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Original Title:
Wo de fu qin mu qin

China 1999

Genre:
Romance, Drama

Director:
Zhang Yimou

Cast:
Zhang Ziyi
Zhao Yuelin
Zheng Hao
Sun Honglei
Li Bin
Chang Guifa
Sung Wencheng
Liu Qi
Ji Bo
Zhang Zhongxi


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The Road Home

aka Heimweg

Story: Luo Yusheng (Sun Honglei) kehrt nach mehreren Jahren wieder in sein Heimatdorf zurück. Der Anlass ist kein freudiger, denn Luos Vater ist in einem Schneesturm ums Leben gekommen. Um die Leiche des Vaters aus der Stadt ins Dorf zu bringen damit man ihn dort angemessen beerdigen kann, bedarf es allerdings einiger Überredungskunst. Luos Mutter (Zhao Yuelin) beharrt nämlich darauf, dass man den Körper nicht per Auto ins Dorf bringt, sondern ihn zu Fuß zurückträgt. Dies ist ein altes traditionelle Ritual und die Liebe von Luos Mutter zu ihrem verstorbenen Ehemann ist so groß, dass sie sich nicht überreden lässt, auf das Ritual zu verzichten.
Luo erinnert sich an die Geschichte, wie seine Mutter Zhao Di (Zhang Ziyi) in den 50ern seinen Vater kennengelernt hat. Das Dorf in dem Zhao Di aufgewachsen ist war ein sehr einfaches. Die Menschen dort lebten friedlich von einem Tag in den anderen und die Ehen waren abgesprochen. Nur die Schönheit des Dorfes, Zhao Di, nahm sich die Freiheit sich in einen Lehrer, Luo Changyu (Zheng Hao), zu verlieben, der den ersten Unterricht in der frisch erbauten Schule geben sollte. Doch Changyu wurde aus politischen Gründen in die Stadt zurückgeholt und so konnten sich er und Zhao Di einige Jahre nicht sehen. Jedoch wurde die Liebe Zhao Dis in all den Jahren nur noch stärker.

Kritik: "The Road Home" ist eine einfache Liebesgeschichte in wundervollen Bildern und mit unwahrscheinlicher Ehrlichkeit erzählt. Simpel und atemberaubend zugleich sind die Worte, die einem hier auf Anhieb einfallen. Zhang Yimou ("Raise the Red Lantern", "Hero") schafft hier einen äußerst bewegenden Romantikfilm, dessen Magie schlecht in Worte zu fassen ist. Manche Filmemacher erzählen eine altbekannte Liebesgeschichte auf kitschige Art und Weise, andere wiederum sind darum bemüht nichts dergleichen zu tun, sondern einfach ein Werk zu schaffen, das wegen seiner Ehrlichkeit und Intensität direkt zum Herzen geht. Zhang Yimou gehört eindeutig zur letzten Gruppe und so erwartet einen hier ein verträumter und wunderschöner Liebesfilm.

Wegen Chinas derzeitiger Nummer 1 unter den Schauspielerinnen, Zhang Ziyi ("Crouching Tiger Hidden Dragon", "Hero") erfährt "The Road Home" zum Glück, wenn auch verspätet, ein wenig mehr Aufmerksamkeit als zuvor. Tatsächlich ist dieser Film, von einem TV-Auftritt abgesehen, das Debut von Zhang Ziyi, die hier ein einfaches Mädchen mit soviel Natürlichkeit spielt, dass man ihre in letzter Zeit immer ähnlichen Rollen der kühlen, aber streitsüchtigen Charaktere vollkommen vergisst und hier ihr tolles schauspielerisches Talent zu sehen bekommt.
Mit einem Lächeln zum Dahinschmelzen und Zöpfen, die sie noch süßer aussehen lassen als es vertretbar ist, läuft sie in ihrer unschuldigen Art ihrem Angebeteten hinterher, holt ihr Wasser fortan an einem anderen Brunnen um die Stimme des Lehrers im Schulgebäude zu hören oder harrt stundenlang am Weg aus um Changyu auf seinem Weg nach Hause hinterherzugehen. Sie kocht für den Lehrer wie eine Verrückte und versucht seine Aufmerksamkeit zu erlangen ohne dabei allzu aufdringlich zu wirken.

Interessanterweise wird die Geschichte nur aus der Sicht Zhao Dis erzählt und Changyus Charakter bleibt die meiste Zeit sehr oberflächlich. Doch die Art wie Zhao über dessen Stimme schwärmt oder die wenigen Blickkontakte zwischen den beiden sind intensiv genug, dass die Liebesgeschichte mehr als glaubwürdig bleibt. Sie ist schwärmerisch, bewegend und herzergreifend ohne auch nur eine Sekunde aufgesetzt zu wirken. Im Endeffekt ist es nämlich die Natürlichkeit der Geschichte, die diese Romanze so gelungen macht.
Als Rahmen für die Story dient der Tod des Vaters von Luo Yusheng, der daraufhin seine Mutter, die gealterte Zhao Di, besucht und als Erzähler fungierend uns in einer Rückblende deren Geschichte erzählt. Yusheng bleibt dabei sehr blass gezeichnet, aber da er eben hauptsächlich der Erzähler ist, stört das nicht weiter, sondern es gibt ihm sogar eine gewisse Neutralität.
Ein wenig stört man sich aber schon daran, dass der Film sozusagen auf zwei Schienen abläuft. Zum einen eben auf der gegenwärtigen und zum anderen auf der vergangenen. Ohne Zweifel kommt so aber die Dramatik schließlich besser zum Tragen, auch wenn sich hier mehr ein herzerwärmendes Gefühl einstellen wird und Tränen des freudigen Schwärmens hervorgerufen werden können, als dass Tränen der Trauer fließen werden.

Auch wenn Zhang seinen Film und die Geschichte, basierend auf Bao Shis Roman "Remembrance", simpel gestaltet, so gibt es dennoch wieder viel zu entdecken. Denn es hat seinen Grund, dass die Gegenwart in tristen Schwarz-weiß Bildern erzählt wird, während es in der Vergangenheit die ganze Farbpalette eines goldenen Herbstes zu bewundern gibt. Zhang kritisiert zum Teil die Herzlosigkeit der Gesellschaft, den schnellen Wandel und die Abkehr von der Familie zum schnellen Geld in der Stadt, und tut dies manchmal auch in Form von Seitenhieben. Als Beispiel wäre da ein "Titanic" Poster in Zhao Dis Haus zu nennen.
Aber auch an den politisch sehr turbulenten Zeiten in China Ende der 50er gibt es Kritik, selbst wenn sich Zhang hier erstaunlich zurückhält. Warum Changyu in die Stadt muss ist eigentlich klar, da er wohl Teil einer politischen Untersuchung ist. Allerdings gibt es hier wenige Mao-Bilder oder entsprechende Slogans zu finden, was zeigt wie unberührt das hier gezeigte Dorf doch ist. Allerdings eben nicht vollkommen unberührt...
Des Weiteren kritisiert der Regisseur, dass es damals aus politischen Gründen kaum Bildung gab und es heute aus finanziellen Gründen auch nicht besser aussieht. Natürlich nur was die Dörfer betrifft.

Doch das alles ist nur nebenbei erzählt und lenkt niemals von der ergreifenden Liebesgeschichte ab. Eine gewisse Nostalgik und Schwärmerei schwinkt dabei eben immer mit und diese ist es auch die den Film so ansprechend und warm macht. Die Cinematographie von Hou Yong ist grandios und edel. Goldene Felder und Blätter verzaubern das Dorf und tauchen es zusammen mit dem warmen Sonnenschein in wohlige Farben. Zusammen mit der eingängigen und herzergreifenden Musik von San Bao entführen einen die Bilder in das Leben von Menschen, die einfach leben, und sich ohne große Probleme durch die Wirren politischer Umwälzungen retten. Nur wenig ändert sich hier jemals wirklich und das ist auch gut so.
Regisseur Zhang lässt sich Zeit seinen Film zu erzählen, doch ist dies niemals störend. Im Gegenteil gibt es sogar einige sehr beeindruckende Szenen, wie jene in der eine alte zerbrochene Schüssel von einem Handwerker wieder repariert wird. Ohne dass irgendeine Art von Kleber verwendet wird! Kleine Szenen, die den Film um einiges bereichern.

"The Road Home" ist in poetischen und wundervollen Bildern erzählt. Trotz oder geraden wegen seiner eigentlichen Simplizität kann einen dieses verträumte und herzerwerwärmende Werk ungemein bewegen, ja bei vielen werden sogar einige Tränen fließen. Doch es sind Tränen die von einem Lächeln begleitet werden...
Zhang Ziyi zeigt ihre schauspielerische Vielseitigkeit und trägt den Film fast vollständig alleine. Regisseur Zhang Yimou zeigt einmal mehr warum er einer der ganz Großen des chinesischen Kinos ist und verzaubert mit einzigartigen Bildern, so dass man sich am Ende wünscht, dass man noch länger in dem Dorf hätte verweilen dürfen.
"The Road Home" ist mit Sicherheit einer der bewegendsten Filme aus China in den letzten Jahren und wird unter Jung und Alt Freunde finden. Wer sich diesen Film entgehen lässt hat eindeutig etwas verpasst.

(Autor: Manfred Selzer)
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