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Original Title:
Waterboys

Japan 2001

Genre:
Comedy

Director:
Shinobu Yaguchi

Cast:
Satoshi Tsumabuki
Hiroshi Tamaki
Akifumi Miura
Koen Kondo
Takatoshi Kaneko
Aya Hirayama
Naoto Takenaka


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Waterboys

Story: Das Schwimmteam der Tadano High School ist auf nur ein Mitglied, den Loser Suzuki (Satoshi Tsumabuki), zusammengeschrumpft. Doch das ändert sich plötzlich als die gutaussehende Mrs. Sakuma an der Jungenschule das Schwimmteam unterrichten will. Doch als der mittlerweile riesige Haufen an Interessierten erfährt, dass es sich bei dem Schwimmteam um ein Synchron-Schwimmen Team handelt, bleiben letztendlich nur 5 Mitglieder in Sakumas Mannschaft übrig.
Als Sakuma dann wegen eines unerwarteten Schwangerschaftsurlaubs gehen muss, steht das Team alleine dar. Doch sie haben es satt, von allen als Verlierer beschimpft zu werden, und so nehmen sie sich vor bis zum Tadano Festival eine gute Show aufzubauen. Ihr erstes Vorstellungsschwimmen erweist sich allerdings als riesige Katastrophe.
Suzuki und seine vier Freunde lassen sich jedoch nicht entmutigen. Mit Hilfe eines Delphin Trainers (Naoto Takenaka) lernen sie die Grundtechniken und werden immer besser. Ganz zur Überraschung des Trainers, der ihnen eigentlich ohne Intention nur indirekt etwas beibringt.
Suzukis Plan beim Festival einfach das Schwimmbecken zu "kapern", erweist sich als unnötig, als das Team die Aufmerksamkeit der Medien erregt. Nun ist nämlich auch die Schule, wegen der vielen Zuschauernachfragen gezwungen das Schwimmteam bei der Feier auftreten zu lassen. Doch können sie mit ihrer Vorstellung auch wirklich überzeugen?

Kritik: "Waterboys" ist ein hervorragender Beitrag des Regisseurs Shinobu Yaguchi zum außergewöhnlichen Humor Japans. Ganz in Anime-Manier bekommen wir hier Slapstick vom Feinsten präsentiert, der zwar einigen Westlern etwas befremdlich vorkommen mag, aber auch genügend lustige Momente bietet, die eine kulturelle Brücke schlagen können. Nach "My Secret Cache" und "Adrenaline Drive" beweist uns Yaguchi erneut, dass er ein Gespür für das richtige Timing der Gags hat und er versorgt uns wieder mal mit vielen abgedrehten Momenten, die so wohl nur in einem japanischen Film zu finden sein können.

Der Plot des Films ist alles andere als originell. Ein paar Loser möchten endlich in einer Sportart beweisen, dass sie es drauf haben, und ihr Selbstwertgefühl wiedergewinnen. Das war es storytechnisch eigentlich auch schon. Zum Glück schafft es der Regisseur aber dieser altbekannten Story den nötigen Schliff zu geben. Das fängt schon dabei an, dass es um den eher ungewöhnlichen Sport des Synchronschwimmens geht, und hört bei den abgedrehten Charakteren auf. Von eben jenen mögen zwar einige etwas klischeehaft wirken, aber das ist wohl auch nötig um dem für Yaguchis Filme so typischen Humor einen Nährboden zu geben.

Doch trotz der Eindimensionalität mancher Personen, schaffen es die Schauspieler durchgängig überzeugend zu bleiben. Sofern das in einem solchen Film überhaupt möglich ist...
Gerade aber die diversen Grimassen und die Körpersprache sorgen für einige Lacher und hier kann man niemandem vorwerfen, dass er seine Arbeit nicht gut machen würde. Außerdem hat jeder der Charaktere seine persönlichen fünf Minuten, in denen er scheinen darf. Der Angeber mit der Afro-Frisur (!) beansprucht dabei genauso das Zwerchfell, wie der zappelnde Delphin-Trainer oder die Karate-beherrschende Freundin Suzukis. Die Szene, in der sie mit einem Sprungkick durchs Bild fliegt und dabei dem Getränkeautomaten ein Erfrischungsgetränk für Suzuki entlockt, ist einfach typisch für den großartigen japanischen Humor.

Einige Kritiker haben darauf hingewiesen, dass "Waterboys" sehr homoerotisch sei. Fakt ist, dass es in Japan nun einmal anders zugeht als bei uns Westlern. Da wird sich ab und an mal umarmt oder gewrestlet. Ob das nun gleich Anzeichen für einen "schwulen" Film sind, sei ernsthaft in Frage gestellt. Außer einem tatsächlich Schwulen und ein paar Drag Queens wird man nämlich nichts in der Richtung vorfinden. Und bei diesen handelt es sich schließlich auch einfach nur um abgedrehte Charaktere, von denen der Film nur so wimmelt. Vielleicht ist es für einige Männer auch einfach nur irritierend, dass die Darsteller die meiste Zeit nur mit Badehosen bekleidet sind. Tja, was erwartet man von einem Film über das Schwimmen? Mantel und Hut?

Davon abgesehen, gibt es allerdings tatsächlich einige Szenen, die mich unter normalen Umständen zum Abschalten bewegt hätten. Da wäre z.B. die Szene, in der die Darsteller "auf der Tanzfläche abspassten", wie es einmal ein Freund interessant auszudrücken vermochte. Allerdings passt die Szene einfach zum Rest des Films und wirkt irgendwie nicht befremdlich oder peinlich. Sowas ist aber wahrscheinlich auch nur in einem japanischen Film möglich. Es gehört nun einmal zum Stil des Films abgedreht und unvorhersehbar zu sein. Die Charaktere müssen dann halt auch so wirken als wären sie einem Comic entsprungen.
Regisseur Shinobu Yaguchi sorgt auch dafür, dass die Bilder und Kameraeinstellungen stimmen, ohne die die meisten Gags nicht gewirkt hätten. Noch dazu ist auch die Musik passend gewählt. Was will man mehr?

Wer mit dem typisch japanischen Slapstick-Humor nichts anfangen kann, wird sich wohl auch hier an einigen Stellen fragend am Kopf kratzen. Für alle anderen dürfte der Film aber dank perfektem Timing des Humors und den überzeichneten Darstellungen ein tolles Gag-Feuerwerk darstellen.
Trotz allem bleibt "Waterboys" aber wegen der vorhersehbaren und altbekannten Story ein Film, der zwar über dem Durchschnitt liegt, aber nicht wirklich viel bietet. Wenn da nicht eine Szene wäre, die eigentlich Comedy-Geschichte geschrieben haben müsste. Suzuki und seine Jungs versuchen zum ersten Mal etwas vorzuführen, wobei einem von ihnen seine Afro-Frisur in Brand gerät, ein anderer verliert seine Hose und auch der Rest ist nicht wirklich sehr glücklich. Das Timing, die regietechnische Finesse, die Slow-motion, die Musik, die Mimiken - hier stimmt einfach alles. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann mich ein Film das letzte Mal so gut zum Lachen gebracht hat. Und es wird nicht minder komisch je öfter man es sieht - ja, es reicht sogar sich die Szene einfach nochmal ins Gedächtnis zu rufen, um wieder in Gelächter ausbrechen zu müssen!

"Waterboys" hat mich zusammen mit "My Secret Cache" zu einem Fan von Shinobu Yaguchi werden lassen, da mich sein Humor einfach anspricht. Die Situationskomik und das perfekte Timing der Gags werden bei einigen Zuschauern Tränen vor Lachen hervorrufen können!

(Autor: Manfred Selzer)
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