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Dopamin - Filmposter
Original Title:
Dopamin

Indonesia 2025

Genre:
Thriller, Drama

Director:
Teddy Soeria Atmadja

Cast:
Angga Yunanda
Shenina Cinnamon
Anjasmara
Teuku Rifnu Wikana


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Dopamin

Dopamin - Film Screenshot 1

Story: Malik (Angga Yunanda) ist seit einem Jahr arbeitslos und kann einfach keinen Job finden. Um irgendwie über die Runden zu kommen, haben er und seine Frau Alya (Shenina Cinnamon) sich bei diversen Leuten Geld geliehen, auch bei einigen Kredithaien. Mit der Miete ist das Ehepaar ebenso hinterher und dann wird Alya noch schwanger. Als könnte es immer nur schlimmer kommen, bleibt Malik schließlich auf dem Weg nach Hause mit dem Wagen liegen, da ein Reifen geplatzt ist. Im strömenden Regen bereitet der Reifenwechsel große Probleme, doch glücklicherweise taucht da ein Fremder auf und nimmt Malik mit. Er stellt sich als Arief (Anjasmara) vor und bringt Malik sogar bis nach Hause. Malik lädt ihn zu einer einfachen Mahlzeit ein, als Arief jedoch wieder gehen will, springt sein Wagen nicht an. Das Ehepaar bietet ihm an, die Nacht bei ihnen zu verbringen. Arief willigt ein, aber kommt am nächsten Tag nicht aus seinem Zimmer. Als Malik die Tür aufbricht, findet er den Mann tot vor. Er hat sich eine Überdosis Heroin gespritzt und neben ihm liegt ein Koffer bis zum Rand mit Geld gefüllt. Alya will die Polizei rufen, doch Malik hält sie davon ab. Mit dem Geld hätten sie alle ihre Probleme gelöst und Arief hatte ihnen am Abend zuvor gesagt, dass er keine Familie habe. Warum also nicht das Geld behalten? Zuerst müssen sie aber die Leiche aus dem Weg schaffen ...

Filmroll Dopamin - Film Screenshot 2 Dopamin - Film Screenshot 3 Filmroll
Dopamin - Film Screenshot 4

Kritik: Ich weiß gar nicht, was ich genau erwartet habe, als der indonesische Film "Dopamin" durch seinen Titel und sein Poster meine Aufmerksamkeit erregt hat. Und ich habe ihn auch hauptsächlich nur ausgewählt, weil ich abseits von China, Japan und Südkorea auch noch Filmen aus anderen asiatischen Ländern ein wenig Zeit widmen wollte. Vermutlich habe ich aber einen actiongeladenen oder zumindest sehr temporeichen Streifen wie "The Elixir" erwartet. Stattdessen wartet im Besonderen die Einleitung von "Dopamin" mit einem Beziehungsdrama auf, das durch einen ungewöhnlichen Besucher zwar spannungstechnisch etwas aufgewertet wird, im Großen und Ganzen aber sehr gemächlich daherkommt. Gestört hat mich das aber überhaupt nicht und das hat sogleich für die Qualität des Streifens gesprochen, weshalb ich auch gerne bereit war, mich auf den Rest der Geschichte einzulassen. Und diese ist spannend umgesetzt, was bei der Prämisse auch notwendig ist. Denn ernsthaft originell ist diese nicht und viele der Ereignisse lassen sich Meilen im Voraus erkennen.

Dopamin - Film Screenshot 5

Eine Überraschung war für mich, zu erfahren, dass die beiden Hauptdarsteller Angga Yunanda und Shenina Cinnamon im echten Leben ein Paar sind und nur kurz vor dem Film geheiratet haben. Denn ehrlich gesagt, ist die Chemie zwischen den beiden nicht so herausragend, wie man es mit diesem Vorwissen wohl erwarten würde. Tatsächlich bekommt man eher den Eindruck, als wären die zwei schon länger verheiratet und ihre Beziehung festgefahren. Gerade Alya wirkt daher in der Geschichte recht nervig. Nichts, was Malik macht, erfährt von ihr Unterstützung oder in anderer Weise emotionalen Beistand. Allerdings muss man auch sagen, dass Malik wie der klassische Verlierer wirkt. Er bemüht sich zwar seit einem Jahr, einen Job zu finden, aber seine zurückhaltende, passive Art wird wohl mit daran schuld sein, dass er bisher erfolglos war. Der plötzliche Todesfall bei ihnen lässt ihn aber die Initiative ergreifen und seine Frau vielleicht ein wenig besser von ihm denken. Sofern das möglich ist, wenn jemand eine Leiche verschwinden lassen will ...

Dopamin - Film Screenshot 6

"Dopamin" funktioniert vor allem dank seiner eingeschränkten Bühne des Hauses. Das Ehepaar bewegt sich zwar oft genug in anderen Räumlichkeiten, geht einkaufen, Malik bewirbt sich für Jobs und man lässt die Leiche verschwinden. Dennoch bietet das Zuhause einen Gravitationspunkt, der eine dichte Atmosphäre erschafft und zuweilen auch erdrückende Spannung erzeugt. Schon zu Beginn ist das der Fall, als Arief mit dem Paar bei Instantnudeln zusammensitzt. Man hat keine Ahnung, was als nächstes passieren wird. Dank der Stimmung, dem hervorragenden Einsatz von Musik und Soundeffekten sowie den gelungenen darstellerischen Leistungen sitzt man gebannt vor dem Bildschirm, obwohl eigentlich gar nicht so viel passiert. Visuell weiß der Thriller auch zu überzeugen. Die Bilder sind poliert, die Kameraführung sicher und besonderes Augenmerk wurde auf die Beleuchtung gelegt, was sich einmal mehr bei einer hohen Dichte der Atmosphäre bezahlt macht.

Dopamin - Film Screenshot 7

Die Schwächen lassen sich dagegen beim Drehbuch finden. Alles ist mehr oder weniger vorhersehbar. Malik sieht hin und wieder den toten Arief, weil ihn sein Gewissen plagt, das Ehepaar scheint von jemandem beschattet zu werden, dann macht sich tatsächlich ein Mann immer wieder bemerkbar, um Psychoterror auszuüben, und in den Nachrichten war von einem Gangsterboss die Rede, weshalb nicht schwer zu erraten ist, von wem das Geld eigentlich stammt. Auch wie es ab da weitergeht, ist nicht sehr originell. Dazu kommt noch, dass sich das Ehepaar generell äußerst dumm anstellt. Beim Wegschaffen der Leiche verhalten die zwei sich alles andere als unauffällig, das Nummernschild von Ariefs Wagen, mit dem sie herumfahren, wird bei einer Polizeikontrolle festgehalten, der Vermieter hat gesehen, wie das Ehepaar etwas Großes und Schweres in den Kofferraum jenes Autos geladen hat, und dennoch wird sich über all die losen Enden - es gibt noch einige mehr - keine Gedanken gemacht. Es gibt sogar noch weitere, die dem Paar natürlich später auf die Füße fallen müssen. Klar, das ist intendiert, aber es ist dennoch zu ungeschickt umgesetzt.

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Dopamin - Film Screenshot 10

Immerhin macht sich Malik oberflächlich ein paar Gedanken, wie sie die Leiche wegschaffen und unkenntlich machen können. Überraschend ist dabei, dass "Dopamin" auch blutig sein kann, wenn es nötig ist. Da im Zentrum der Geschichte keine Actionhelden stehen und Malik genau genommen sogar das absolute Gegenteil darstellt, wirkt das Finale aber umso adrenalingeladener - es kommt zu einem Kampf ums nackte Überleben. Das Ende ist dann wiederum für die meisten wohl recht zufriedenstellend, erweist sich zugleich aber als wenig beeindruckend. Es fällt zudem auf, dass einige Dinge gar nicht geklärt werden oder sich im Sande verlaufen haben. Besonders die Polizei wird hier entweder als völlig unfähig oder naiv dargestellt. Im Grunde will "Dopamin" aber mit seinen beiden Protagonisten ein Drama um das bekannte Dilemma um eine große Summe Geld, die einem in den Schoß fällt, entspinnen. Und das funktioniert dank spannender Atmosphäre und technischem Know-How seitens des Regisseurs ohne Zweifel gut.

(Autor: Manfred Selzer)
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