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Back to the Past - Filmposter
Original Title:
Xún Qín Jì

China 2025

Genre:
Action, Wuxia, Sci-Fi, Drama

Director:
Ng Yuen-fai
Jack Lai

Cast:
Louis Koo
Raymond Lam
Jessica Hsuan
Sonija Kwok
Joyce Tang
Bai Baihe
Power Chan
Michael Miu


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Back to the Past

Back to the Past - Film Screenshot 1

Story: Vor 26 Jahren hat Hong Siu-lung (Louis Koo) bei einem Zeitreiseexperiment mitgemacht. Seine Rückreise ist gescheitert und so sitzt er in der Epoche der Streitenden Reiche fest. Dort hat er zwei Frauen geheiratet und ist Vater geworden. Gleichzeitig hat er aber Ying Ching (Raymond Lam) unter seine Fittiche genommen. Der Mann wird später Qin Shi Huang, der erste Kaiser Chinas. Es ist mittlerweile zwanzig Jahre her, dass Hong der Meister von Ying war, aber seitdem hat er ihm immer wieder mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Hong will nämlich, dass der junge König das Reich eint und tatsächlich zum Kaiser wird, auch wenn das mit etlichen Kriegen einhergeht. Der Zeitreisende will den Lauf der Geschichte nicht ändern, da dies katastrophale Folgen haben könnte. Allerdings ist er sich bewusst, dass der König über die Jahre immer grausamer geworden ist und so hat er sich mit seiner Familie zurückgezogen und rechnet fest damit, dass Ying ihn irgendwann ausschalten könnte. Bei dem Zeitreiseexperiment wurde die Schuld für den Fehlschlag damals dem Erfinder der Zeitmaschine, Ken (Michael Miu), fälschlicherweise in die Schuhe geschoben. Dieser ist nach zwanzig Jahren freigekommen und übernimmt mit seiner Tochter und Söldnern die Zeitmaschine. Er reist zweitausend Jahre in die Vergangenheit und will dort selbst zum Kaiser werden. Sein Ziel ist es, zu beweisen, dass die Geschichte tatsächlich geändert werden kann. Niemand ist den Neuankömmlingen und ihren futuristischen Waffen gewachsen - einzig Hong könnte die Männer aufhalten.

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Back to the Past - Film Screenshot 4

Kritik: Ich werde sicherlich nicht vorgeben, mit der TVB-Serie "A Step into the Past" aus dem Jahr 2001 vertraut zu sein, zu der dieser Film eine Fortsetzung darstellt. Man kann es sich aber ungefähr so vorstellen, als würde es heute einen neuen "Akte X"-Kinofilm geben. Wer sich mit dem Ursprungsmaterial nicht auskennt, wird keine Probleme haben, trotzdem zurechtzukommen, während bei Fans ordentlich die Nostalgie-Schiene gefahren wird. Unter Fans wird es dann jene geben, die die Fortsetzung dankbar aufnehmen, während andere wiederum bemängeln, was das denn jetzt genau mit dem Original zu tun haben soll bzw. wie man so einen billigen Sci-Fi-Unsinn aus den tollen Ideen von damals machen kann. Nun ja, ich fische bei "Back to the Past" ein wenig im Trüben, aber interessanterweise kann man in der Tat in vielen Momenten erkennen, dass gerade in nostalgischen Gefühlen gerührt wird. Und bei all der Kritik, zu der ich bald komme, ist nicht zu leugnen, dass das Drama zwischen den beiden Protagonisten ziemlich gut funktioniert, sodass die Beziehung zwischen den beiden das Fundament des Films liefern kann.

Back to the Past - Film Screenshot 5

Die Zusammenfassung der bisherigen Geschichte sowie ein paar der späteresn Rückblenden zeigen uns das Original-Serienmaterial. Dabei wird ersichtlich, wie sehr die beiden Hauptdarsteller in den letzten beiden Jahrzehnten gewachsen sind. Gleichzeitig wird auch klar, dass "Back to the Past" zwar einen wesentlich polierteren Anstrich hat, dann aber zugleich mit seinem Budget von 45 Millionen Dollar erstaunlich billig wirkt, wenn es um die Spezialeffekte geht. Da gibt es ständig irritierende Greenscreens, die eine Verfolgungsjagd über Felder alles andere als glaubwürdig erscheinen lassen, und Kämpfe in der Luft auf Hoverboards, die in der Theorie Potential gehabt hätten, aber leider zumeist lächerlich wirken. Die Mischung aus Fantasy und Sci-Fi sollte eigentlich gut funktonieren, es ist aber ein schmaler Grat, auf dem man wandeln muss, damit es nicht ins unfreiwillig Komische abdriftet. In "Back to the Past" stürzen die Regisseure leider immer wieder in den Abgrund. Überdies muss man sich fragen, wo das ganze Budget geblieben ist, wenn man sich die Effekte ansieht. Wahrscheinlich bei den Gagen der Darsteller, zumal es etliche Cameo-Auftritte bzw. wiederkehrende Rollen von damals gibt.

Back to the Past - Film Screenshot 6

Hinsichtlich der Geschichte wird wahrscheinlich niemand Herausragendes erwartet haben, aber stellenweise hat man sich nicht einmal die Mühe gegeben, den Personen überhaupt irgendeine glaubwürdige Motivation mitzugeben. Ken ist als Bösewicht unglaublich eindimensional und wird dabei nur durch die Söldner getoppt, die - warum auch immer - ebenso ein paar Momente auf dem Bildschirm bekommen. Der Zeitreise-Plot, neuer Kaiser Chinas zu werden und damit zu beweisen, dass das Ändern der Vergangenheit möglich ist, wirkt einfach nur platt. Dabei hätte daraus aus wissenschaftlich-philosophischer Sicht (Ist das Leben und unsere Biografie vorbestimmt und unveränderlich?) etwas Faszinierendes werden können. Stattdessen gibt es eine Vielzahl an Charakteren, von denen ein paar sogar recht vielversprechend wirken. Manchmal tritt so jemand aber auch unspektakulär ab, während unser Held, der zuvor ein paar nette Momente mit jenen Persönlichkeiten hatte, dies mit einem kurzen Kommentar abtut. Da fehlt einfach die Tiefe. Als hätte man sie sich komplett für die Beziehung zwischen Hong und Ying aufgespart. Diese kann nämlich punkten.

Back to the Past - Film Screenshot 7

Vielleicht sollte ich bezogen auf diesen Aspekt der Geschichte zunächst noch einmal eine kleine Kritik vorausschicken. Denn augenscheinlich hatte man trotz einiger sehr klischeehafter Zeichnungen von Nebencharakteren das Anliegen, keine klare Schwarz-Weiß-Zeichnung vorzunehmen. Ken hat eine Tochter und will etwas bei ihr wiedergutmachen, wählt dafür aber genau den falschen Weg. Hong verzeiht viel zu schnell und plaudert dann mal plötzlich mit jemandem freundschaftlich, der gerade noch ein Bösewicht war. Auch bei weiteren Charakteren wird der Eindruck erweckt, dass es beim Thema Gut und Böse ziemlich chaotisch in "Back to the Past" zugeht. Allerdings, und damit zum Positiven, sieht das später bei Kaiser Qin schon anders aus. Er ist alles andere als sympathisch und geht unentwegt über Leichen. Er ist aber ein Opfer seiner eigenen Ambitionen, China zu einen, welche er über alles andere stellt. Nur eben nicht so leicht über Ying, seinen früheren Meister. Und so unternimmt er manchmal auch Dinge, die ihn dann doch so erscheinen lassen, als bestünde noch Hoffnung für ihn. Louis Koo und Raymond Lam haben auch in "Twilight of the Warriors: Walled In" gemeinsam als Quasi-Mentor und Schüler vor der Kamera gestanden. Diesmal haben sie aber eindeutig mehr Chemie auf dem Bildschirm und man sieht ihnen an, dass sie gemeinsame Freude und Ballast aus einer Vorgeschichte mit sich herumtragen.

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Back to the Past - Film Screenshot 10

Letzten Endes führt das zu einem überraschend nahegehenden Finale, in dem beide auch auf darstellerischer Ebene gute Arbeit abliefern, eben weil sie durch subtiles Schauspiel komplexe Emotionen transportieren können und wir ein Gefühl für ihre komplizierte Beziehung bekommen. Da verzeiht man dann auch ein paar der humoristischen Szenen zu Beginn, die nicht immer punkten können, und vor allem die B-Movie-Sci-Fi-Klischees. Ohnehin fragt man sich, ob wir uns in einem alternativen 2025 befinden, denn neben der Zeitmaschine gibt es Motorräder, die sich aus einem kleinen Puck entfalten, und Handys, deren Akku ein Jahr hält. Was für ein Durcheinander "Back to the Past" wirklich ist, zeigt sich aber, als der Abspann anfängt und wir direkt ein sehr umfangreiches alternatives Ende bekommen, das eigentich nichts weiter als Fanservice darstellt und die Note eines typischen Lunar New Year-Streifens hat. "Back to the Past" hat mir am Ende sogar ein wenig Spaß gemacht, aber gerade die Action ist trotz Sammo Hung als Choreograph sehr enttäuschend und die Geschichte flach. Es ist ein wilder Ritt, der für die meisten aber zu wenig liefern wird, auch wenn eine interessante Beziehung im Fokus steht.

(Autor: Manfred Selzer)
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