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Lost in Starlight - Filmposter
Original Title:
I byeol-e pil-yo-han

South Korea 2025

Genre:
Romance, Sci-Fi, Animation

Director:
Han Ji-won

Cast:
Kim Tae-ri
Hong Kyung
Kwon Yeong-mi
Kang Gu-han
Ahn Young-mi
Jang-mi
Yoon Ah-young


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Lost in Starlight

Lost in Starlight - Film Screenshot 1

Story: Es ist das Jahr 2051 und Nan-yeong (Kim Tae-ri) hat nur einen Wunsch - sie will auf den Mars reisen. Der Grund ist, dass sie in die Fußstapfen ihrer Mutter treten will. Diese war vor über 20 Jahren bereits mit einer Forschungsgruppe auf dem Mars, als dort ein Erdbeben die Forschungseinrichtung zerstört hat. Nan-yeongs Vater hört auch heute noch den Weltraum nach Funksignalen seiner Frau ab, während Nan-yeong Forscherin geworden ist und unter anderem an einer Möglichkeit arbeitet, automatisiert Lebenszeichen von beispielsweise Mikroben auf dem Mars aufzuspüren. Würde es ihr gelingen, dieses Equipment herzustellen, hätte sie auch gute Karten, als Expertin selbst an der nächsten Mission teilzunehmen. Durch ein kleines Missgeschick fällt Nan-yeong dann eines Tages ein alter Plattenspieler auf den Boden. Da es sich um ein Geschenk ihrer Mutter handelt, sucht sie diverse Spezialläden auf, wo man das Gerät reparieren könnte. Als sie schon fast aufgegeben hat, rennt sie in Jay (Hong Kyung), der sich tatsächlich mit dem Gerät auskennt. Er will die Frau näher kennenlernen, doch Nan-yeong baut eine Barriere auf, schließlich will sie demnächst auf den Mars und kann sich keinen Ballast wie eine Beziehung leisten. Allerdings erliegt so dann doch Jays Charme ...

Filmroll Lost in Starlight - Film Screenshot 2 Lost in Starlight - Film Screenshot 3 Filmroll
Lost in Starlight - Film Screenshot 4

Kritik: Was dem einen oder anderen Leser dieser Webseite durchaus aufgefallen sein mag, ist der Umstand, dass es kaum eine Kritik zu animierten Filmen gibt. Um genau zu sein, fällt mir nur "Appleseed" ein, den ich zur "Geburtstunde" dieser Webseite gesichtet habe. Der Grund dafür dürfte naheliegend sein. Würde ich auch noch die Animes rezensieren, die ich sehe (zugegeben, so viele sind es auch wieder nicht), würde ich irgendwo anders Abstriche machen müssen. Außerdem gibt es genügend selbsternannte Anime-Experten da draußen, die das weitaus besser machen als ich. Dennoch hat "Lost in Starlight" meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Grund dafür ist, dass es sich um einen koreanischen Anime handelt, der international auf Netflix vertrieben wird, was immer noch eine Seltenheit ist, und zum anderen hebt sich der Animationsstil etwas vom Rest ab. Dass es sich um einen Science-Fiction-Film handelt, hat auch keinen geringen Beitrag dazu geleistet, dass ich ziemlich neugierig wurde. Es muss aber vorweg gesagt werden, dass "Lost in Starlight" vor allem ein Romantikdrama bleibt. Wie sollte es aus Korea auch anders sein.

Lost in Starlight - Film Screenshot 5

Science-Fiction ist eigentlich für das Medium Anime prädestiniert. Es müssen nicht Millionen für CGI ausgegeben werden, das am Ende schlimmstenfalls auch nur wie ein schlecht animierter Zusatz in einem mittelmäßigen Sci-Fi-Bombaststreifen aussieht, und dazu darf man sich kreativ nach Belieben austoben. Gerade beim Einfallsreichtum hätte ich mir vielleicht ein wenig mehr erhofft, denn wir bekommen hauptsächlich altbekannte Klischees von Hologrammen, selbstfahrenden Autos, Drohnen etc. - Dinge, die man eben erwarten würde, dass man sie in 25 Jahren im Alltag antreffen würde. So gesehen darf man da vielleicht keine Vorwürfe machen. Andererseits beginnt die Geschichte aber damit, dass Nan-yeongs Mutter auf dem Mars ist, womit die Geschichte auf einer technologisch weiter entwickelten Zeitebene als unserer spielt. Nichtsdestotrotz wird die Technologie, die es gibt, sehr schön visuell umgesetzt. Auffallend, und das mag auch dem romantischen Kern der Geschichte geschuldet sein, sind die kräftigen Farben und der blaue Himmel sowie die sauberen Straßen, die alles ein wenig nach Utopie aussehen lassen.

Lost in Starlight - Film Screenshot 6

Wie bereits erwähnt ist die Basis der Geschichte eine Romanze, die ganz annehmbar eingefangen ist. Ein wenig unschuldig wirkt das alles schon, aber nicht kindisch, und das kann letzten Endes gefallen. Nan-yeong will eigentlich gar keine Beziehung, da sie ein klares Ziel vor Augen hat. Der Mars ist für sie alles. Die Gründe dafür werden nach und nach aufgedeckt, auch wenn von Anfang an klar ist, dass sie das Trauma um den Verlust ihrer Mutter nicht ganz überwunden hat. Ein wenig mehr offenbart sich in dieser Hinsicht aber später doch noch. In jedem Fall bedeutet das, dass unsere Protagonistin egoistisch ist. Ihr Freund bedeutet ihr sehr viel, aber eben nicht so viel wie ihr Lebenstraum. Dass das noch ein großes Thema werden muss, ist von Anfang an offensichtlich. Weniger klar ist, welchen Zweck die Musik im Film hat. Jay ist zwar Musiker, der seinen Traum aufgegeben hat, und die Intention des Drehbuchs, diese Einstellung zum Leben mit der von Nan-yeong zu konstrastieren, ist recht eindeutig, und wir wissen auch, dass Nan-yeong ihn zu seinem Traum ermutigen will, aber es wirkt alles recht künstlich konstruiert. Ein Eindruck, der dadurch nur umso mehr bestätigt wird, dass wir während des Finales das Gefühl bekommen, dieser Nebenplot soll noch ein wenig Drama und Spannung in den Film bringen.

Lost in Starlight - Film Screenshot 7

Synchronisiert wird Nan-yeong von Kim Tae-ri, die im Sci-Fi-Genre bereits als Darstellerin vor der Kamera stehen durfte - "Space Sweepers" ist nach anfänglichem Hype aber schnell wieder in Vergessenheit geraten. Schlichtes Popcorn-Kino eben. Das kann man bei "Lost in Starlight" nicht sagen. Kim Tae-ri kann zwar gerade in den Momenten, in denen sie lacht, nicht immer auf ganzer Linie überzeugen, da ist Hong Kyung ("Good News") etwas natürlicher, aber es geht in dem Film vor allem um das Visuelle und dieses weiß zu gefallen. Die Animationen selbst sind durchaus flüssig und es heißt, dass man mit den Darstellern auch einige Szenen aufgenommen hat, um die Animationen besser darstellen zu können. Es sind aber hauptsächlich die etwas fantasiereicheren Szenen, die beeindrucken können. Hin und wieder wird Nan-yeong nämlich von Visionen geplagt und auch zum Ende hin wird es etwas abgedreht, da die Grenze zwischen Realität und Einbildung verschwimmt. In jenen Momenten kommen die liebevollen Animationen und die spezielle Farbgebung besonders gut zur Geltung.

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Lost in Starlight - Film Screenshot 10

Über die Animationen und die besondere Bildsprache werden auch einige Gefühle, Wünsche und Hoffnungen transportiert, die man in einem anderen Medium unweigerlich mit mehr Kitsch rübergebracht hätte. "Lost in Starlight" ist eine Romanze und daran besteht kein Zweifel, sie umschifft aber durch das Medium und die Sci-Fi-Elemente die schlimmsten Fallstricke und bringt einen Hauch frischen Wind in das Romantikgenre. Damit ist der Film auch für jene interessant, die sonst keine Liebesgeschichten brauchen. Klar, als Sci-Fi-Enthusiast hätte man sich etwas mehr ... Sci-Fi gewünscht, aber die Welt wirkt dennoch lebendig, nicht zuletzt dank der detailreichen und teilweise verzaubernden Bilder. Darüber hinaus erwartet man bei koreanischen Dramen ja mehr oder weniger immer das gleiche tragische Finale mit viel Taschentuch-Verbrauch, aber auch wenn man über das Ende streiten kann, war es doch auf eine angenehme Art überraschend. Die Musik als extra Stilmittel und Jays Hintergrundgeschichte mit seiner Band wirken unausgegoren, trotz allem kann die Geschichte aber die richtigen Saiten auf der Gefühlsleier anklingen lassen. Das Herz hat "Lost in Starlight" also ganz klar am rechten Fleck und selbst wenn es einige Mängel geben mag, hat dieser Animationsfilm vor allem dank seiner herausragenden Visualität eine Empfehlung verdient.

(Autor: Manfred Selzer)
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