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Original Title:
Dan sun bo lok

Hong Kong 2007

Genre:
Comedy, Romance

Director:
Lee Po-Cheung

Cast:
Rain Lee
Jo Koo
Monie Tung
Derek Tsang
Chan Fai-Hung
Anya
Raymond Wong
Lin Hoi
Hui Shiu Hung
Carl Ng
Lam Chiu-Wing
Chan Chai Ping
Chan Yuan-kei


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Single Blog

Story: Kitty (Rain Li) findet eines Tages heraus, dass ihr Freund Woody (Derek Tsang) doch nicht so treu ist, wie sie es immer angenommen hat. Das eher schüchterne Mädchen verlässt ihren Freund und wird von Selbstzweifeln geplagt. Ihre Freundin Vivian (Jo Koo) zeigt ihr daraufhin was es heißt, sich als Frau das zu nehmen was man will. Die Männer, die sie verführt bringt sie dabei gerne immer in Probleme, aber für sie zählt dabei nur der Spaß.
May (Monie Tung), eine Freundin mit der sich Kitty und Vivian ein Apartment teilen, hat währenddessen ebenfalls nicht so viel Glück in der Liebe, bis sie ihre neue Chefin Elley (Anya) kennenlernt. Zwischen den beiden scheint sich eine Beziehung anzubahnen. Doch ist May bereit eine lesbische Beziehung einzugehen?
Kitty ändert ihren Charakter fast vollständig und führt nun wie Vivian ein Leben mit wechselnden Partnern. Allerdings fühlt sich Vivian nun von ihrem Leben irgendwie unerfüllt, was sie erst wirklich bemerkt als sie den merkwürdigen, aber fürsorglichen Don (Chan Fai-Hung) kennenlernt.

Kritik: Es ist immer wieder interessant einen Blick auf das (Sex-)Leben von Großstadtbewohnern zu werfen. Zumindest dachten sich das wohl die Produzenten von "Single Blog". Erstaunlicherweise ist der Film aber keineswegs so dümmlich oder billig ist, wie man das wohl erwarten könnte. Tatsächlich ist dieses Filmchen nicht bloß reine Geldmacherei oder Promotion der neuesten CD eines Canto-Popstars, sondern eine unterhaltsame Komödie, die erfrischend sexy ist und niemals Langeweile aufkommen lässt. Es schadet wirklich auch nicht, dass der Film seine gutaussehenden Darstellerinnen in eindeutigen Sexszenen auf Film bannt. Soviel Freizügigkeit und Selbstbewusstsein hat man aus Hong Kong schon seit Langem nicht mehr gesehen. Doch darüber hinaus erweckt der Film auch immer wieder das Gefühl, dass er eine wichtige Botschaft an den Zuschauer übermitteln will.

Hier zeigt sich dann jedoch schon bald die Schwäche des Films. Im Endeffekt scheint die Komödie zwar irgendeine Aussage haben zu wollen, aber diese liefert sie dann eben doch nicht. Die immer wieder eingestreuten Monologe der Protagonistinnen, die ihre Gedanken in die Kamera sprechen, scheinen dann auch eher aufgezwungen, als tatsächlich irgendeinem Zweck zu dienen. So ist es dann vor allem enttäuschend, dass "Single Blog" sich nicht nur immer wieder unglücklich an dem vorbeimanövriert, was vielleicht als Botschaft den Film zu einem großen Ganzen hätte zusammenhalten können, sondern sogar selbst nicht zu wissen scheint was eigentlich Kern des Films ist. Wir bekommen schlussendlich also nur heiße Luft. Immerhin kann der Film aber auf Unterhaltungsebene überzeugen, so dass wir nicht wirklich frustriert sind, wenn dann der Abspann schließlich läuft.

Eine großartige Story sollte man übrigens nicht erwarten. Der Plot ist eigentlich ziemlich schwach und stützt sich nur auf das Leben einiger Charaktere. "Single Blog" basiert hier und da auf Erlebnissen wie sie in chinesischen Internetforen zu lesen waren, kann aber abgesehen von den drei Freundinnen, die im Mittelpunkt stehen, keinen wirklichen roten Faden aufweisen. Episodenartig springt der Film von einem Charakter zum anderen und erzählt einfach die Geschichte dieser zugegeben interessanten Individuen. Etwas schade ist diese Erzählweise aber schon, da jeder sich seinen eigenen Lieblingscharakter herauspicken wird und dann warten muss bis die Geschichte von diesem endlich weitererzählt wird. Glücklicherweise sind die einzelnen Charaktere aber sehr interessant und lebhaft gestaltet, so dass der Film stellenweise einfach nur Spaß macht.

Rain Li mag zwar die eigentliche Hauptprotagonistin mimen, und sie gibt als zurückhaltendes Mädchen, das eine Wandlung zur selbstbewussten Frau macht, die sich nimmt was sie will, eine überzeugende Darstellung ab, aber ihr wird nur allzu häufig von Jo Koo die Show gestohlen. Als Männer-vernaschende und forsche Vivian bietet sie nicht nur das meiste Sex-appeal, sondern auch den interessantesten Charakter. Außerdem ist ihre "Liebesgeschichte" mit Don die ansprechendste im Film. Komplementiert wird der Cast auch von einigen Cameo-Auftritten von Raymond Wong oder Anya.
Bei soviel Frauenpower muss man denken, dass es sich hier dann eben auch um einen Film für die Frauen handelt. Dem entgegen sprechen aber die diversen Sexszenen, bei denen man allerdings keine nackte Haut zu sehen bekommt, die aber dennoch sehr eindeutig sind und auch direkter als man es vom heutigen Hong Kong Kino erwarten würde. Das spricht, mitsamt einigen gelungenen Gags, auf jeden Fall für den Film, vor allem da die durchwegs ordentlichen schauspielerischen Leistungen und die ansprechende Regie, sowie Cinematographie eben keinen billig-schlüpfrigen Look aufkommen lassen.

"Single Blog" macht Spaß, bietet einige schöne Gags, eine ordentliche Portion Erotik und nette Charaktere. Am Ende stellt sich allerdings heraus, dass der Film tatsächlich nicht mehr bietet als das. Obwohl man irgendwie das Gefühl vermittelt bekommen hatte mehr erwarten zu dürfen. Außerdem kämpft der Film damit, dass er zu sehr episodenartig aufgebaut ist und auf kein gemeinsames Ziel hinarbeitet.
Nichtsdestotrotz bietet "Single Blog" mehr Unterhaltung und Qualität als die sonstigen Komödien, die heutzutage aus Hong Kong kommen. Das mag zwar leider keine besonders große Kunst sein, aber Spaß macht "Single Blog" eben allemal.

(Autor: Manfred Selzer)
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