

Story: Ma Do-joon (Kim Ji-suk) und seine Frau Hye-ran (Lee Da-hee) betreiben im großen Stil Online-Handel mit Drogen. Hye-ran hat mit Nabi eine KI entwickelt, die alle Bestellungen abwickelt und damit jedwede Konkurrenz ausgeschaltet hat. Das muss auch Kim Yong-gang (Yoon Kyung-ho) schmerzlich herausfinden, als dieser nach über zehn Jahren aus dem Gefängnis freikommt. Seine Gang besteht nur noch aus einer Handvoll Männern und ihre Drogengeschäfte wurden von der KI vollständig übernommen. Detective Hwang Choong-sik (Jin Sun-kyu) ist derweil Do-joon auf den Fersen und kann ihn schließlich hinter Gitter bringen. Anschließend geht er zu einer Grundschulaufführung seiner Tochter (Oh Eun-seo), bei der auch deren neuer Vater Lee Min-seok (Gong Myung) anwesend ist. Der Detective und seine Frau Si-nae (Kang Han-na) haben sich schon vor einer Weile scheiden lassen. Seine Ex-Frau ist mit der Tochter auf dem Weg zur Aufführung, als Choong-sik einen Anruf bekommt. Hye-ran hat die beiden entführen lassen und will, dass der Detective ihr Do-joon im Austausch zurückgibt. Choong-sik muss nun irgendwie versuchen, den Drogendealer aus dem Gefängnis zu holen, hat dabei aber auch noch Min-seok am Hals, der seine Frau und Tochter ebenfalls retten will. Bei dem Befreiungsversuch des Verbrechers mischt aber zufällig auch Yong-gang mit, der seinen Rivalen ausschalten will. Das Chaos nimmt Überhand, doch Choong-sik und Min-seok setzen alles daran, ihre Familie zu retten ...

Kritik: Der Trailer lässt bereits keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich hier um eine Buddy-Komödie handelt, die manchmal vielleicht etwas über die Stränge schlägt und in den Slapstick abdriftet. Zumindest war das meine größte Befürchtung, die sich nach den ersten Minuten zu bestätigen schien. Daran ist auch der heitere Soundtrack schuld, der an einen Heist-Movie erinnert. Sobald man das aber hinter sich hat, und das ist zum Glück ziemlich bald, findet der Streifen so langsam seinen wahren Rhythmus und eigentlichen Ton. Und dieser kann durchaus gefallen. Im weiteren Verlauf der Geschichte gibt es sogar Momente, die "Husbands in Action" sich von den unzähligen ähnlichen Werken des Genres positiv absetzen lassen. Speziell die Charaktere vermögen es, eine gute Dynamik in die Geschehnisse zu bringen. Der Humor wiederum ist erstaunlich gelungen, sodass man das eine oder andere Mal gar laut auflachen muss. Auch bei der Action hat man sich mehr Mühe gegeben, als vielleicht nötig gewesen wäre, was mir besonders gefallen hat. Da hätte man gerne noch mehr Auseinandersetzungen verbauen können. Im Endeffekt will man hier aber natürlich nicht aus den Augen velieren, dass man die Geschichte in eine Komödie betten will.

Vielleicht wäre ich mit ein wenig mehr Erwartungen in den Film gegangen, hätte ich gewusst, dass er von Regisseur Park Gyoo-tae ist, der mich bereits mit der Komödie "6/45" überraschen konnte. Eine ähnliche Energie wird in "Husbands in Action" kreiert, auch wenn zugegeben etwas mehr Chaos um sich greift. Das macht sich vor allem in der Geschichte bemerkbar, die nie stehen bleibt, unzählige Charaktere bietet, deren Wege sich immer wieder kreuzen, und sogar einige Überraschungen bereithält, obwohl man diese durchaus kommen sehen kann. Das größte Plus dieser Buddy-Komödie ist seine Energie und seine Darsteller, da diese ganz offensichtlich Spaß an ihren Rollen haben. Jin Sun-kyu ("Confidential Assignment 2"), der zumeist in Nebenrollen zu sehen ist, steht diesmal im Scheinwerferlicht und trägt den Film als Sympathieträger gekonnt über die 110 Minuten hinweg. Sein Detective ist ein As in seinem Job, für den sein Vorgesetzter deshalb fast schon amouröse Gefühle hat, der jedoch in seinem Privatleben nicht so viel Glück hat. Der neue Ehemann seiner Frau sollte ihm logischerweise sauer aufstoßen. Doch hier beschreitet die Geschichte einen anderen Weg.

Anfänglich mag man das gleiche kompetitive Gerangel zwischen den zwei Ehemännern vorfinden, wie wir es aus ähnlichen Filmen schon kennen, aber das Bild ändert sich bald und die zwei realisieren, wenn es auch zunächst niemand ausspricht, dass sie sich eigentlich ziemlich gut leiden können. An diesem Punkt wird die Komödie zwar nicht originell, gibt uns aber neue Impulse und der Humor baut nicht darauf auf, dass die beiden sich gegenseitig übertrumpfen wollen. Selbstverständlich gibt es aber in dieser Hinsicht trotzdem ein paar nette Gags. Der neue Ehemann, gespielt von Gong Myung ("Love Untangled"), ist ein Extremsportler, der zudem noch Rennen fährt. Auch wenn er sich diesbezüglich tatsächlich beweisen kann, führt der eine oder andere Fehler zu einem Schmunzeln und natürlich auch weiterem Chaos. Es war aber eine gute Entscheidung, den Detective zum eigentlichen Kämpfer zu machen, der sich mit seinen Fäusten durch die meisten Miseren manövrieren kann, während Ehemann Nr. 2 eher durch seine ihm besonderen Talente Schwierigkeiten meistert. Gerade im Finale zahlt sich das aus, da es ein paar innovativen Ideen Raum lässt.

Überraschend ist ebenso, dass es ab einem bestimmten Punkt scheint, als würde "Husbands in Action" gar nicht ein Duo im Vordergrund haben, sondern ein Trio. Einer der Bösewichte, Do-joon, stößt nämlich durch die gegebenen Umstände zu den beiden hinzu und man muss an einem gemeinsamen Strang ziehen. Hier wäre mehr machbar gewesen, denn letzten Endes ist es nur ein kleines Intermezzo und die Chemie will zwischen den dreien auch nicht so richtig überspringen, wie es bei dem Duo der Fall ist. Generell wirkt Do-joon trotz eines Flashbacks, der den Beginn seiner Beziehung zu Hye-ran zeigt, etwas unausgegoren. Obwohl der Gangster Yong-gang - zumindest gefühlt - weniger Zeit auf dem Bildschirm bekommt, hinterlässt er einen bleibenderen Eindruck. Das liegt auch daran, dass er nach seiner Zeit im Gefängnis ziemlich desorientiert dasteht. Die Welt hat sich dank KI enorm geändert und er ist immer noch der knallharte Gangsterboss, wie man ihn aus Filmen kennt, was einfach nicht mehr in die Zeit passen mag. Seine wenigen ihm verbliebenen Handlanger würden für ihn durchs Feuer gehen, verzweifeln aber daran, wie wenig ihr Boss von der heutigen Welt versteht. Dank ihm werden Gangsterklischees dekonstruiert und einige gute Lacher finden ebenso Einzug in die Geschichte. Ein paar Witze gehen nur leider in der Übersetzung verloren.

Trotz des ganzen Chaos kann man nicht umhin, einige eklatante Mängel im Drehbuch zu bemerken. Das fängt bei allzu bequemen Zufällen an und geht weiter bei Momenten, in denen unsere Helden einem entkommenden Bösewicht hinterher rennen und dabei völlig vergessen, dass man diesem ein fernsteuerbares Halsband umgehängt hat, mit dem man Elektroschocks verpassen kann. Dann sind da noch die Frauen. Es ist zwar schön, dass man diese nicht vollkommen vergessen hat, wie es normalerweise in solchen Filmen üblich ist, aber außer Hye-ran als ungemein intelligente Frau und der taffen Reporterin bleibt niemand in Erinnerung. Gerade die Ehefrau müsste ja eigentlich von Belang sein, geht nur vollkommen in dem doch überladenen Drehbuch unter. Es gibt durchaus viel zu beanstanden, aber das Tempo und die Action können letztlich überzeugen. Dazu kommt noch, dass einige Witze tatsächlich zünden können, was lustigerweise in einer Komödie nicht immer Realität ist. "Husbands in Action" ist einer jener Filme, bei denen ich auch wegen des munteren Soundtracks nicht viel erwartet hatte, dementsprechend mein Gehirn ausgeschaltet habe und dann ziemlichen Spaß hatte. Mit seinem Epilog überdreht man dann leider wieder und es wird doch etwas kitschig, aber diese Szenen halten sich wie gesagt in Grenzen und es gibt erstaunlich viel Qualität in dem Film vorzufinden.
