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The Hypnosis - Filmposter
Original Title:
Choi-myeon

South Korea 2021

Genre:
Horror, Thriller

Director:
Choi Jae-hoon

Cast:
Lee David
Kim Do-hoon
Johyun
Nam Min-woo
Kim Nam-woo
Kim Min-joon
Son Byung-ho
Seo Yi-sook


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The Hypnosis

The Hypnosis - Film Screenshot 1

Story: Do-hyeon (Lee David) studiert und dreht einen kleinen Dokumentarfilm darüber, was Schuld bedeutet. Von seiner Professorin wird er dann gebeten, sich um den neuen Studenten Jin-ho (Kim Nam-woo) zu kümmern und ihm alles an der Uni zu zeigen. Jin-ho ist momentan in Behandlung bei Professor Choi (Son Byung-ho), der an der Uni ein Spezialist für Hypnose ist, da er seine Erinnerung wiedererlangen will. Do-hyeon ist sehr neugierig auf Hypnose als Behandlungsmethode, daher geht er mit und Professor Choi schlägt vor, auch ihn zu hypnotisieren. Der Student sieht dabei einige Dinge, die er nicht richtig einordnen kann, u.a. ein kleines Kind mit einem Jutesack über dem Kopf. Weil Hyeon-jeong (Johyun), eine Freundin von Do-hyeon, mit einer Depression zu kämpfen hat, schickt der Student sie ebenfalls zu Professor Choi, der sie behandelt. Doch sie bekommt Wahnvorstellungen, ruft eines Nachts sogar Do-hyeon an und teilt ihm mit, dass sie Seung-min sieht. Der Student kann mit dem Namen nichts anfangen und es kommt bald zu einem großen Unglück, sodass ihm nichts anderes übrig bleibt, als Nachforschungen anzustellen. Tatsächlich kann er sich nicht an seine Kindheit erinnern. Als dann seine anderen Freunden auch anfangen, eigenartige Dinge zu sehen und zu hören, scheint es, als hätte sie jemand hypnotisiert, ohne dass sie davon wissen. Do-hyeon versucht, das Rätsel um Seung-min zu lösen, bevor Schlimmeres passiert, doch für die Antworten, die auf ihn warten, ist er nicht bereit...

Filmroll The Hypnosis - Film Screenshot 2 The Hypnosis - Film Screenshot 3 Filmroll
The Hypnosis - Film Screenshot 4

Kritik: Hypnose als Werkzeug, um Vergessenes oder Verdrängtes wieder an die Oberfläche zu holen, oder auch um unwissentlich von jemandem gesteuert zu werden, dürfte ein ziemlich vielversprechender Aufhänger für einen Thriller oder wie in diesem Fall einen Horrorfilm darstellen. Und tatsächlich kann "The Hypnosis" zunächst auch Interesse erwecken. Nachdem aber die ersten albtraumartigen Visionen über den Bildschirm geflackert sind, wird ziemlich schnell klar, dass es der Geschichte an Kohärenz mangelt. Die Art, wie zur großen Auflösung geführt wird, ist zwar nicht ereignislos, doch ist nie zu erkennen, in welchem Zusammenhang die einzelnen Szenen zueinander stehen. Dasselbe Problem zeigt sich auch bei den Charakteren. Sie sind einfach da, ohne dass wir eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Alles in allem ist dieser Horrorstreifen damit ziemlich enttäuschend und wirkt nicht wie das Produkt eines Regisseurs, der bereits einen Blockbuster auf die Leinwand gebracht hat.

The Hypnosis - Film Screenshot 5

Regisseur Choi Jae-hoon hat nicht nur "The Swordsman" auf die Leinwand gebracht, sondern zeichnet sich auch für den vor Kurzem erschienen "The Killer" verantwortlich. Nicht nur, dass "The Hypnosis" hinsichtlich seines Genres nicht ganz in das Resümee Chois passen mag, sondern qualitativ erinnert es eher an das Werk eines Neulings. Das heißt nicht, dass es nicht einige nette Szenen gäbe. Gerade ein paar der Albträume oder Visionen können mit ihrem Flair an "Silent Hill" erinnern. Aber wie sich die Geschichte entwickelt, ist schlicht stümperhaft. Wir folgen dem Studenten Do-hyeon, gespielt von Lee David ("The Terror Live"), der eigentlich einen Dokumentarfilm dreht, aber von diesem sehen wir dann überhaupt nichts mehr. Dabei soll das Thema seines Films für später noch eine gar nicht so unwichtige Rolle spielen. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Charaktere, die alle einen bestimmten Zweck in der Geschichte erfüllen, darüber hinaus aber keinerlei Charaktereigenschaften besitzen.

The Hypnosis - Film Screenshot 6

Einige von Do-hyeons Freunden verschwinden sogar für eine Weile einfach vom Bildschirm, um wieder aufzutauchen, wenn es das Drehbuch für sie vorsieht. Auch schreckliche Visionen haben zuweilen einen großen Einfluss auf ihre Psyche, z.B. im Fall von Hyeon-jeong, an anderer Stelle wird aber einfach ignoriert, was gerade gesehen wurde, und die Konsequenzen kommen dann eben etwas später zum Tragen. Außerdem sollte man meinen, dass die Clique irgendwie durch Bande der Freundschaft zusammengehalten wird, aber es gibt keinerlei Chemie zwischen den Charakteren. Dazu kommt noch, dass ihre Motive nicht klar oder eben nicht vorhanden sind. Viele Entscheidungen wirken daher auch wenig nachvollziehbar. Manche Personen wie der Professor sollen natürlich so vage wie möglich werden, aber bei ihm hat man nie den Eindruck, er wäre der Bösewicht. Auch wenn es klischeehaft sein mag und man ohnehin weiß, dass er nicht der Übeltäter sein kann, da dies viel zu offensichtlich wäre, hätte man durch ihn als potentiellen Bösewicht doch wenigstens ein bisschen Spannung aufbauen können.

The Hypnosis - Film Screenshot 7

So etwas Ähnliches wie Spannung wird eigentlich nur dadurch kreiert, dass wir herausfinden wollen, was es mit den Visionen denn nun auf sich hat. Zum Ende hin kann der Streifen mit seiner Auflösung sogar recht unterhaltsam sein und es wird klar, dass eine an sich interessante Thematik rund um Mobbing im Film verborgen ist. Allerdings wird das Potential nicht mal ansatzweise ausgeschöpft. Mit seinen etwas über 70 Minuten ist der Horrorstreifen auch verdammt kurz. Man muss zwar dankbar sein, dass die Geschichte nicht unnötig in die Länge gezogen wurde, aber es hätte doch noch genug Raum gegeben, den Charakteren etwas mehr Farbe zu verleihen. Es ist fast so, als hätte Regisseur und Drehbuchschreiber Choi Jae-hoon die Personen so flach wie möglich halten wollen, damit der Zuschauer keine Sympathien für sie entwickelt. Denn selbstverständlich haben einige von ihnen noch Leichen im Keller. Das ist ziemlich unsaubere Arbeit beim Drehbuch, da es hier die Möglichkeit für komplexe Emotionen gegeben hätte.

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The Hypnosis - Film Screenshot 10

Letztlich ist es aber die dilettantisch geschriebene Geschichte, die "The Hypnosis" auseinanderbrechen lässt. Was soll am Anfang die Rahmenerzählung, die am Ende gar nicht mehr aufgegriffen wird und somit nicht mal als solche bezeichnet werden kann? Warum zeigt man uns bestimmte Szenen nicht, nur um sie dann wenige Minuten später ohne einen echten Mehrwert als Rückblende zu präsentieren? Und ist der Umstand, dass sich niemand wirklich an die Vergangenheit erinnert, auch nur ansatzweise glaubwürdig? Außerdem muss man sich wundern, warum nach den Albträumen nicht sofort wieder Hilfe beim Professor gesucht wird. "The Hypnosis" ist frustrierend und die Charaktere so kühl, dass wir stets Abstand zum Geschehen behalten. Einige der Horrorszenen sind aber ganz nett gelungen und das Motiv der Geschichte ist auch nicht schlecht. Das hilft aber alles nicht, um diesen Streifen über unteres Mittelmaß zu heben.

(Autor: Manfred Selzer)
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