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Original Title:
Cheung fo

Hong Kong 1999

Genre:
Crime, Action

Director:
Johnnie To

Cast:
Anthony Wong
Francis Ng
Lam Suet
Roy Cheung
Jackie Liu
Simon Yam
Eddy Ko
Wang Tian-lin
Elaine Eca Da Silva







The Mission

Story: Der Gangsterboss Lung (Eddy Ko) wird von jemandem aus den eigenen Reihen hintergangen, der ihn tot sehen will. Während Lungs Bruder Frank (Simon Yam) versucht die fehlgeschlagenen Attentate zu untersuchen um an den Täter zu kommen, wird eine Einheit aus professionellen Killern und Bodyguards zusammengestellt, die bis zur Aufklärung der Angelegenheit für den Schutz Lungs zuständig sind.
Angeführt wird diese 5er Truppe von Curtis (Anthony Wong), der nebenbei als Friseur tätig ist. Ihm unterstehen Roy (Francis Ng), der ein Lokal führt, der Waffenexperte James (Suet Lam), Mike (Roy Cheung), ein hervorragender Schütze und der Neuling Shin (Jackie Liu). Die Beziehungen zwischen den fünf bleiben trotz einiger kleiner Reibereien immer professionell und ihr unantastbarer Kodex sorgt dafür, dass sie in ihrem "Beruf" sehr erfolgreich sind.
Doch der Ehrenkodex der Bodyguardtruppe, sowie ihr Sinn für Bruderschaft wird am Ende auf eine harte Probe gestellt...


Review: Das Regiegespann Johnnie To und Wai Ka-Fai ist kaum auseinanderzudenken. Zusammen sind sie für einige schöne Filme wie "Fulltime Killer" oder "Wu Yen" verantwortlich, aber auch viele mittelmäßige Filme gehören zu den Werken der beiden Filmemacher. Ab und zu begeben sich die beiden dann aber auch mal alleine auf den Regiestuhl. Gerade Johnnie To beweist nach "Running out of Time" mit seinem im gleichen Jahr erschienenen "The Mission", dass er alleine sehr gute Filme zustande bringen kann.
Mit einem fast schon genialem Sinn für Stil, Cinematografie und subtiler Charakterentwicklung und -Darstellung, bringt er das Hong Kong Kino zu neuen Höhen.

Der Plot von "The Mission" scheint nicht viel herzugeben. Wir haben das alles schonmal gesehen und gerade die Gangsterwelt, in der To's Film spielt ist nur allzu bekannt. Doch der Regisseur schafft es diese Welt mit komplett neuem Leben zu erwecken. Die ruhig-spannende Atmosphäre, die er einem vermittelt, gibt dem Zuschauer immer das Gefühl, dass man auf einem Pulverfass sitzt, das jede Sekunde hochgehen kann. Man weiß nie was einen als nächstes erwartet. Ein hervorragendes Tempo und gut eingestreute Actionsequenzen sorgen dafür, dass man bis zum Ende gespannt an den Bildschirm gefesselt ist.

Allerdings spielt sich gerade auf Charakterebene einiges ab. Unsere "Helden" sind keine Männer vieler Worte, doch ein Blick oder eine Geste kann viel über sie verraten. Außerdem hat jeder von ihnen seine ganz eigenen kleinen Macken. Seien es so kleine, wie James' Vorliebe für Sonnenblumenkerne oder etwas größere wie Roys Angewohnheit immer den Boss spielen zu müssen. Dass er in seine Zigaretten immer ein paar Wunderkerzen einbaut, sorgt dann auch dafür, dass die eigentlich sehr düster-ernste Atmosphäre immer mal wieder etwas aufgelockert wird.
Wo wir gerade dabei sind: Eine ebenfalls amüsante Szene ist die, in der die fünf Bodyguards in einer Wartehalle plötzlich anfangen mit einem Papierknäuel zu kicken. Natürlich komplett in Designeranzügen und ohne dabei auch nur eine Miene zu verziehen. Doch gerade diese Momente machen die Magie des Films aus, denn die Personen wirken trotz ihrer Professionalität und Rücksichtlosigkeit alle sehr menschlich. Das Gefühl der Bruderschaft kommt hier besonders stark zur Geltung und auch der Ehrenkodex, den diese Personen vertreten, wird schnell vom Zuschauer akzeptiert.

Bsonders gelungen ist die Darstellung der einzelnen Personen in der Hinsicht, als dass sie wie gesagt auf sehr subtiler Ebene stattfindet. Um eine solch schwierige Aufgabe zu meistern, also ohne eine Charaktervorstellung den Personen nach und nach auf natürliche Weise Leben einzuhauchen bedarf es natürlich guter Darsteller. Und "The Mission" ist voll von Schauspielern, die ihr Handwerk verstehen.
Anthony Wong spielt den Anführer, dessen Kaltblütigkeit ihm den Namen "The Ice" eingebracht hat. Doch unter seiner kaltblütigen Oberfläche ist er auch nur ein Mensch, der einen kleinen Friseurladen führt. Wong hat in seiner Laufbahn schon so viele Personen dargestellt und jede von ihnen war in seinen Charaktereigenschaften einzigartig. In "The Mission" macht Wong nichts anderes als sonst, er bietet eine gewohnt großartige Darstellung.
Daneben überzeugt aber vor allem noch Francis Ng, der ein wenig den Hitzkopf der Gruppe darstellt, der dabei aber immer professionell bleibt. Er hat Probleme mit einigen Möchtegerngangstern, die sein Lokal terrorisieren, was ihn manchmal von seiner Arbeit ablenkt. Doch Curtis weiß dieses Problem sehr effektiv aus der Welt zu schaffen. Beeindruckend also, dass trotz dieser Kaltblütigkeit der Protagonisten, die Sympathien der Zuschauer trotzdem immer bei dieser Truppe bleiben.

Die anderen Charaktere verblassen zwar ein wenig hinter diesen Meistern ihres Fachs, bieten allerdings genauso viel Tiefgang. Besonders Lam Suet, der sonst für seine markanten Nebenrollen bekannt ist, zeigt hier, dass er schauspielerisch einiges zu leisten im Stande ist. Eddy Ko gibt als alternder Gangsterboss eine genauso gute Performance ab, wie Simon Yam als dessen Bruder und auch der Rest des Cast ist sehr gut.
Regietechnisch ist der Film ebenfalls super. In zumeist langen Shots wird das Geschehen eingefangen und die Bilder selbst wirken alle sehr schön komponiert. Die Ausleuchtung der Szenen und die Sets sind alle sehr gelungen, nur die Musik nervt manchmal etwas, vor allem das immer wieder auftauchende "Main Theme".
Spannung ist hier ganz groß geschrieben. Vor allem die typische Ruhe vor dem Sturm wird von To perfekt umgesetzt. Außerdem bietet das Drehbuch einige sehr gute Wendungen, die die Story nochmal um einiges aufwerten und den Filmgenuss im Gesamten so mehr als zufriedenstellend machen.

Natürlich gibt es auch einige Schießereien, doch sind diese eher dezent eingesetzt. Ein klares Highlight ist aber die Szene im Einkaufszentrum. Hier zeigt sich wie perfekt das Team zusammenarbeitet. Lange spannungsfördernde Shots, das immer wieder die Stille durchbrechende Knallen eines Schusses und tolle Kameraeinstellungen machen diese Szene zu einer der besten des Genres.
Einen Wehrmutstropfen gibt es allerdings, denn "The Mission" ist mit um die 80 Minuten einfach viel zu kurz. Gerne wären wir noch länger in dieser Welt verweilt, in der es um Professionalität und Bruderschaft geht.

Was den Stil und die Spannung angeht, hat "The Mission" das Fundament für Filme wie "Infernal Affairs" gelegt. Johnnie To beweist, dass er ein außergewöhnlicher Filmemacher ist, der öfter alleine arbeiten sollte. Großartige Darsteller und überraschende Wendungen runden das positive Gesamtbild noch ab und machen "The Mission" zu einem kleinen Meisterwerk des Hong Kong Kinos.





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