Story: Privatdetektiv Tam (Aaron Kwok) hat sich nach der Lösung eines großes Falls einen Namen gemacht, doch die wirklich großen Aufträge
bleiben noch aus. Sein alter Kumpel Chak (Liu Kai-Chi), der bei der Polizei arbeitet, meldet sich jedoch bei ihm und engagiert ihn als Berater in einem
Mordfall. Schnell wird aus dem Fall eine ganze Mordserie, zumindest glaubt dies Tam, denn an sich gibt es keine wirkliche Verbindung zwischen den Opfern und
der Vorgehensweise bei den Morden. Allerdings scheint sich der Täter mit der Polizeiarbeit auszukennen, denn nicht nur, dass er sehr vorsichtig vorgeht,
er hinterlässt außerdem Hinweise, die von den Ermittlern gefunden werden sollen. Chaks Vorgesetzter ist nicht begeistert davon, dass Tam an den Tatorten
herumschnüffelt und wie gefährlich die Ermittlungen tatsächlich sind, zeigt sich, als Tam von einem Unbekannten attackiert wird. Es scheint naheliegend, dass
der Täter unter Schizophrenie leidet, aber das macht es nur umso schwieriger seine nächsten Schritte vorauszusehen. Wird Tam bei diesem schwierigen Fall
eine Hilfe sein können?
Kritik: Manchmal bekommen Filme eine Fortsetzung, bei denen man gar nicht nach einer verlangt hat. "The Detective 2" ist so ein Fall, und noch
dazu ein problematischer. Er kann ohne die Vorkenntnisse von "The Detective" verstanden werden, bietet an sich einen
abgeschlossenen Fall, präsentiert uns aber am Ende einen Cliffhanger, der auf einen folgenden dritten Teil verweist. Nach dem zweiten Teil fragt man sich dann
analog, warum man aus der ganzen Sache auch noch eine Trilogie machen muss?! Zugegeben, auch der zweite Teil ist (größtenteils) handwerklich gut gemacht,
aber der Thriller-Geschichte mangelt es an Außergewöhnlichem, lediglich der ungewöhnliche Detective gibt dem Film etwas Würze. Aber letztendlich
mag der Thriller nicht richtig funktionieren.
Dem Originaltitel des Films nach ist der Protagonist von einem Rang C+ Detective zu einem Rang B+ aufgestiegen. Und das ist auch gar nicht so falsch, denn
Tam mag zwar immer noch einige sehr merkwürdige Szenen haben und manchmal bringt ihn auch das Glück im Fall weiter, aber im Großen und Ganzen leistet er
solide Ermittlungsarbeit. Tatsächlich erweist er sich häufig intelligenter als die Polizei, manchmal braucht er auch einfach nur in einem Zwiegespräch mit sich
selbst auf einer Parkbank sitzen und schon kommen ihm neue Ideen. Außergewöhnlich ist der Fall aber nicht, von einer netten Idee bei der Auflösung abgesehen
mag hier auch nichts überraschen. Es bleibt aber eben auch da nur bei einem "nett". Irgendwie soll bei dem Fall, in dem es um ein Waisenkind geht, eine
Parallele zu Tam, ebenfalls ohne Eltern aufgewachsen, unterstrichen werden, aber das geht schlichtweg verloren.
Im Grunde sind einige der Ergebnisse auch etwas enttäuschend. Schon zu Anfang bekommen wir parallel die Geschichte eines kleinen Jungen präsentiert, der
in der Gegenwart unser Mörder ist. Der Umstand, dass sich das Vorgehen des Mörders bei den vielen Fällen so sehr unterscheidet, wird schlichtweg mit
Schizophrenie erklärt. Hmm... Immerhin stimmt die Atmosphäre häufig genug. Dunkle, polierte Bilder, interessante Kamerawinkel und ein insgesamt schmutziger
Look - auch dank der Dreharbeiten in Thailand und Oxide Pangs Team, das gut aufeinander eingespielt ist. Pang bleibt aber schon seit einer Weile hinter dem
zurück, was er leisten kann, nicht nur wie hier alleine, sondern auch zusammen mit seinem Bruder Danny, siehe "The Storm
Warriors", in dem ebenfalls Aaron Kwok mitgespielt hat. Pangs Horrorwurzeln ("The Eye") erkennt man aber auch hier
eindeutig.
Völlig fehl am Platz wirken allerdings ein paar lustige Momente, die mit der zugehörigen Musik eingebracht werden. Diese passen einfach nicht zum Stil des
Films und wirken insgesamt sogar schlichtweg befremdlich. Ähnlich verhält es sich mit dem Soundtrack insgesamt, der sich ständig unnötig in den Vordergrund
drängt und uns weismachen will, dass gerade etwas sehr Spannendes oder Schreckliches passiert, auch wenn wir genau sehen, dass dem eben nichts so ist! Etwas
besser sieht es da schon mit Aaron Kwoks Darstellung von Tam aus, die wie im ersten Teil subtil abgedreht ist, und wir bekommen auch genug Szenen zu sehen,
in denen wir leicht perplex auf den Bildschirm starren. Wer den ersten Teil kennt, wird aber nicht allzu überrascht sein. In jedem Fall sieht man Kwok
an, dass es ihm Spaß macht, wieder in diese Rolle zu schlüpfen.
Das Ende wartet mit einer harschen Überraschung auf. Doch wie mit dieser umgegangen wird, ist nicht zufriedenstellend. Hier merkt man, dass man sich emotional nicht in die Geschehnisse einfühlen kann. "The Detective 2" bleibt letztendlich ein simpler Thriller, dessen Geschichte keineswegs originell erzählt wird. Einzig die Bilder sehen wieder recht ansprechend aus. Damit wirkt Pangs Werk wie ein kleiner Film, der im Abendprogramm laufen könnte und das ist einfach nicht gut genug. Auch das ungeschickt eingefügte Versprechen eines weiteren Sequels am Ende, wir haben noch nicht mal das Finale richtig verarbeitet, macht nicht Lust auf mehr. Warum der erste Teil ein solcher Überraschungserfolg war, ist mir immer noch ein Rätsel und der zweite Teil macht nicht wirklich etwas besser. Nur für Fans des Genres oder netter Bildkompositionen.