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Original Title:
Gekko no sasayaki

Japan 1999

Genre:
Drama, Romance

Director:
Akihiko Shiota

Cast:
Kenji Mizuhashi
Tsugumi
Kouta Kusano
Chika Fujimura
Harumi Inoue
Yoshiki Sekino


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Moonlight Whispers

Story: Takuya (Kenji Mizuhashi) hegt schon lange Gefühle für seine Kendo-Partnerin Satsuki (Tsugumi). Satsuki ist eine der besten im Kendo-Team und der Grund warum Takuya überhaupt ein Teil des Teams ist. Als er herausfindet, dass auch Satsuki verliebt in ihn ist, werden die beiden endlich ein Paar. Doch es dauert nicht lange, da findet Satsuki etwas über die merkwürdigen Vorlieben ihres Freundes heraus. Dieser steht nämlich mehr darauf an der Unterwäsche seiner Freundin zu riechen oder sie beim Toilettengang zu belauschen. Angewidert verlässt sie ihren Freund und trifft sich seither mit Uematsu (Kouta Kusano). Doch Takuya ist außerordentlich anhänglich. Er ist noch nicht mal eifersüchtig auf Satsukis neuen Freund, sondern möchte einfach nur in ihrer Nähe sein.
Satsuki versteht die Obsession Takuyas nicht. Als dieser sich jedoch als ihr neuer "Hund" anbietet, ergreift sie die Gelegenheit um ihn mit allerlei unmöglichen Botengängen zu verärgern. Doch er erweist sich als unwahrscheinlich ergeben und so lässt sie ihn beobachten, wie sie mit Uematsu ausgeht. Er muss schließlich sogar mit anhören, wie sie mit Uematsu auch die Nacht verbringt.
Satsuki versteht nicht was vor sich geht, aber sie findet langsam Gefallen an Takuyas Spiel. Wenn sie ihn weinen sieht, geht es ihr besser... Sie begreift allerdings, dass diese "Beziehung" so nicht weitergehen kann. Oder etwa doch?

Kritik: "Moonlight Whispers" ist auf keinen Fall das, wofür man ihn halten könnte, nachdem man den Plot gelesen hat. Hier werden keine expliziten Einzelheiten erforscht, sondern Regisseur Akihiko Shiota schafft stattdessen ein äußerst ehrliches und ernstes Drama darüber, was es heißt, anders zu sein. Dank den beiden großartigen Darstellern und der Feinfühligkeit, mit der Shiota die Thematik angeht, kann der Film selbst jene in seinen Bann ziehen, denen die Story etwas zu "krank" anmuten mag.
Als typischer Romantikfilm beginnend, werden wir in das Leben von Takuya und Satsuki eingeführt. Die beiden scheinen das perfekte Paar zu sein, bis wir in Form einiger weniger eingestreuter Monologe seitens Takuyas erfahren, dass er nicht wirklich glücklich ist. Während wir zuerst glauben, dass die Unerreichbarkeit Satsukis die eigentliche Anziehungskraft auf Takuya ausgeübt hatte und jetzt wo er mit ihr zusammen ist, davon natürlich nichts mehr zu spüren ist, werden wir schnell eines Besseren belehrt. Takuya hat einfach andere sexuelle Vorlieben. Während einige davon für manche Zuschauer vielleicht schockierend sein mögen, wird man einfach nicht drum herum kommen, trotz des befremdlichen Gefühls schon mitten in der Emotionswelt der beiden Darsteller gefangen zu sein.

Dass der Film auf einem Manga basiert ist nicht zu erkennen. In ruhigen und einfühlsamen Bildern wird uns die Geschichte einer Liebe erzählt, wie sie vorher noch nicht zu sehen war. Takuyas Ehrlichkeit gegenüber Satsuki bzgl. seiner Vorlieben mag irritierend sein und für ihn umso bitterer, als dass ihm klar sein muss, dass er sie damit nur verschrecken kann, doch gerade eben diese Ehrlichkeit lässt uns mit Takuya mitfühlen.
Großartig sind die darstellerischen Leistungen in "Moonlight Whispers". Ein solch recht brisantes Thema erfordert natürlich zwei Jungdarsteller, die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Glücklicherweise sind diese mit Kenji Mizuhashi und Tsugumi gefunden worden. Mizuhashi überzeugt als Junge, dem erst langsam selbst bewusst wird, wer er eigentlich ist. Seine Gefühle für Satsuki sind auf jeden Fall anders und merkwürdig, aber dass es sich dabei um eine wenn auch eigensinnige Art, von Liebe handelt steht außer Frage. Dass bei der ganzen Sache auch eine Menge Emotionen mit reinspielen ist klar und Mizuhashi schafft es augenscheinlich mit Leichtigkeit, alle Facetten seines Charakters gekonnt darzustellen. Von seiner anfänglichen Unsicherheit bis hin zu seiner Unterwürfigkeit als "Sklave" von Satsuki. Gerade hier hätte er schnell einfach nur bemitleidenswert wirken können, aber er schafft es, dass wir ihn tatsächlich verstehen können. Wobei "verstehen" das falsche Wort ist. Er ist einfach glaubhaft. Aber man muss den Film wohl selbst gesehen haben, um zu verstehen, was damit gemeint ist.

Genauso hervorragend ist Tsugumi. Sie ist die etwas unsichere Freundin, die langsam Spaß an der Rolle findet, in die sie von Takuya indirekt gezwungen wird. Sie versteht zwar nicht wirklich was vorgeht und somit kann sich der Zuschauer noch am besten mit ihr identifizieren, aber ihr geht es besser, wenn sie Takuya zum Weinen bringen kann. Dass sie ihre eigenen Emotionen nicht versteht ist nachvollziehbar. Ihre ambivalenten Gefühle werden dabei sehr glaubwürdig von Tsugumi dargestellt.

Technisch ist "Moonlight Whispers" ebenfalls sehr gelungen. Einige sehr schöne Kameraeinstellungen, längere Shots und vor allem schöne Szenarien runden den Film ab. Einige Kunstgriffe sind ebenfalls sehr gelungen. Obwohl wir nichts zu sehen bekommen, sind einige Szenen doch fast schon schockierend. Wenn Takuya im Wandschrank sitzend mit anhören muss, wie seine Ex-Freundin mit ihrem neuen Freund schläft, und dass nur wenige Meter entfernt, dann ist das doch ziemlich harter Tobak. Aber das genau war auch die Intention des Regisseurs. Er möchte das Publikum wachrütteln und ihnen zeigen, dass es eben auch andere Menschen und vor allem andere Formen der Liebe gibt. Das Interessante ist, dass sich der Zuschauer trotz der fragwürdigen Verhaltensweisen der Protagonisten immer im Geschehen weiß. Tatsächlich ist es einem auch wichtig zu erfahren, wie es denn mit den Beiden weitergeht. Wir interessieren uns für ihr Schicksal und fragen uns wie diese "Liebe" eine Zukunft haben soll. Dabei teilt das Publikum die Verwirrung der Protagonisten. Das Karussell der Gefühle, in denen die beiden sitzen ist nicht beneidenswert und mehr als einmal werden wir fast verrückt, wenn wir versuchen ein Urteil über die Zwei zu fällen. Dass die beiden "einfach krank im Kopf sind", wie es vielleicht die meisten ohne groß nachzudenken behaupten würden, kann nämlich nicht richtig sein. Shiota gibt sich die größte Mühe die Charaktere und ihr Verhalten zu beleuchten ohne eben jenes bewerten zu wollen. Das überlässt er dem Zuschauer. Das ist aber eben genau das, was einige Zuschauer mit dem Ende etwas unbefriedigt zurücklassen wird. Shiota zeigt einen Weg. Doch wie es genau mit den beiden weitergeht überlässt er uns.

"Moonlight Whispers" ist einer dieser außergewöhnlichen, provozierenden Filme, die den Zuschauer innerlich aufwühlen können. Endlich kommt mal wieder frischer Wind in das Romantik-Drama Genre. Mit guter Regie und zwei ausgezeichneten Darstellern entführt uns Shiota in eine Welt, die sonst den meisten von uns wohl für immer verschlossen geblieben wäre. Empfehlenswertes Gefühlskino der etwas anderen Art...

(Autor: Manfred Selzer)
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