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I Come with the Rain - Filmposter
Original Title:
I Come with the Rain

France, Hong Kong 2009

Genre:
Crime, Drama

Director:
Anh Hung Tran

Cast:
Josh Hartnett
Takuya Kimura
Lee Byung-Hun
Tran Nu Yen-Khe
Shawn Yue
Elias Koteas
Simon Andreu
Eusebio Poncela


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I Come with the Rain

I Come with the Rain - Film Screenshot 1

Story: Kline (Josh Hartnett) wird vom Chef des weltgrößten Pharmakonzerns beauftragt, seinen Sohn Shitao (Takuya Kimura) zu finden. Auf den Philippinen erfährt Kline, dass Shitao getötet worden sein soll. Gleichzeitig gibt es aber Informationen, dass er sich wahrscheinlich gerade in Hong Kong aufhält. In Hong Kong angekommen, holt sich der Privatermittler Hilfe von seinem Freund Detective Meng Zi (Shawn Yue). Dieser hat momentan große Probleme mit dem Verbrecher Soo Dong-Po (Lee Byung-Hun). Als dann die Freundin des Gangsters, Lili (Tran Nu Yen-Khe), entführt wird, setzt Dong-Po alles in Bewegung, um sie wiederzufinden. Tatsächlich hat Shitao sie entführt und will ihr durch einen kalten Entzug helfen. Shitao hat die übernatürliche Fähigkeit, das Leid anderer auf sich zu nehmen und diese so zu heilen. Kline steht bei Shitao vor einem Rätsel. Er weiß nicht, wer dieser Mann ist und wo er sich aufhalten könnte, zumal er als Obdachloser auf der Straße lebt. Also versucht er sich in dessen Kopf hineinzuversetzen. Genau dieses Vorgehen hat ihn jedoch seinen Job als Polizist gekostet. Als er vor einigen Jahren den Serienkiller Hasford (Elias Koteas) gejagt hat, hat er sich so sehr mit ihm identifiziert, dass er danach selbst ein Fall für die Psychatrie wurde. Nun kehren die alten Dämonen zurück...

Filmroll I Come with the Rain - Film Screenshot 2 I Come with the Rain - Film Screenshot 3 Filmroll
I Come with the Rain - Film Screenshot 4

Kritik: Es ist unmöglich, einen Film wie "I Come with the Rain" weiterzuempfehlen. Die Geschichte ist zu unlogisch präsentiert, Struktur sucht man vergebens und selbst bei aller Bereitschaft zu interpretieren, gibt es hier keinen tieferen Sinn. Die Jesus-Analogie wird dem Zuschauer so sehr aufs Auge gedrückt, dass man über den Mangel an Feinfühligkeit nur schmunzeln kann. Daneben wartet der Film mit einigen ziemlich schlechten Dialogen auf. Auch die Protagonisten bleiben flach. Ebenso können viele Darsteller nicht überzeugen, da sie augenscheinlich mit den englischen Dialogen überfordert sind. Warum hier überhaupt selbst unter den eigenen Landsmännern Englisch gesprochen wird, ist auch so ein Punkt, bei dem man sich am Kopf kratzen muss. Immerhin bietet der Film eine faszinierende Atmosphäre, die aber durchaus auch enorm depressiv machen kann.

I Come with the Rain - Film Screenshot 5

Es ist das Beste, wenn man nicht versucht, einen Sinn in diesem Streifen zu suchen. Am Anfang ist das auch gar nicht möglich. Es mangelt uns an Informationen und auch wenn wir diese später tatsächlich bekommen, hilft das uns nicht unbedingt, ein kohärentes Ganzes zusammenzusetzen. Das ist schlichtweg auch nicht möglich und ab einem bestimmten Punkt in der Geschichte wird uns auch klar, dass die einzelnen Teile keinen Sinn ergeben. Vielmehr ärgert man sich umso mehr, ist einem erst klar, dass Shitao, nur wenn er vor Schmerzen schreit, überzeugend von Takuya Kimura ("Love and Honor") gespielt, Jesus darstellen soll und die Geschichte übernatürlicher Natur ist. Der Geschichte zu folgen, erweist sich aber als schwierig, da es zwischen den einzelnen Teilen keine Verbindungsstücke gibt. So stellt sich schnell Frustration ein.

I Come with the Rain - Film Screenshot 6

Wo der Film hin will, ist lange nicht klar, und auch wenn man am Ende erkennt, dass Regisseur Anh Hung Tran ("The Scent of Green Papaya") zumindest eine ungefähre Vorstellung hatte, macht das die Geschichte nicht intelligenter. Immer wieder bekommen wir einige Rückblenden zu sehen, wobei jene um den Serienmörder Hasford am interessantesten ist. Tatsächlich hätte man einen Krimi, der sich um ihn dreht, viel lieber gesehen als das unzusammenhängende pseudo-philosophische Werk um das Leiden. Da Leiden aber im Fokus steht, sollte man sich nicht wundern, dass "I Come with the Rain" nichts für sanfte Gemüter ist. Die aus Körperteilen zusammengesetzten Installationen des Serienmörders sind aber erschreckenderweise wirklich faszinierend anzusehen und beweisen das Auge für Details, das Regisseur Anh besitzt. Auch an anderer Stelle kann der Streifen recht hart sein.

I Come with the Rain - Film Screenshot 7

Überraschenderweise liefert Josh Hartnett keine schlechte Darstellung ab. Sein von inneren Dämonen geplagter Privatdetektiv kann die Grundstimmung des Films noch etwas düsterer und abgründiger machen. Nur seine wohl als kumpelhaft angedachte Beziehung zu dem von Shawn Yue ("Helios") gespielten Ermittler ist alles andere als überzeugend. Vielleicht sind aber auch die schlecht geschriebenen Dialoge daran schuld, dass man das Schauspiel selten als gelungen bezeichnen kann. Ein gutes Beispiel ist Lee Byung-hun ("Inside Men", "Masquerade"), der trotz seines guten Englisch sehr wenig Dialog hat, aber alleine durch seine Körpersprache und Mimik einen beinahe dreidimensionalen Bösewicht verkörpert, dessen Liebe zur drogenabhängigen Lili einen der interessantesten Aspekte des Films darstellt.

Filmroll I Come with the Rain - Film Screenshot 8 I Come with the Rain - Film Screenshot 9 Filmroll

I Come with the Rain - Film Screenshot 10

Die schlechte Geschichte, die wohl nur unerfahrene Festivalbesucher glauben lassen wird, dass man hier nachdenkliches Art-House-Kino präsentiert bekommt, wird aber durch schöne Bilder getragen. Sofern man das düster eingefangene Hong Kong schön nennen möchte. Die Atmosphäre ist drückend und das Thema Leiden hat Regisseur Anh sehr ernst genommen, denn auch der Zuschauer wird nicht zuletzt durch einen Soundtrack von Radiohead und Gustavo Santaolalla - letzterer auch verantwortlich für die musikalische Untermalung von "Brokeback Mountain" oder des Videospiels "The Last of Us", dessen hoffnunglose Grundstimmung ebenfalls durch Santaolalla potenziert wurde - in eine Spirale der Depression gezogen. Am Ende ist "I Come with the Rain" schlichtweg ein schlechter Film, das Drehbuch lässt keinen Zweifel daran, aber die Atmosphäre, wenn auch kräftezehrend, ist faszinierend und mag den einen oder anderen einen Blick wagen lassen.

(Autor: Manfred Selzer)
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