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Original Title:
San Wa

China/Hong Kong 2005

Genre:
Action, Fantasy, Drama, Comedy

Director:
Stanley Tong

Cast:
Jackie Chan
Kim Hee-seon
Tony Leung Ka Fai
Mallika Sherawat
Shao Bing
Sun Zhou
Choi Min-su


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The Myth

Story: Jack (Jackie Chan) ist Archäologe und hat immer wieder den gleichen Traum. Er träumt er sei General Meng Yi, der im Auftrage des ersten Kaisers Qin Shi Huang, dessen zukünftige Konkubine Ok-soo (Kim Hee-seon) beschützen soll. Doch Meng Yis Einheit wird von koreanischen Patrioten, die das Zugeständis Koreas an China in Form Ok-soos nicht gut heißen, überfallen. Schwer verletzt kann Meng Yi sich und Ok-soo in Sicherheit bringen. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Doch Meng Yi ist zu sehr von seiner Treue zu seinem Kaiser eingenommen, so dass diese Liebe keine Zukunft zu haben scheint...
Jack wird von seinem alten Freund William (Tony Leung Ka Fai) dazu überredet auf eine Expedition zu gehen um das Geheimnis eines schwebenden Sargs zu lüften. Neben einem Meteoritenbruchstück, das für diese Zauberei verantwortlich ist, findet Jack in dem Sarg in Indien eine Zeichnung Ok-soos. Nun weiß er, dass seine Träume in Wirklichkeit Erinnerungen an ein früheres Leben sind. Er macht sich auf die Suche nach mehr Hinweisen auf Meng Yi und Ok-soo. Dabei entschlüsselt er auch das Geheimnis um den ersten Kaiser Chinas und dessen Grabstätte...

Kritik: "The Myth" zeigt, dass es Jackie Chan ernst meint, sich von seinen klischeebehafteten Standardrollen loszusagen. Doch leider zieht er sein neues Image nicht konsequent durch. Stanley Tong ("Swordsman 2", "Police Story 3") fährt mit seinem Film zweigleisig. Zum einen erzählt er eine epische Liebesromanze im antiken China und zum anderen präsentiert er uns einen Comedy-Actionfilm im Stile von "The Armor of Gods" mit ein wenig "Tomb Raider"- Einflüssen. Das Endprodukt ist ein durchwachsener Film, der nicht wirklich langweilt, aber bei dem man sich immer wieder ärgert, dass einige nette Momente so sehr verschwendet wurden. Der Film hat Potenzial gehabt, aber da der Regisseur versucht die alten und die neuen Fans von Jacky Chan zufrieden zu stellen, schafft er im Endeffekt nichts davon und liefert uns einen schrecklich wirren Genremix ab.

Zuerst zum Positiven. Die Geschichte, die zur Qin-Zeit spielt ist zwar schon ein paar mal zu oft erzählt worden, aber immer noch nett anzusehen. Meng Yi verliebt sich in die zukünftige Konkubine des Kaisers und ist hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen und seiner Treue zu seinem Kaiser. Die Liebesgeschichte hat zwar hier und da ihre klischeehaften Momente, im Grunde ist sie jedoch das Highlight des Films.
Jacky Chan gibt eine erstaunlich ernste Rolle ab und auch Kim Hee-seon ist relativ überzeugend. Mit der nötigen Würde und gleichzeitiger Liebenswürdigkeit, erfreut sie nicht nur das Auge des Zuschauers, sondern liefert auch eine bessere Darstellung als in "Bichunmoo" ab. Dennoch wird sie eindeutig unterfordert, denn dass sie es besser kann als hier hat sie in "Wanee and Junah" beweisen dürfen. Ihre Darstellung ist recht solide, wenn auch nicht sonderlich tiefgründig und immerhin hat sie sogar ihr Mandarin selbst gesprochen!

Doch nicht nur die Liebesromanze ist gelungen, sondern auch die Bilder selbst. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen, prächtige Paläste und großartige Kostüme können den Zuschauer begeistern. Auch wenn sich mancher Geschichtshistoriker an den Kopf greifen wird, wenn er die römerartigen Helme, samt Federschmuck zu sehen bekommt...
Neben den schönen Schauplätzen gibt es auch einige Massenschlachten zu sehen. Vom Stil her fühlt man sich öfter an "Hero" erinnert, was ein großes Lob ist, doch kann dieses Niveau keineswegs aufrecht erhalten werden.

Der Film spielt nämlich abwechselnd mal in der Qin-Dynastie und dann mal wieder in unserer Neuzeit. Hier geht es dann auch wieder Jacky Chan Style lustiger zur Sache. Da gibt es Kämpfe auf Klebeband, Mallika Sherawat wird in ihrem Kurzauftritt fast vollständig entkleidet und Tony Leung Ka Fai darf die Rolle des komischen Handlangers spielen, womit er nebenbei bemerkt unwahrscheinlich unterfordert wird. Eigentlich verschlägt es Jack nur von einem zum nächsten Schauplatz, ohne dass eine höhere Logik dahinter zu stecken scheint. Hauptsache es gibt wieder Action...

Riesiger Kritikpunkt und der Grund warum "The Myth" einfach nicht funktioniert ist die Story. Ein bunt durcheinander gewürfelter Haufen an Ideen, die wahrscheinlich bei irgend einem Brainstorming entstanden sind, wird ohne einen erkennbaren roten Faden aneinander gereiht. So gibt es Steine, die Gegenstände levitieren lassen, Pillen, die unsterblich machen und das geheime Grab Qing Shi Huangs ist in einer Höhle hinter einem Wasserfall verborgen, wo sein Tempel samt restlichen Terrakotta-Kriegern freischwebend in der Luft hängt. Unglaublich was man uns hier serviert und selbst für einen reinen Fantasy-Film wäre dieses Durcheinander zu viel. Hinzu kommt, dass der eigentliche Oberbösewiche erst in der zweiten Hälfte des Films zum ersten Mal auftritt und uns langsam klar wird, dass die Vergangenheits- und Gegenwartsstory eigentlich nur auf ein ziemlich mäßiges Finale hingearbeitet haben.
Erschwerend kommt hinzu, dass einige der CGI-Effekte wirklich lächerlich geworden sind. General Mengs Pferd zu sehen, wie es mit seinen computeranimierten Hufen die Gegner umtritt oder das schwebende Grab Qins, dessen Greenscreen man fast schon vor Augen sieht, ist einfach lächerlich. Natürlich hat man nicht so viel Geld wie Hollywood, aber warum es dann trotzdem versuchen? Hätte man einfach auf ein paar Dinge verzichtet, hätte man wenigstens ein paar gut aussehende CGI-Effekte reinpacken können.

Die Überblenden zwischen den zwei Zeitebenen sind recht gut geworden und auch ansonsten ist die Regie durchaus over-the-top, aber das hilft eben alles nichts, wenn der Plot sowas von... hirnrissig ist. Durch die Zweiteilung des Films, bekommt niemand das was er will. Ich für meinen Teil fand die Momente im antiken China sehr gut gelungen. Hätte sich der Film nur dort abgespielt und sich meinetwegen nur auf die Liebesbeziehung zwischen Meng und Ok-soo und den inneren Konflikt Mengs konzentriert, hätte daraus ein schöner Historien-Liebesfilm werden können.
Chan spielt diesmal auch das erste Mal einen Charakter, der Blut vergießt und auch Leben nimmt. Und das sogar haufenweise! Die Szene, in der er sich einer ganzen Armee gegenübersieht und irgendwann wortwörtlich auf einem Leichenberg steht ist erinnerungswürdig und lässt uns nach mehr schreien. Wer hätte schon gedacht, dass Jacky Chan tatsächlich einmal Filmblut vergießen würde?! Nur leider ist auch dieses schlecht digital eingefügt worden...
Die Kämpfe sind solide und bieten auch ein paar typische Jacky-Chan-Momente. Ebenso wissen die Massenschlachten zu gefallen, auch wenn man schnell den Überblick verliert welche Armee denn nun zu wem gehört.

Schade, dass "The Myth" ein storytechnisches Desaster ist. Es sind einfach zu viele Elemente in den Film gepackt worden, die sich letztendlich gegenseitig stören, so dass nichts wirklich funktioniert. Dabei sieht eigentlich einiges relativ vielversprechend aus, doch driftet dann immer wieder ins Lächerliche ab.
Das nächste Mal sollte Chan keine halben Sachen machen und sich in einem ernsten Historiendrama oder epischen Actionfilm versuchen, denn er macht als General Meng eine ganz ordentliche Figur. Vielleicht in Zhang Yimous nächsten Wu-xia-Film? Ang Lee sucht ja vielleicht auch schon Darsteller für sein Prequel zu "Crouching Tiger Hidden Dragon"... Abwarten. Es wäre auf jeden Fall schön etwas mehr von dieser Seite Chans zu sehen.

"The Myth" wird einen nicht langweilen, dafür gibt es zu viel Action und einige schöne Momente in der Qin-Zeit. Doch der Film verschwindet dank dem wirren Plot schnell aus den Köpfen der Zuschauer. Stanley Tongs Ambitionen den Geschmack von jedem zu treffen gingen gehörig daneben. Aber ein unterhaltsamer, sinnentleerter Action-Fantasy-Comedy-Drama-Streifen bleibt uns dennoch.

(Autor: Manfred Selzer)
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