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Tabloid Truth - Filmposter
Original Title:
Jji-la-si: Wi-heom-han so-mun

South Korea 2014

Genre:
Thriller, Action, Drama

Director:
Kim Kwang-sik

Cast:
Kim Kang-woo
Jeong Jin-yeong
Ko Chang-seok
Park Seong-woong
Ko Won-hee
Lee Chae-eun
Park Won-sang
Kim Ee-seong
Lee Joon-hyeok


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Tabloid Truth

Story: Woo-gon (Kim Kang-woo) ist Manager und hat das Mädchen Mi-jin (Ko Won-hee) entdeckt. Er will sie ganz groß herausbringen, scheitert aber an seinen Vorgesetzten. Mi-jin überredet Woo-gon, sich selbständig zu machen und weiterhin ihr Manager zu sein. Schließlich kann sich Woo-gon nach oben kämpfen und Mi-jin feiert ihren großen Durchbruch. Doch plötzlich tauchen in den Medien Gerüchte auf, dass Mi-jin eine Affäre mit einem Politiker hat. Kurze Zeit darauf begeht Mi-jin Selbstmord. Woo-gon ist am Boden zerstört. Er glaubt Mi-jins früheren Beteuerungen, dass die Gerüchte haltlos sind und macht sich auf die Suche nach der Quelle der Gerüchte. Anscheinend gibt es einen geheimen Newsletter, den nur ausgewählte Personen in hohen Positionen bekommen. Woo-gon macht Park (Jeong Jin-yeong) ausfindig, der den Newsletter vertreibt, doch dieser erklärt ihm, dass er lediglich die Neuigkeiten wiedergibt, die auf geheimen Treffen wichtiger Persönlichkeiten untereinander ausgetauscht werden. Als Woo-gon mit Parks Hilfe weiter nachforscht, wird er von Cha (Park Seong-woong), dem Leiter einer Sicherheitsfirma, aufgesucht und unter Druck gesetzt. Anscheinend ist Mi-jins Tod der Mittelpunkt einer größeren Verschwörung.

Kritik: "Tabloid Truth" vermischt einen Enthüllungsthriller um politische Intrigen mit einem Drama über Gerüchte in der Unterhaltungsbranche, die in Korea bereits zu einigen Selbstmorden geführt haben. Allerdings stehen die dramatischen Aspekte des Films oft im Hintergrund, sodass auch die Ausgestaltungen der Charaktere etwas zu wünschen übrig lassen. Stattdessen präsentiert sich "Tabloid Truth" als ein actiongeladener und flott erzählter Thriller, der sich kaum eine Pause gönnt. Das mag die Zuschauer irritieren, die gerne etwas tiefer in die Thematik eingetaucht wären, wird aber das Publikum überzeugen, das zur Abwechslung mal das Thema von einer action-orientierten Seite sehen will. Letztendlich bietet der Streifen schließlich genügend Wendungen, um auch am Schluss noch ein oder zwei Überraschungen parat zu haben, aber etwas subtiler hätte das Drehbuch durchaus vorgehen können.

Tabloid Truth - Film Screenshot 11

Um genau zu sein, handelt es sich hier um eine Mischung aus "Whistle Blower" und dem eher weniger bekannten "Norigae", in dem aufgezeigt wurde, welche Gefallen koreanische Darstellerinnen den Produzenten oft erweisen müssen, um Erfolg zu haben. Nicht selten führt das zu Depressionen und zum Selbstmord, wie einige wirkliche Fälle in der koreanischen Unterhaltungsindustrie beweisen. Damit hat "Tabloid Truth" bereits einen starken Aufhänger, aber dessen Stärken weiß er leider nicht richtig auszuspielen. Die Gerüchteküche, die mit einem Mal die Karriere zerstören kann, steht zwar im Mittelpunkt des Geschehens, das psychische Leid, das damit einhergeht, wird aber leider nicht beleuchtet. Stattdessen bekommt man einen Helden, der sich auf einen Rachefeldzug begeht, an dessen Ende er die Gerechtigkeit siegen sehen will.

Tabloid Truth - Film Screenshot 12

Kim Kang-woo ("The Taste of Money", "The Gifted Hands") spielt einen Manager, der sich wohl in seine Klientin verliebt hat, aber ihr diese Liebe niemals gestanden hat, bis es zu spät war. Ohne einen Grund mehr zu leben, erweist er sich als ungemein stur und riskiert unzählige Male seine Finger gebrochen zu bekommen. Er hat mehr Glück als Verstand, denn seine aufopferungsvolle Suche nach der Wahrheit würde wohl oft ein jähes Ende finden, wenn er nicht mit Park, gespielt von Jeong Jin-yeong ("The King and the Clown"), jemanden an der Seite hätte, der seine blinde Wut in die richtigen Bahnen lenkt. Dennoch ist nie so ganz offensichtlich, warum Park ihm hilft. In einer sympathischen Nebenrolle ist außerdem Ko Chang-seok ("The Showdown") zu sehen.

Die Schauspieler schaffen es, dass man jederzeit der spannenden Geschichte folgen will, aber es ist dennoch auffällig, wie unlogisch das Verhalten der Charaktere manchmal ist. Gut, die Polizei kann Park nicht rufen, weil er nicht gerade legaler Arbeit nachgeht, aber warum die Bösewichte es einfach nicht fertig bringen, Woo-gon endgültig auszuschalten, ist fast schon unfreiwillig komisch. Gewollt komisch sind dagegen ein paar der Kämpfe sowie ein paar andere Szenen, obwohl diese nicht immer funktionieren, denn schließlich steht der Komik ein ernster und fast schon düsterer Ton entgegen. Die Gewalt und die Komik spielen sich also nicht immer in die Hände. Außerdem ist der Film nicht immer so clever, wie er vorgibt. So fragt man sich, warum ein hoher Politiker plötzlich einer Quelle glaubt, die offensichtlich bereits Unsinn über ihn berichtet hat.

Tabloid Truth - Film Screenshot 13

Eine große Schwäche von "Tabloid Truth" ist jedoch, dass die Substanz zugunsten des Unterhaltungswerts hinten anstehen muss. Wir bekommen oft Verfolgungsjagden oder ein paar kleine Actionszenen zu sehen, die man in einem Film dieser Art eigentlich nicht erwarten würde. Das hohe Tempo sorgt zwar stets dafür, dass man vor Spannung am Bildschirm klebt, aber man vermisst das Drama, das unweigerlich mit der Geschichte einhergehen müsste, um ihr mehr Gewicht zu verleihen und außerdem den Bogen zur Realität zu spannen und so vielleicht einen anklagenden Zeigefinger zu erheben. Vieles bleibt nur angedeutet. Regisseur Kim Kwang-sik ("My Dear Desperado") überzeugt mit einem hohen Tempo und einer (leider nur auf den ersten Blick) klugen Geschichte. Irgendwie vermisst man am Ende eine Botschaft, aber dafür stimmt der Unterhaltungswert. Auch damit darf man sich mal zufriedengeben.

(Autor: Manfred Selzer)
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