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Murder Report - Filmposter
Original Title:
Sal-in-ja ri-po-teu

South Korea 2025

Genre:
Thriller

Director:
Cho Young-jun

Cast:
Cho Yeo-jeong
Jung Sung-il
Kim Tae-han
Choi Kwang-il
Park Kyung-seo
Choi Soo-im
Hwang Ji-ah
Byeon Chang-yeol
Park Joo-young


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Murder Report

Murder Report - Film Screenshot 1

Story: Die Journalistin Seon-joo (Cho Yeo-jeong) genießt wegen eines Vorfalls kein großes Vertrauen mehr bei ihrem Arbeitgeber. Daher kommt es ihr wie gerufen, dass sich ein Unbekannter bei ihr meldet, der von ihr interviewt werden möchte. Er behauptet, bereits elf Menschen ermordet zu haben. Sollte Seon-joo ihn interviewen, könnte sie damit das Leben eines potenziell zwölften Opfers retten. Sie darf überdies die Polizei nicht einschalten, aber weil sie nicht lebensmüde ist, weiht sie ihren guten Freund Lt. Han Sang-woo (Kim Tae-han) ein, der mit ihr zusammen einen Plan schmiedet, wie sie bei dem geplanten Treffen mit dem Mörder in einem Hotel zu jeder Zeit die Kontrolle behalten. Sang-woo kommt ein Stockwerk unter dem Zimmer unter, in dem das Treffen stattfinden soll. Er hat überdies einen Schlüssel für das Apartment, in dem sich der Mörder mit der Reporterin trifft, und der Polizist und die Journalistin sind über einen Knopf im Ohr miteinander in Kontakt. Als der Mörder (Jung Sung-il) auftaucht, verlangt Seon-joo zunächst einen Beweis für seine Morde. Da alle Morde aufgenommen wurden, kann der Killer diesen Wunsch schnell erfüllen. Nun gibt es keine Zweifel mehr an der Glaubwürdigkeit des zu Interviewenden und der Mörder erzählt bald, dass er Psychiater ist und die Morde für seine Patienten durchgeführt hat. Er sieht dies als Behandlung seiner Patienten an und hat damit großen Erfolg. Er erhofft sich von der Journalistin, dass sie ihm harte Fragen stellt, weil er seine Beweggründe hinterfragen lassen möchte. Allerdings ist das nicht der einzige Grund, warum er Seon-joo ausgewählt hat, wie sich bald zeigen soll ...

Filmroll Murder Report - Film Screenshot 2 Murder Report - Film Screenshot 3 Filmroll
Murder Report - Film Screenshot 4

Kritik: Ein Film, der haupsächlich in einem Hotelzimmer spielt, bei dem Killer und Reporterin einem Katz-und-Maus-Spiel nachgehen, mutet wie ein Low-Budget-Streifen an, doch dem ist keineswegs so. Glücklicherweise kann die Geschichte wie eben jene Filme, die ihre Stärke auf narrativer Ebene ausreizen müssen, ebenso punkten. Positiv fällt besonders auf, dass sich mit moralischen Fragen zu Rache, möglicher emotionaler Heilung durch diese und die daraus folgenden Probleme der Schuld beschäftigt wird. Und das durchaus etwas tiefgreifender und ohne Moralkeule, wie man es vielleicht leider sonst gewohnt ist. "Murder Report" fühlt sich dadurch besonders erwachsen an und ist einer jener Filme ohne klare Schwarz-Weiß-Zeichnung, wie man sie in dieser Form z.B. deshalb nicht mehr aus China zu sehen bekommt. Der Killer ist nicht einfach ein grausamer Teufel in Menschengestalt, denn seine Opfer sind schreckliche Menschen, zuweilen kann man sie gar als Monster beschreiben; und er nutzt die Morde als Therapiemittel. Die Journalistin ist seine Form der Supervision, aber natürlich arbeitet der Regisseur auch damit, dass Seon-joo vielleicht selbst gar nicht so unschuldig ist und daher um ihr Leben bangen muss. Der Nervenkitzel ist zu jeder Zeit greifbar und macht Actionszenen jedweder Art unnötig.

Murder Report - Film Screenshot 5

Wer sich in dem Genre auskennt, wird sicherlich einiges vorhersehen können, doch letzten Endes hält die Geschichte genug Wendungen bereit und legt falsche Fährten aus, sodass auch alteingesessene Genre-Fans die eine oder andere Überraschung vorfinden mögen. Und der Killer weiß, wie er unsere Protagonistin manipulieren und verunsichern kann. Bereits zu Anfang wird beispielsweise im Gespräch zwischen ihr und dem Detective klar, dass sie momentan Probleme mit ihrer Tochter hat und diese heimlich ein Rasiermesser in ihrer Tasche mit sich führt. Als dann der Killer davon spricht, dass er jemanden töten will, der einen Schüler mit einem Rasiermesser verunstaltet hat, bekommt das Ganze für die Frau eine ganz neue Dimension. Und auch wir fragen uns natürlich die ganze Zeit, welches Spiel der Killer treibt. Dass er aber ohne Frage jederzeit die Kontrolle hat und es ernst meint, sehen wir allein daran, dass er etliche Schritte vorausgedacht hat und auch Seon-joo zeigen will, dass sie ihm gegenüber den nötigen Respekt zeigen sollte - weshalb er vor ihren Augen einen Mord begeht.

Murder Report - Film Screenshot 6

Selbstverständlich ist es wichtig, der Protagonistin eine gute Portion Angst in den Kopf zu setzen und unser Killer besitzt dafür auch die nötige Unberechenbarkeit, obwohl er wiederum nicht wie ein Wahnsinniger wirkt. Genau genommen fällt es uns recht schwer, nicht sogar Mitleid mit ihm zu haben, nachdem wir relativ zu Beginn seine Geschichte gehört haben und warum er das macht, was zu seiner zweiten Natur geworden ist. Auch seine Opfer sind nicht wirklich solche Personen, deren Ableben man vollkommen bedauern würde. Das ist eben genau die moralische Zwickmühle, in die uns die Geschichte treiben will. Jung Sung-il ("Omniscient Reader: The Prophecy") wird uns auch als Psychiater vorgestellt, der auf sehr extreme Weise versucht, seine Patienten zu heilen und die Schuld für die heimlich gewünschten Morde zu schultern bzw. ihnen diese zu nehmen, sollten diese trotzdem Schuldgefühle haben. Es kommt sehr selten vor, dass er sich auf seinem Pfad des persönlichen Ehrenkodex verunsichern lässt. Er bleibt eine starke Persönlichkeit, vor der man sich eigentlich nur fürchten muss, falls man jemandem großen (psychischen) Schaden zugefügt hat. Nicht ohne Grund, wird er von der Journalistin als selbsternannter "Retter" der Schwachen beschrieben, der zu diesem Zweck das Gesetz bricht.

Murder Report - Film Screenshot 7

Als eigentliche Heldin macht Cho Yeo-jeong ("Parasite") ebenfalls eine gute Figur. Das Drehbuch sieht es nur leider vor, dass wir zu ihr einen emotionalen Abstand behalten, da wir die Möglichkeit in Betracht ziehen müssen, sie könnte selbst Leichen im Keller haben. Regisseur Cho Young-Jun, der im gleichen Jahr das Remake "Midnight Sun" auf die Leinwand gebracht hat, weiß durchaus, wie er eine dichte Atmosphäre kreieren und uns stets raten lassen kann, wer denn hier eigentlich der Bösewicht ist und was gut und böse eigentlich bedeuten. Nochmal: "Murder Report" ist keine philosophische Abhandlung, die voraussetzt, dass wir mit den diversen Gedankengebäuden der namhaftesten Ethik-Experten vertraut sind, aber als Thriller weiß er unterhaltsam zu sein, während er uns ein paar unangenehme Fragen stellt. Dabei ist nicht alles sauber geschrieben, wie wir besonders gegen Ende bemerken, denn zumindest da tun sich ein paar Ungereimtheiten auf. Dennoch ist durchaus einiges an Arbeit in die Geschichte geflossen.

Filmroll Murder Report - Film Screenshot 8 Murder Report - Film Screenshot 9 Filmroll

Murder Report - Film Screenshot 10

Das Tempo dieses Thrillers mag nicht ausnehmend hoch sein, aber durch die dichte Atmosphäre, die ausschließlich durch die Dialoge und das Psychospiel in einem Hotelzimmer aufgebaut wird, sitzt man trotzdem angespannt vor dem Bildschirm. Ein Film wie "Murder Report" kann problemlos nach hinten losgehen und schlicht langweilig werden, da trotz des genannten Lobs die Geschichte an sich nicht wirklich originell ist. Was aber daraus gemacht wird, ist lobenswert. Beispielsweise hätte es auch einen Twist nach dem anderen geben können, um uns an die Geschichte zu binden, doch das hätte eher geringes Vertrauen in das eigene Drehbuch bedeutet. Stattdessen haben die wenigen Überraschungen Gewicht und zeigen eine Richtung auf. Gerade das Ende kann nochmal auf eine unerwartete Weise einen Aspekt hinterfragen, den wir eigentlich schon als abgehakt abgetan hatten. Durch die Entwicklungen in der Geschichte hat man nochmal einen anderen Blickwinkel auf alles. "Murder Report" ist damit kein Meisterwerk, aber ein Film, der weiß, was er will und das dank seiner Atmosphäre und den Dialogen auch gekonnt umzusetzen weiß. Damit ist der Film nicht nur für Thriller-Fans empfehlenswert.

(Autor: Manfred Selzer)
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