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Wu Dang - Filmposter
Original Title:
Da Wudang

China 2012

Genre:
Action, Martial Arts

Director:
Patrick Leung

Cast:
Vincent Zhao Wenzhuo
Mini Yang
Xu Jiao
Louis Fan Siu-Wong
Dennis To
Henry Fong Ping
Bau Hei-Jing
Shaun Tam Chun-Yin


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Wu Dang

Story: Tang Yunlong (Zhao Wenzhou) hat nach langer Suche endlich eine Schatzkarte gefunden, die ihm den Weg zu den geheimen Schätzen des Wudang Gebirges weist. Allerdings muss er die Karte dem Gangsterboss Chen (Shaun Tam) abnehmen, der ihn daraufhin jagt. Tang geht mit seiner Tochter Ning (Xu Jiao) nach Wudang, wo ein Kampfkunst-Wettberwerb stattfindet, an dem er als Alibi seine Tochter teilnehmen lässt. Tatsächlich sucht er die Tempel dort nach den Schätzen ab. Aber er ist nicht alleine. Eine der Teilnehmerinnen an dem Wettbewerb, Tianxin (Mini Yang), ist ebenfalls auf der Suche nach einem der Schätze, einem heiligen Schwert, das ihrem Clan gehören soll. Die beiden geraten nicht nur aneinander, sondern auch an den für den Tempel verantwortlichen Mönch Bailong (Dennis To). Während Tang und Tianxin weiter auf der Suche nach den Schätzen sind, freundet sich Ning mit dem Mönch Shui Heiyi (Fan Siu-Wong) an, der ebenfalls an dem Wettberwerb teilnimmt. Schließlich erreichen auch Chens Männer den Tempel und zeigen Interesse an den Schätzen. Tangs Gründe die Schätze zu finden, sind jedoch alles andere als eigennützig.

Kritik: Was anfangs nach einer vielverprechenden Mischung aus Indiana Jones und einer Rückkehr zum Martial-Arts-Genre der 90er anmutet, entpuppt sich bald als schwach geschriebener Abenteuerfilm mit viel Action aber wenig Herz. Und das, obwohl es sogar zwei Liebesgeschichten zu sehen gibt. Zum Glück wusste ich vorher nicht, dass "Wu Dang" von Regisseur Patrick Leung ist, sein "Beyond Hypothermia" zählt zu den besten HK-Filmen der 90er, ansonsten wäre die Enttäuschung noch größer ausgefallen. Zumindest von der Action hätte man sich aber eigentlich mehr versprochen. Warum diese trotz einiger origineller Einfälle nicht vollständig überzeugen kann, liegt vor allem daran, dass zu sehr Stil über Substanz gestellt wurde.

Wu Dang - Film Screenshot 11

Einen großen Pluspunkt hat der Film jedoch und das sind seine Schauplätze. Das Wudang-Gebirge steht für einen Ort des Friedens und der Selbstfindung. Viel Natur und von Nebel eingehüllte Tempel machen Lust, selbst Mönch zu werden oder zumindest Urlaub dort zu machen. Mit solch einem Schauplatz sollte "Wu Dang" doch eigentlich nicht viel falsch machen können und zu Anfang sieht auch alles noch ganz gut aus. Doch als sich die Suche nach den Schätzen als völlig uninspiriert erweist und der Kampfkunst-Wettbewerb wie in einer Fußnote abgehandelt wird, der lediglich dazu dient, eine kleine Liebesgeschichte zum Tragen zu bringen, macht sich Ernüchterung breit. Die Rätsel um den Aufenthaltsort der Schätze sind nicht wirklich welche (oder sie gehen in der Übersetzung verloren), und die Inbesitznahme dieser erweist sich ebenso als ermüdend repetitiv.

Wu Dang - Film Screenshot 12

Dabei gibt es doch ein paar schöne Ideen. In einer Szene trifft Tang auf eine Gruppe Schwertkämpfer und ihre Schwerter singen förmlich, als sie durch die Luft schwirren. Die Kämpfe sind auch interessant, in der Hinsicht, dass sie besonders in einer Szene die Umgebung gut miteinbeziehen. Tang und Tianxin verteidigen sich gegen eine Übermacht an Kämpfern, indem sie einem Tanz gleich Teamwork leisten, wobei sich natürlich auch ihre angedeutete Liebesgeschichte verfestigt. Zhao Wenzhou ist aus "True Legend" bekannt und Dennis To aus "The Legend is Born - Ip Man", wo sich beide hervorragende Kämpfe geliefert haben. Warum sind dann die Kämpfe so unausgegoren trotz Corey Yuen ("So Close") als Choreograph? Der Einsatz von viel Slow-Motion und einigem Wire-Fu mag mit verantwortlich sein, doch eine genau Antwort findet man merkwürdigerweise nicht.

Vielleicht liegt es daran, dass die Kämpfe durch nichts motiviert sind. Es ist uns eigentlich egal, wer gewinnt und warum. Dasselbe Problem ergibt sich am Ende umso stärker, als dass das Leben mehrerer Hauptcharaktere in Gefahr ist. Es könnte uns fast nichts egaler sein. Wie es typisch für Filme dieser Art ist, hat man so viel Augenmerk auf den Unterhaltungswert gelegt, dass die Geschichte und die Ausarbeitung der Charaktere dabei völlig auf der Strecke bleiben. Das erzeugt zahllose Szenen, die das Gefühl hervorrufen, dass wir emotional an den Geschehnissen beteiligt sein müssten, aber es eben nicht sind. Im weiteren Verlauf des Films wird das immer schlimmer, bis sich alles am Ende in einem bunten Fantasy-Murks auflöst.

Wu Dang - Film Screenshot 13

Was bei den verbauten Fantasy-Elementen ebenfalls nicht gerade zu enthusiastischen Beifallsstürmen beiträgt, sind die schlechten Spezialeffekte. Ist das computeranimiert oder einfach nur aufgemalt, fragt man sich da häufig. Ebenfalls irritierend ist die Romanze zwischen Ning und Heiyi, da Ning noch wie ein Kind aussieht. Und tatsächlich. Xu Jiao war beim Dreh erst dreizehn. Was hat man sich dabei gedacht? Wahrscheinlich nicht viel, wie beim ganzen Rest des Films. Die Charaktere sind farblos, immerhin Mini Yang ist optisch ansprechend, und die erhoffte Rückkehr zum 90er Jahre Martial-Arts-Film verpufft am Ende in einem uneinheitlichen "Fantasygedöns". Ja, dieses Wort trifft es wohl am besten...

(Autor: Manfred Selzer)
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