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Number One - Filmposter
Original Title:
Nom-beo-won

South Korea 2025

Genre:
Drama, Comedy

Director:
Kim Tae-yong

Cast:
Choi Wooshik
Jang Hye-jin
Gong Seung-yeon
Kwon Da-ham
Ahn Dong-goo
Yang Kyung-won


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Number One

Number One - Film Screenshot 1

Story: Eun-sil (Jang Hye-jin) ist alleinerziehende Mutter und verliert eines Tages einen ihrer beiden Söhne. Ihr anderer Sohn, Ha-min (Choi Wooshik), macht ihr Vorwürfe, denn hätte sie seinen Bruder nicht genötigt, noch einen Bissen zu essen, hätte er sich zu seiner Prüfung nicht beeilen müssen und wäre nicht von einem Auto überfahren worden. Bald darauf sieht Ha-min immer wieder eine Zahl, die sich um eins verringert, wenn er etwas isst. Es braucht eine Weile, bis ihm klar wird, dass diese Zahl nur dann abnimmt, wenn er eine Mahlzeit zu sich nimmt, die seine Mutter gekocht hat. Er denkt daher, dass seine Mutter sterben würde, falls die Zahl Null erreicht. Also lässt er sich allerlei Ausreden einfallen, nichts von ihr Gekochtes zu essen und beschließt, nicht an einer Universität in Busan, und damit in der Nähe seiner Mutter, sondern in Seoul zu studieren. Jahre später hat er einen Job in der Vermarktungsabteilung einer Alkoholfirma und eine Freundin. Ryeo-eun (Gong Seung-yeon) ist als Waisenkind aufgewachsen und hält sich in Ha-mins Wohnung auf, als dessen Mutter zu einem Überraschungsbesuch vorbeikommt. Die beiden verstehen sich blendend, doch auf Ryeo-euns Bitte an Ha-min, dass das Paar zu Eun-sil zieht, will er nicht eingehen. Damit würde er nämlich indirekt das Todesurteil für seine Mutter unterschreiben.

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Number One - Film Screenshot 4

Kritik: Erneut haben wir ein Drama, das sich einer übernatürlichen Prämisse annimmt und somit versucht, etwas mehr Salz in die Suppe zu geben bzw. ein paar neue Gewürze auszuprobieren. Zuletzt gab es da aus Südkorea beispielsweise "Pretty Crazy". "Number One" bemüht sich, eine ausgewogenere Balance zwischen Drama und Komödie zu finden. Ob das wirklich gelingt, bleibt fraglich. Oft tritt das Drama in den Vordergrund und soll auch ganz offensichtlich den Kern der Geschichte darstellen, aber selbst in Schlüsselmomenten wird das Tragische durch den Humor aufgelockert. Die Mischung will nicht zu jeder Minute aufgehen, da man schlicht nicht weiß, welche Emotionen man denn jetzt genau im Zuschauer wachrufen möchte, aber mich persönlich hat es angesprochen, nicht einfach wieder ein tränenüberflutetes Ende zu bekommen, sondern auch ein paar wärmere Momente der Hoffnung. Das liegt natürlich auch daran, wie mit der Tragik umgegangen wird, und hier erweisen sich die Charaktere als besondere Stütze.

Number One - Film Screenshot 5

Choi Wooshik und Jang Hye-jin waren lustigerweise bereits einmal Sohn und Mutter und das in keinem geringeren Titel als dem oscar-prämierten "Parasite". Diesmal ist ihre Beziehung eine ganz andere. Der Sohn vermisst durchaus seine Mutter, will sie aber schützen, da alles darauf hinweist, dass sie sterben wird, sollte er weiterhin ihr selbstgekochtes Essen futtern. Die Mutter wiederum muss sich damit abfinden, dass sie ganz alleine lebt, ihr Sohn zum Studium und dann zur Arbeit weggezogen ist und er ihr Essen nicht mag. Diverse Rückblenden, die gut über den Film verteilt sind, bringen uns die Dynamik der beiden näher, denn in der Gegenwart haben sie eine ganze Weile nichts miteinander zu tun. Das ändert sich erst, als Ha-mins Freundin sich mit ihr anfreundet. Sie versucht von seiner Mutter ein paar Gerichte zu lernen, aber nichts kann eben an das Essen von Mama herankommen. Ryeo-eun zwingt ihren Freund letztlich dazu, sich wieder mit seiner Mutter auseinanderzusetzen, nichts ahnend, dass sie damit alte Wunden aufreißt. Denn eigentlich will er natürlich nichts lieber, als die Küche seiner Mutter genießen zu können. Er muss ihr aber genau aus diesem Grund fernbleiben.

Number One - Film Screenshot 6

Selbstverständlich führt das zu Spannungen. Ryeo-eun setzt ihrem Freund sogar ein Ultimatum und ihre Beziehung ist von einem ständigem Annähern und Sich-Entfernen geprägt. Die Freundin ist zudem von einer enormen Unsicherheit umfangen, die darauf zurückzuführen ist, dass sie nie Eltern hatte. Somit hofft sie natürlich auch, in Ha-mins Familie heiraten zu können, auch wenn diese nur noch aus seiner Mutter besteht. Während die Rückblenden sich hauptsächlich um Mutter und Sohn drehen - nicht zuletzt auch um den Vorwurf, dass der Bruder noch leben könnte, wenn seine Mutter nicht so besessen vom Essen wäre -, ist die Gegenwart von der romantischen Beziehung mit ihren Aufs und Abs definiert. Im letzten Drittel werden die beiden Teile zusammengeführt, natürlich nicht, ohne eine neue tragische Wende herbeigeführt zu haben. Ja, "Number One" kann dann die Art von Drama servieren, die einem eigentlich schon zum Hals raushängt, aber nicht nur, dass man ein gut gekochtes Mahl, dass man zum x-ten Mal vorgesetzt bekommt, nicht ernsthaft als schlecht bezeichnen kann, es gibt ferner noch die eine oder andere besondere Note, die alles etwas erfrischender erscheinen lässt.

Number One - Film Screenshot 7

Das eigentliche Faszinierende an dem Drama ist die Zahl, die Ha-min bei jedem Gericht seiner Mutter runterzählen sieht und deren rätselhafter Ursprung wie zu erwarten nie ganz geklärt wird. Der Film basiert dabei auf einer japanischen Novelle von Sora Uwano, ist aber prädestiniert für einen koreanischen Film. Denn Essen und die Mutter, die sich komplett der Erziehung ihrer Kinder widmet, sind immer noch Themen, die tief in der koreanischen Kultur verankert sind, obwohl Ha-mins Mutter eigentlich schon zu der Generation gehört, die durchaus schon als Anwältin oder Politikerin tätig sein könnte. Eun-sil lebt aber in Busan als alleinerziehende Mutter und hat nie etwas gelernt, weshalb sie sich ganz ihren Kindern verschrieben hat. Diese Form der Aufopferung kann sowohl Dankbarkeit als auch Mitleid hervorrufen, Gefühle, die beide in der Geschichte behandelt werden. Natürlich steht aber ersteres im Vordergrund, wie auch der Abspann mit diversen echten Müttern beim Essen zeigt. Man wird nach "Number One" ebenso zu der Überzeugung gelangen, dass die Mutter in Korea einen emotional weit höheren Stellenwert innehat als in westlichen Gefilden. Ha-min wundert sich in einem Moment der Selbstreflektion sogar darüber, warum Koreaner als erstes nach ihrer Mama rufen, wenn sie sich verloren fühlen.

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Number One - Film Screenshot 10

Die Stadt Busan spielt in dem Drama eine gewichtige Rolle, ebenso wie - wenig überraschend - das Essen. Es werden aber nicht das Meer oder Meeresfrüchte in den Vordergrund gerückt, und trotz offensichtlichen Dialekts sind die Bewohner der Stadt keineswegs so rau, wie in anderen Filmen dargestellt, sondern eher herzlich. Und die Herzlichkeit zeigt sich in allen Charakteren, genauso wie ein gewisser Humor oder eine selbstgewählte Leichtigkeit, mit den Hürden des Lebens umzugehen. Der Schnitt und die Farbgebung geben ein flottes und heiteres Bild ab, sodass sich das Drama in der Tat nicht ganz so manipulativ anfühlt, wenn es dann unweigerlich zu Krankheit etc. kommt. Auch wenn der Film uns zum Ende hin und beim Abspann seine Botschaft viel zu deutlich um die Ohren haut, hat mir im Speziellen gefallen, dass es sich bei "Number One" um kein absolut typisches Taschentuchdrama handelt. Vielmehr will man auch ein warmes Gefühl der Sehnsucht und Nostalgie erzeugen - und das gelingt.

(Autor: Manfred Selzer)
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