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Piecing Me Back Together - Filmposter
Original Title:
Matataki

Japan 2010

Genre:
Drama, Romance

Director:
Itsumichi Isomura

Cast:
Keiko Kitagawa
Nene Ohtsuka
Masaki Okada
Motoki Fukami
Wakana Chisaki
Yoshikazu Matsumoto
Misa Shimizu
Eiko Nagashima
Tomorowo Taguchi


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Piecing Me Back Together

Story: Izumi (Keiko Kitagawa) ist die einzige Überlebende eines Unfalls, bei dem ihr Freund Junichi (Masaki Okada) ums Leben gekommen ist. Nachdem sie sich von den körperlichen Verletzungen erholt hat, muss sie den Unfall nun psychisch verarbeiten. Dabei soll ihr ein Psychiater helfen, doch Izumi möchte sich zuallererst daran erinnern, was genau passiert ist. Ihr Psychiater erklärt ihr, dass ein Teil von ihr sich weigert, sich an die Geschehnisse zu erinnern, da sie zu schrecklich für sie gewesen sind und dass sie noch etwas Zeit braucht. In ihrer Verzweiflung wendet sich Izumi an die Anwältin Makiko (Nene Otsuka), die ihr helfen soll, den Unfall zu rekapitulieren. Izumi wird nach wie vor von Schuldgefühlen geplagt, da sie die einzige Überlebende ist und etwas in ihr versperrt den Erinnerungen, die sie ans Tageslicht bringen will, den Weg. Während Izumi weiterhin versucht, sich wieder in ihren Alltag einzufinden, kann die Anwältin ein paar neue Fakten zusammentragen, die Izumi helfen könnten, sich an die letzten Minuten ihres Freundes zu erinnern.

Kritik: Anders als die koreanischen Pendants haben japanische Dramen um Liebe und Verlust häufig eine etwas tiefergehende Herangehensweise und verzichten auf unnötigen Ballast wie kitschige Momente voller Tränen. Genauso verhält es sich mit "Piecing Me Back Together". Keine tödliche Krankheit reißt hier zwei Menschen auseinander, sondern ein tragischer Unfall. Für ein Drama, das besonders die Charaktere beleuchten will, und auch sollte, erweisen sich aber gerade diese als nicht sehr gut ausgearbeitet. Als ein im Grunde subtiles Drama hätte sich der Film außerdem an einigen Stellen etwas zurücknehmen müssen, so sind ein paar der dramatischen Szenen keineswegs mit dem nötigen Feingefühl transportiert, sondern wirken sogar etwas unbeholfen, was besonders auf das Finale zutrifft.

Für Izumi geht es um den Verlust, den sie erlitten hat, aber auch um ihre Erinnerung, deren sie eines Teiles beraubt wurde. Unglücklicherweise ist der Dieb sie selbst. Das Mädchen muss irgendwann loslassen können, aber das ist unmöglich, solange sie nicht weiß, was an jenem Tag geschehen ist. Es bleiben viele unangenehme Vermutungen, denn da ihr Gehirn ihr den Zugriff auf jene Ereignisse verwehrt, muss sie einige grauenhafte Dinge gesehen haben. Nur bruchstückhaft kehren die Erinnerungen zurück, aber die wichtigsten Fragmente fehlen. Analog zu den etwas durcheinander geratenen Erinnerungen Izumis wird das Drama auch auf zwei Ebenen erzählt. Immer wieder sehen wir Rückblenden in Izumis Vergangenheit und ihre Beziehung mit ihrem Freund. Merkwürdigerweise fehlt hier etwas die Wärme.

"Piecing Me Back Together" ist auch an anderer Stelle etwas kühl. Was in den subtileren Szenen sehr gut passt, wirkt irgendwie hinderlich in der Zeichnung der Beziehung von Izumi und Junichi, auch wenn wir die Trauer des Mädchens nachvollziehen können. Nur allzu oft tritt der Film aber auf der Stelle. Izumi fragt sich verzweifelt, warum sie sich selbst gegenüber verweigert, sich an den Unfall zu erinnern, doch ist es genau dieser Prozess, den sie benötigt, um den Kummer, den sie spürt, aufzuarbeiten. Ohne dass sie es weiß, nimmt sich ihr Körper die Zeit, die er braucht, um mit diesem traumatischen Erlebnis zurechtzukommen. Das kann durchaus etwas langatmig werden, aber als das Mädchen die Anwältin einschaltet, bekommt der Film kurzzeitig einen recht spannenden Schub.

Es ähnelt Detektivarbeit, was Makiko leistet, und zu verfolgen, wie die Anwältin die einzelnen Puzzleteile zusammensetzt, ist recht spannend, doch macht dies nur einen kurzen Teil des Films aus. "Piecing Me Back Together" nimmt sich für seine Geschichte, die auf einem Roman von Ren Kawahara basiert, zu viel Zeit, aber zum Glück gibt es auch noch eine Nebengeschichte um die Anwältin und ihre Schwester, die sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat, weil sie sich vorwirft, den Unfall verursacht zu haben, der ihr Gesicht verunstaltet hat. Die beiden weiblichen Protagonisten geben sich schließlich gegenseitig eine Stütze und hier kann der Film gut punkten, vor allem da die beiden Darstellerinnen hier etwas mehr von sich zeigen dürfen. Allzu häufig ist das Schauspiel nämlich recht kühl.

Leider bleibt das Hauptproblem des Dramas, dass wir trotz allem nichts wirklich Neues zu sehen bekommen. Die Erkenntnisse, die wir bekommen, sind keineswegs so tiefgreifend wie erwartet, die Charaktere bleiben etwas unausgearbeitet und hätten besser erforscht werden müssen und das Finale zieht sich in seiner (absichtlich?) ungeschickten Darstellung in die Länge. Ganz am Ende wird zum Glück auf den schlimmsten Kitsch verzichtet, dennoch bleibt fraglich, warum der Film mit einem eingefroren Bild enden muss wie eine Folge einer billigen Dramaserie. "Piecing Me Back Together" hat gute Ambitionen, hält sich aber zu viel mit Unbedeutendem auf und lässt letztendlich Einfallsreichtum vermissen.

(Autor: Manfred Selzer)
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