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Original Title:
Gin gwai 2

Hong Kong 2004

Genre:
Horror, Drama

Director:
Oxide Pang Chun
Danny Pang

Cast:
Shu Qi
Jesdaporn Pholdee
Eugenia Yuan
Philip Kwok
Derek Tsang
Rayson Tan
May Phua
Alan Tern
San Yow


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The Eye 2

Story: Joey (Shu Qi) wird von ihrem Freund Sam (Jesdaporn Pholdee) verlassen. Joey verfällt daraufhin in starke Depressionen und unternimmt schließlich einen Selbstmordversuch. Sie überlebt und versucht ihr Leben wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Doch irgendetwas stimmt nicht. Sie scheint Menschen zu sehen, die andere nicht sehen, bis ihr schließlich klar wird, dass sie Geister sehen kann... Als wenn das nicht schon beunruhigend genug wäre, muss sie dann auch noch herausfinden, dass sie schwanger ist. Sie denkt über eine Abtreibung nach, entscheidet sich aber schlussendlich dagegen.
Joey kann sich einfach nicht daran gewöhnen Geister zu sehen und ist besonders beunruhigt wegen des Geists einer Frau, der immer in ihrer Nähe ist. Von einem Mönch erfährt Joey, dass ihre Schwangerschaft und ihre Nahtod-Erfahrung der Grund ist warum sie plötzlich in der Lage ist Geister zu sehen. Aber was will der Frauengeist von ihr? Will sie etwa ihrem Baby etwas antuen? Joey begibt sich auf die Suche nach der Vergangenheit der Frau und muss dabei feststellen, dass diese tatsächlich eng mit ihrer eigenen verknüpft ist.

Kritik: "The Eye 2" hat mich nach vielen eher negativen Kritiken, die ich über den Film gelesen habe, überrascht. Während ich die Lobesparaden auf den ersten Teil stellenweise als etwas übertrieben empfand, sind die Worte, die manche Kritiker über das Sequel verlieren, viel zu harsch. Der größte Fehler des Films ist allerdings sein Titel. Die Gebrüder Pang haben die Weitsicht nicht einfach die Story des ersten Teils wieder aufzuwärmen, sondern eine komplett neue zu schaffen, die in keinem Zusammenhang zum ersten Teil steht, außer dass die Hauptprotagonistin Geister sehen kann. Das ist eine gute Wahl, wirft dann aber doch die Frage auf warum man dem Film den Titel "The Eye 2" gegeben hat. Mit Sicherheit aus Marketingzwecken und keinem anderen Grund, was eine wiederum nicht so gute Idee war, denn viele Fans des ersten Teils werden an die "Fortsetzung" besonders hohe Maßstäbe setzen.

Man kann nicht sagen, dass "The Eye 2" diese Maßstäbe nicht erfüllen kann. Es ist nur so, dass der Film leider nicht annähernd so gruselig ist wie sein Vorgänger. Das ist dann wahrscheinlich auch die größte Schwäche des Films. Die Gebrüder Pang bauen zwar immer wieder ein paar Schockmomente ein, aber außer lauter werdender Musik und dem plötzlichen Auftauchen eines Geistes gibt es hier nicht viel. Nur eine Szene an einer Bushaltestelle ist gut gelungen, als plötzlich ein Junge und seine Mutter mit einem ekelhaften Geräusch auf dem Straßenasphalt aufschlagen und mit halbem Gesicht und Körper auch noch Worte an unsere Protagonistin richten. Das ist gleichzeitig auch die brutalste Szene in dem Film und nicht unbedingt etwas für Leute mit empfindlichem Magen.
Grundlegend baut der Film aber auf seine Atmosphäre, welche den Gebrüdern Pang außergewöhnlich gut gelungen ist. Es ist nur verwunderlich warum Joey nach all den Monaten, die sie dann schon Geister sieht, immer noch schreiend aufschreckt, wenn sie wieder mal einen von diesen zu Gesicht bekommt.

Doch zurück zur Atmosphäre, die stellenweise erstaunlich dicht ist und besonders von der schönen Cinematographie der Pangs lebt. Man sieht, dass die Brüder seit dem ersten Teil einiges dazugelernt haben, und sie wissen ihre Fähigkeiten auch richtig einzusetzen. Besonders intensiv und verstörend ist eine Aufzugsszene, mit der die Pangs nicht wirklich versuchen sich selbst zu zitieren, sondern die einfach zufällig in einem Aufzug spielt, weil dieser enge Raum und der psychische Stress der Situation hier ganz leicht den Gruselfaktor exponential anheben kann. Joey ist nicht alleine in dem Aufzug, sondern wird Zeuge wie die Schwestern in dem steckengebliebenen Aufzug versuchen das Baby einer Patientin auf die Welt zu bringen. Für viele Filmemacher reicht das natürlich schon um Spannung zu erzeugen, doch bei den Pangs taucht dann auch noch ein Geist auf, der anscheinend dem Baby etwas antuen will - während Joey selbst eine unvorhergesehene Blutung hat. Eine sehr intensive und atmosphärische Szene, die allerdings leider die einzige dieser Art bleibt. Es gibt zwar noch ein paar weitere spannende Momente, die wie gesagt hauptsächlich durch die guten Bilder der Pangs zum Leben erweckt werden, aber der Film erweist sich einfach nicht als wirklich gruselig.

Tatsächlich hat man oft das Gefühl ein Drama mit übersinnlichem Charakter zu sehen. Gerade die Anfangsszene mit Joeys Selbstmord, die Geschichte um ihren Freund, und die Auflösung des Films bieten mehr Gefühlskino als Gänsehaut. Das ist schade, denn für einen als Horrorfilm betitelten Streifen ist das einfach nicht angemessen. Hier hat man den Fokus der Story einfach falsch gewählt. Des Weiteren können die emotionalen Szenen nicht wirklich berühren. Wir leiden nie mit Joey mit. Sie bleibt einfach ein Filmcharakter zu dem wir eine gewisse Distanz wahren. Das ist schade, denn Shu Qi ("So Close", "My Wife is a Gangster 3") gibt hier wirklich eine beeindruckende schauspielerische Leistung ab. Sie muss den ganzen Film auf ihren eigenen Schultern tragen, denn sie steht immer im Mittelpunkt des Films, schafft dies aber mit Bravour. Sie spielt diesen labilen Charakter mit Depressionen genauso überzeugend wie ihre etlichen Schreckmomente, wenn sie denn mal wieder einen Geist zu sehen bekommt, und so ist es einzig alleine die Schuld des Drehbuchs, dass wir mit ihr nicht immer mitfiebern können.

Was mich jedoch davon abhält dem Film einen Daumen nach oben zu geben ist das letzte Drittel. Das Ende mag zwar untypisch für einen Horrorfilm sein, allerdings ist das auch sehr erfrischend. Wirklich störend ist aber, dass Joey immer noch vor dem Geist, der sie heimsucht flieht, und sogar erneut im Selbstmord versucht ihre Erlösung zu finden, als ein Mönch schon längst Aufklärung darüber gegeben hat, was die Geister eigentlich wollen. Ab diesem Moment, ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten, hat die Story den Geistern ihre erschreckende Gestalt genommen. Nur Joey rennt immer noch schreiend davon. Warum? Wovor zum Teufel hat Joey eigentlich Angst, und warum verhält sie sich so unangemessen? Ich für meinen Teil konnte keine Antwort darauf finden...
"The Eye 2" ist mehr ein Drama als ein Horrorfilm, bietet leider kaum Grusel, dafür aber, wie für die Gebrüder Pang typisch, eine intensive Atmosphäre. Für einen Horrorfilm ist die Story auch recht schön und bietet etwas mehr als der typische "Geist mit langen schwarzen Haaren will sich rächen"- Plot. Wenn da bloß nicht das unlogische Verhalten der Protagonistin gegen Ende wäre.
Dennoch bietet "The Eye 2" nette Unterhaltung und ist wesentlich besser als sein schlechter Ruf vermuten lässt.

(Autor: Manfred Selzer)
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