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No Longer Heroine - Filmposter
Original Title:
Hiroin Shikkaku

Japan 2015

Genre:
Romance, Comedy

Director:
Tsutomu Hanabusa

Cast:
Mirei Kiritani
Kento Yamazaki
Kentaro Sakaguchi
Miwako Wagatsuma
Ayano Fukuda
Maryjun Takahashi
Mari Hamada
Riki Takeuchi


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No Longer Heroine

No Longer Heroine - Film Screenshot 1

aka Heroine Disqualified

Story: Hatori (Mirei Kiritani) denkt, dass sie die Heldin einer Geschichte ist und seit jeher alles darauf hinausläuft, dass die Liebe zwischen ihr und Rita (Kento Yamazaki), mit dem sie seit ihrer Kindheit befreundet ist und für den sie Gefühle hegt, endlich aufblüht. Plötzlich taucht jedoch das Mädchen Adachi (Miwako Wagatsuma) an der Schule auf. Sie wird von ihren Mitschülern tyrannisiert, doch als Rita sich für sie stark macht und er deshalb fast in eine Schlägerei gerät, verteidigt Adachi ihn. Seit jenem Tag kommen sich die beiden immer näher und sie werden schließlich ein Paar. Hatori kann nicht glauben, dass ihr einfach so Rita weggenommen wird, und sie sucht nach Wegen, ihn zurückzugewinnen. Da taucht Hiromitsu (Kentaro Sakaguchi) auf und gibt ihr Tipps, wie sie vorgehen könnte. Gleichzeitig macht er keinen Hehl daraus, dass er sich für Hatori interessiert. Rita ist derweil unwahrscheinlich passiv und will sich selbst, als Hatori ihm ihre Gefühl gesteht, nicht ernsthaft entscheiden. So kommt es, dass Hatori schließlich mehr Zeit mit Hiromitsu verbringt. Sie genießt mit ihm auch schöne Tage, doch weiß sie nicht, ob sie jemals über Rita hinwegkommen kann.

Filmroll No Longer Heroine - Film Screenshot 2 No Longer Heroine - Film Screenshot 3 Filmroll
No Longer Heroine - Film Screenshot 4

Kritik: Manchmal ist es keine schlechte Idee, sich einen Film anzusehen, ohne irgendetwas über ihn zu wissen. Denn ganz ehrlich: Wenn ich gewusst hätte, dass es sich bei "No Longer Heroine" um eine Teenie-Romanze handeln würde, die auf einem Manga basiert, hätte ich dem Film wahrscheinlich keine Chance gegeben. Konnte ich auf diese Weise ein Juwel entdecken, das mir ansonsten verborgen geblieben wäre? Nein, hier jedenfalls nicht, auch wenn es sich keinesfalls um einen schlechten Film handelt. Trotz einiger Versuche der Geschichte, sich über das Genre selbst lustig zu machen, sollte man aber nichts anderes als eine reine Romanze erwarten. Wer mit mehr Erwartungen an den Film geht, wird enttäuscht werden. Mit anderen Worten ist der Streifen sichtlich auf ein Publikum ausgerichtet, das sich für diese Art von Film interessiert. So etwas macht es natürlich für mich schwierig, als Kritiker neutral zu bleiben, denn ich gehöre ganz eindeutig nicht zum anvisierten Publikum.

No Longer Heroine - Film Screenshot 5

Zuerst aber die positiven Seiten. "No Longer Heroine" kommt mit einer ordentlichen Portion Humor daher. Zumindest in den ersten zwei Dritteln. Dieser schlägt manchmal aber doch etwas über die Stränge. Denn es herrscht hier eine klare Manga-Orientierung vor. Hatori erstarrt wortwörtlich zu Eis und zersplittert, sie wird von Pfeilen durchsiebt und Darstellerin Mirei Kiritani ("Assassination Classroom: Graduation") macht Gesichtsverrenkungen, dass es einem schwindlig wird. Für letzteres muss Mirei aber tatsächlich auch ein Lob ausgesprochen werden. Trotzdem ist das manchmal doch etwas zu viel des Guten. Auch dass Hatori ihre Überzeugung, die Heldin der Geschichte zu sein, direkt in die Kamera posaunt und damit die vierte Wand durchbricht, mag dem einen oder anderen Zuschauer sauer aufstoßen.

No Longer Heroine - Film Screenshot 6

Es ist aber nicht zu leugnen, dass das zuweilen karikative Schauspiel auch Teil eines sich durch den Film ziehenden und zuweilen auch recht gut funktionierenden Humors ist. Außerdem steht Hatori der sehr passive Rita als Gegengewicht gegenüber, gespielt von Kento Yamazaki, der momentan in etlichen Shoujo-Manga-Adaptionen zu sehen ist, u.a. "Your Lie in April" oder "Orange". Und es ist äußerst schwierig, mit ihm mitzufiebern, da er Hatori oft verletzt und einfach ein äußerst schwacher Held ist. Das ist zwar der springende Punkt der Geschichte und soll auch den Reiz ausmachen, manchmal sorgt es aber auch dafür, dass die Romanze nicht richtig funktioniert, da wir keinen Bezug zu ihm aufbauen können. Immerhin entwickelt sich der Plot dann zu einer Dreiecks- und letztlich Vierecksgeschichte, was Raum für einige komplexe Emotionen gibt, die von den Darstellern erstaunlich gut getragen werden.

No Longer Heroine - Film Screenshot 7

Besonders Kentaro Sakaguchi ("Our Little Sister") sticht hier heraus. Zu Hiromitsu hat man wohl den größten Bezug, da er der gutmütigste, erwachsenste und rücksichtsvollste unter den Protagonisten ist. Auch wenn er ebenso für das kämpfen will, was er möchte. Eine Szene beim Feuerwerk kann auch in der Tat die Art von komplexen Emotionen veranschaulichen, die oft in der Liebe zu Herzschmerz führen. Da vergisst man manchmal sogar, dass es sich hier um eine Teenie-Romanze handelt. Während der Film anfangs noch etwas unstrukturiert daherkommt und Raum für allerlei mangaartige Slapstickmomente bietet, wird "No Longer Heroine" aber ab der zweiten Hälfte etwas geradliniger und auch wenn man sich nie langweilt, verliert der Film doch etwas an Tempo und auch ein wenig vom Interesse des Zuschauers. Grund dafür ist, dass er trotz anfänglicher Versprechen, dass dies nicht passieren mag, sich in einigen Klischees verrennt.

Filmroll No Longer Heroine - Film Screenshot 8 No Longer Heroine - Film Screenshot 9 Filmroll

No Longer Heroine - Film Screenshot 10

Keine Angst, man bekommt hier kein "Strobe Edge", aber während sich Hatori anfangs noch beschwert, dass sie keinen melodramatischen Regen braucht und damit einem Romantikklischee einen netten Seitenhieb versetzt, rennt sie am Schluss ihrem Geliebten entgegen, schreit dabei seinen Namen und als sie zueinander finden, fängt es dann auch noch an zu schneien. Und diesmal ist das alles ganz ernst gemeint. Da ist es schwierig, neutral zu werten. Das Publikum, für das dieser Film gedacht ist, wird genau nach all dem verlangen, daneben bekommt man aber weitaus mehr. Dementsprechend sollte ich wahrscheinlich meine persönliche Aversion gegenüber solchen Klischees etwas zurückstellen, zumal Regisseur Tsutomu Hanabusa (der zuvor u.a. den Horrorfilm "Sadako 3D" abgeliefert hat) wirklich peinliche Momente vermeidet und letztlich einen Romantikfilm präsentiert, der die richtigen Knöpfe zu drücken vermag und dazu noch netten Humor bietet.

(Autor: Manfred Selzer)
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