wie Sherlock Holmes, auch wenn die Parallelen offensichtlich sind, sondern eben auch wie schon in "Mad Detective". Dass die Chemie zwischen den beiden Protagonisten stimmt, ist einer der Gründe, warum "The Bullet Vanishes" so gut funktioniert.

Die Detektiv-Geschichte ist ebenfalls gelungen. Wir rätseln gespannt mit, wenn die verschiedenen Puzzleteile irgendwie aneinander gefügt werden sollen und staunen über die Deduktionsgabe der Ermittler. Ab und zu werden bei den Erklärungen auch ein paar Rückblenden herangezogen und oft finden wir uns in einem strahlendweißen Obduktionssaal wieder, der in einem starken Kontrast zur düsteren Fabrik steht. Die Geschichte ist ziemlich intelligent geschrieben und auch das Rätsel um die unsichtbare Kugel ist recht geschickt gelöst. Die gut verteilten Offenbarungen und Wendungen können überdies die Spannung genauso aufrechterhalten wie die stets noch vorhandenen Ungereimtheiten im Fall. Zwar hätte man sich etwas mehr Charakterentwicklung gewünscht, aber tatsächlich ist das bereits meckern auf hohem Niveau.

The Bullet Vanishes - Film Screenshot 13

Regisseur Law Chi-Leung schafft es an seine alten Erfolge wie "Double Tap" anzuschließen und das auch in Hinblick auf die Actionszenen, die sehr gelungen sind und dank der verschiedenen Kulissen auch die nötige Abwechslung mit sich bringen. Die polierten Bilder, die aufwendig produzierten Effekte und die Sets ergeben ein wunderbar atmosphärisches Ganzes. Da verzeiht man auch, dass eine Szene, in der eine Explosion im Mittelpunkt steht, ganz frech aus besagtem "Sherlock Holmes" geklaut zu sein scheint. Bei all dem, was "The Bullet Vanishes" richtig macht, ist es aber verwunderlich, dass uns keine Szene emotional wirklich berühren kann. Allerdings gibt es ausgefallene Wendungen und gerade die letzte kann hier nochmal Mut zur Andersartigkeit beweisen. Ein Action-Thriller, der wirklich überrascht.

(Autor: Manfred Selzer)
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