AsianMovieWeb logo
Mieruko-chan - Filmposter
Original Title:
Mieruko-chan

Japan 2025

Genre:
Comedy, Horror, Drama

Director:
Yoshihiro Nakamura

Cast:
Nanoka Hara
Rinka Kumada
Naenano
Coki Yamashita
Taiga Kyomoto
Kenichi Takito
Akane Hotta
Saki Takaoka
Rei Yoshii


Search AsianMovieWeb


Mieruko-chan

Mieruko-chan - Film Screenshot 1

Story: Miko Yotsuya (Nanoka Hara) und Hana Yurikawa (Rinka Kumada) sind beste Freunde und gehen in die gleiche Klasse. Sie sind die Klassensprecher und müssen sich momentan darum kümmern, welche Attraktion ihre Klasse beim bevorstehenden Schulfest umsetzen soll. Allerdings beginnt Miko plötzlich Geister zu sehen. Die Tipps aus dem Internet sind widersprüchlich, aber anscheinend sollte man sie am besten ignorieren. Das gelingt ihr ganz gut, bis sie an der Kleidung ihrer Freundin Hana eine Hand entdeckt, die nicht verschwindet. Hana muss derweil immer wieder essen, während ihr glückliches Händchen, dank dem sie bei Ziehungen bisher immer das beste Los erwischt hat, die Klasse ins Unglück stürzt. Eigentlich wollte man nämlich eine Tanz-Attraktion machen, aber es gab zu viele Bewerber und bei der Lotterie hat Hana eine Niete gezogen. Gondo Akio (Coki Yamashita) kann ebenso Geister sehen und seine "Auszubildende" Yuria Niguredo (Naenano) auch, weshalb sie bald dahinterkommen, dass Miko wie sie die Toten wahrnimmt. Miko leugnet das allerdings und ignoriert die Geister um sich herum. Indem sie ihre Freundin Hana zu einem Schrein bringt, kann sie zudem die gruselige Hand loswerden. Doch nachdem ihre schwangere Lehrerin ihr Baby zur Welt bringt und daher der Vertretungslehrer Zen Tono (Taiga Kyomoto) die Klasse übernimmt, wird Miko klar, dass ihr Lehrer von einem überaus mächtigen Geist heimgesucht wird und sie alleine kaum eine Chance gegen diesen hat.

Filmroll Mieruko-chan - Film Screenshot 2 Mieruko-chan - Film Screenshot 3 Filmroll
Mieruko-chan - Film Screenshot 4

Kritik: Ich sichte immer wieder gerne Genre-Mischungen, die sich etwas trauen. Ein Mädchen, das plötzlich Geister sehen kann, mag nicht außerordentlich originell klingen, aber dass hierbei Horror und Komödie verbunden werden soll, hat mich doch etwas neugierig gemacht. Zumal man normalerweise in irgendeiner Form auch noch eine Romanze erwarten würde, aber darauf verzichtet "Mieruko-chan", der auf dem gleichnamigen Webcomic von Tomoki Izumi basiert. Da der Film an einer Oberschule spielt, rechnet man aber zumindest damit, dass ein paar Klischees bedient werden, wie ein Schulfest, ein neuer Lehrer, der etwas eigenartig ist usw. Das Problem ist nicht, dass wir das tatsächlich auch bekommen, sondern dass dies alles derart unterwältigend verpackt ist. Die meiste Zeit verbringt man daher vor dem Bildschirm und fragt sich, ob denn da überhaupt noch etwas passiert. Die ernüchternde Antwort darauf ist ein klares Nein. Das Beste am Film ist sein Epilog, in dem es immerhin noch die eine oder andere (eigentlich nur eine) Überraschung gibt. Der Rest ist vollkommen vergessenswert.

Mieruko-chan - Film Screenshot 5

Die Geschichte nimmt sich viel Zeit, die Beziehung zwischen Miko und Hana zu beleuchten, allerdings hat man dabei vergessen, tatsächlich auch das Licht anzuschalten. Wir erfahren nichts über die zwei, lediglich ein paar kleine Szenen zu Mikos Familie gibt es. Aber die wirken unmotiviert eingeworfen und erst am Ende erfahren wir, warum sie überhaupt ihren Weg in den Film gefunden haben. Daneben wirkt alles enorm blass. Es ist auch nicht so, dass eine Vielzahl an Charakteren der Grund gewesen wäre, warum es nicht genug Raum für die beiden Mädchen oder zumindest Miko als Protagonistin gegeben hätte. Da wären noch Akio und Yuria als eigentliche Geisterjäger, wobei Yuria als interessanteste Persönlichkeit rüberkommt. Vielleicht weil sie wegen ihrer Fähigkeit, Geister zu sehen, von ihren Mitschülern ausgeschlossen wird und damit erstaunlich selbstbewusst umgehen kann. Am schlimmsten ist Zen als rätselhafter Lehrer, der derart schüchtern und ohne Selbstvertrauen ist, dass man der Geschichte kaum abnehmen möchte, er sei wirklich Lehrer geworden.

Mieruko-chan - Film Screenshot 6

Mit seinen Charakteren punktet "Mieruko-chan" also nicht und vor allem die Chemie zwischen den beiden Mädchen lässt zu wünschen übrig. Auch hier stellt Yuria mit Miko ein besseres Duo dar, leider verbringen die beiden nur eben nicht so viel Zeit auf dem Bildschirm zusammen. Ich kann auch schwerlich sagen, dass es an mangelnden schauspielerischen Leistungen liegt. In dem Bereich wirkt alles zumindest solide, nichts fällt negativ auf. Also muss es wohl am Regisseur liegen? Und genau hier wäre ich beinahe vom Stuhl gefallen und war letztlich froh darüber, dass ich nicht vorher schon wusste, von wem der Film ist, sonst wäre meine Enttäuschung wohl um einiges größer ausgefallen. Auf dem Regiestuhl saß nämlich Yoshihiro Nakamura, der nicht nur mit "The Snow White Murder Case" einen schönen Thriller auf die Beine gestellt hat, sondern mit "Fish Story" einen meiner damaligen Geheimtipps gedreht hat. Sein neuestes Werk kann man daher nur als etwas beschreiben, bei dem er rennend einige Schritte rückwärts gemacht hat.

Mieruko-chan - Film Screenshot 7

Die ganze Zeit habe ich mich während "Mieruko-chan" gefragt, ob ich vielleicht zu viel von diesem Film wollte, aber es ist nicht einmal das Problem, dass unglaublich lange schlicht nichts passiert, vielmehr kann der Streifen weder als Komödie funktionieren, denn lustig ist hier fast gar nichts, noch kann er als Horrorstreifen auch nur eine Minute Fuß fassen. Es gibt ein paar Einstellungen, die an Horror erinnern mögen, und die Inklusion der Shinto-Religion hat auch einen gewissen Reiz, aber das alles wird so ernst in die Geschichte verbaut, dass man nur den Kopf schütteln kann. Der eher heitere Ton und die warme Stimmung wird von diesen Szenen nicht gewinnbringend konterkariert, sondern der Horror fristet ein Dasein als Fremdkörper, der große Fragezeichen über dem Kopf entstehen lässt. Da wäre es doch schlauer gewesen, man hätte sich in jenen Szenen selbst nicht ernst genommen. "Mieruko-chan" hat damit ein riesiges Identitätsproblem, welches die gesamte Laufzeit von 98 Minuten ungemein in die Länge zieht.

Filmroll Mieruko-chan - Film Screenshot 8 Mieruko-chan - Film Screenshot 9 Filmroll

Mieruko-chan - Film Screenshot 10

Hinsichtlich der Spezialeffekte habe ich auch zu mäkeln. Ich verstehe zwar, in welche Richtung man hier gehen wollte - so wollte man vermutlich das Ursprungsmaterial würdigen und hat den Stil der Geister recht eigentümlich gehalten -, aber letzten Endes wirkt alles sehr billig. Die Geister selbst erinnern an Pappaufsteller, wirken unscharf und grotesk, nur leider eben auf unfreiwillig komische Weise, und dann verletzt der Film auch noch seine eigenen Regeln, wie Geister dargestellt werden. Wenn dann nach einer Stunde der Film endlich an Tempo aufnimmt und es sich nicht mehr nur um das Schulfest dreht, wirkt das alles unausgegoren und zum Gähnen. Das Finale ist das beste Beispiel, denn hier beweist der Regisseur null Gespür dafür, wie er den logisch begründeten Antiklimax ansprechend umsetzen kann. Man ist nur noch glücklich, wenn das Ganze vorbei ist. Und dann kommt der Epilog mit einer ziemlich gut funktionierenden Wende um die Ecke, die dann dadurch beschmutzt wird, dass es noch ein paar dämliche weitere gibt, die vollkommen unnötig sind. "Mieruko-chan" hat ein paar nette Bilder und die Darstellerinnen, vor allem Naenano, können die Szenen manchmal mit ihrem Charisma tragen, aber darüber hinaus gibt es hier nichts, was rechtfertigen würde, über 90 Minuten seines Lebens zu investieren.

(Autor: Manfred Selzer)
rating
Film kaufen:

Mieruko-chan - Yesasia Yesasia Logo