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Fatal Frame - Filmposter
Original Title:
Gekijoban Rei Zero

Japan 2014

Genre:
Horror

Director:
Mari Asato

Cast:
Ayami Nakajo
Aoi Morikawa
Fujiko Kojima
Karen Miyama
Kasumi Yamaya
Yuri Nakamura
Koudai Asaka
Noriko Nakagoshi
Jun Miho
Minori Hagiwara


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Fatal Frame

aka Zero

Story: Michi (Aoi Morikawa) besucht eine katholische Mädchenschule und möchte später einmal Fotografin werden. Ihre beste Freundin ist Kasumi (Kasumi Yamaya), die sogar noch mehr als sie besondere Gefühle für die Mitschülerin Aya (Ayami Nakajo) hegt. Aya hat sich jedoch schon seit Tagen in ihrem Zimmer eingeschlossen und niemand weiß, warum. Allerdings geht ein Foto von ihr um, um das sich einige Gerüchte ranken. Es heißt, dass die Schülerinnen ein Fluch heimsucht, der nur Mädchen trifft, wenn diese dem Foto um Mitternacht einen Kuss geben. Das Foto hat momentan Kasumi, die schließlich eines Tages vor Michis Augen verschwindet. Daraufhin findet Michi das Foto und wird letztlich von Ayas Geist heimgesucht. Es stellt sich jedoch heraus, dass Aya keinesfalls tot ist. Auch sie wird vom Geist eines Mädchens heimgesucht, das genauso aussieht wie sie. Zusammen mit Michi macht sie sich auf die Suche nach Antworten. Allerdings verschwinden mit der Zeit immer mehr Mädchen. Der Ursprung des Geists scheint irgendwo in Ayas Vergangenheit und der Geschichte der katholischen Schule zu liegen.

Kritik: Die ursprünglichen Teile der "Resident Evil" und "Silent Hill"-Reihe waren atmosphärische und äußerst gruselige Videospiele, die auch heute noch dafür geliebt werden. Leider ist die "Fatal Frame"-Reihe (oder "Project Zero" in Europa) eher unbekannt, obwohl diese in Sachen Gruselfaktor die Konkurrenz um Längen schlägt. Als äußerst schwaches Mädchen müsst ihr euch Geistern nur mit Hilfe einer besonderen Kamera erwehren. Ein geniales Konzept, das gepaart mit düsteren Shinto-Ritualen eine enorm dichte Atmosphäre kreieren konnte. Nun bekommen wir also den Film zu der Videospielreihe. Und obwohl der Streifen keineswegs schlecht ist, fehlen ihm zu viele Elemente, die der Videospiel-Fan erwarten würde. Stattdessen geht der Horrorfilm in eine etwas andere Richtung und behandelt das Thema lesbisch geprägter Freundschaften an einer Mädchenschule.

Fatal Frame - Film Screenshot 11

Moment mal, das hatten wir doch schon einmal! Richtig, der südkoreanische Horrorstreifen "Memento Mori" hat ebenfalls die gleichgeschlechtliche Liebe an einer Mädchenschule behandelt. Darüber hinaus aber auch noch die hohe Selbstmordrate des Landes. Daneben wirkt "Fatal Frame" etwas schwach, obwohl man sich selbst bei den Chorszenen des koreanischen Films bedient hat. Thematisch ist der Film aber weniger gesellschaftskritisch und bietet zudem weniger Gruselmomente. Nun mag es eine mutige Entscheidung sein, in "Fatal Frame" auf wirklich angsteinflößende Szenen zu verzichten, schließlich sind wir aus den Videospielen Szenen gewohnt, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, aber auch "Memento Mori" hat auf typischen Horror verzichtet und damit ins Schwarze getroffen. Ganz so ist es in dem japanischen Horrorfilm nicht. Man vermisst nämlich tatsächlich einen höheren Gruselfaktor.

Fatal Frame - Film Screenshot 12

Grundlegend gibt es aber eine schaurige Atmosphäre. Nur fällt diese schlichtweg nicht stark genug aus. Vielleicht muss man aber auch dankbar dafür sein, keine abgedroschenen Gruseleffekte präsentiert zu bekommen. Hier ist es schwierig, dem Film einen Vorwurf zu machen, aber im Endeffekt gibt es doch ein Problem, das sich ganz klar benennen lässt. Die Camera Obscura kommt tatsächlich in dem Film vor, wird aber keineswegs verwendet, um sich vor Geistern zu schützen. Vielmehr ist ihr kurzer Auftritt eher Fanservice. Das Schlüsselelement der Videospiel-Serie einfach so zu vernachlässigen, ist schlichtweg unklug. Ein weiterer Punkt sind der Schamanismus und die schaurigen Shinto-Rituale, die letztlich schiefgehen und ruhelose Geister heraufbeschwören. Auch davon ist kaum etwas zu sehen, obwohl man mit viel gutem Willen von einem Ritual sprechen kann und wir sogar kurz einen Schamanen zu Gesicht bekommen...

Die Atmosphäre des Films trifft nicht ganz die der Videospiele, aber die viktorianische Mädchenschule, das viele Holz der Dielen und Wände und die damit verbundene Geräuschkulisse der Mädchen, die über die Flure gehen, ist durchaus gelungen. Außerdem gibt es ein paar ziemlich beeindruckende Momente, so z.B. als der Geist über den See läuft oder von der Decke der Kirche herabschwebt. Den gelungenen Bildern steht aber eine Geschichte im Weg, die sich eher wie eine Detektivstory anfühlt, wobei die Auflösung des Geschehens natürlich in mehreren Stufen stattfindet und eigentlich nur geringfügig überraschen kann. Problem ist dabei auch, dass viele der Charaktere zu kurz vorgestellt werden. Übrigens basiert der Film auf einem Roman von Eiji Otsuka, der sich natürlich wiederum an der Videospielreihe orientiert. Mit der vermeintlichen Liebesbeziehung zwischen den zwei Schülerinnen kommt daher ein unerwartetes, aber nicht unpassendes Element in den Film, das sich schließlich als treibende Kraft erweist.

Fatal Frame - Film Screenshot 13

Ayami Nakajo gibt als Aya eine interessante Darstellung ab, nur leider wirkt sie auch später noch etwas hölzern, als würde sie immer noch den Geist darstellen. Neben ihr dient vor allem Aoi Morikawa ("The World of Kanako") als Bezugsperson. Die Beziehung zwischen den beiden bleibt immer etwas in der Schwebe, was sich auch im Ende widerspiegelt. Gerade deshalb funktioniert sie aber. Der Schluss des Films ist jedoch etwas zu versöhnlich und zeigt, dass "Fatal Frame" eben nicht das bedrückende, äußerst düstere Werk ist, das man erwartet hätte. Trotz dichter Atmosphäre fehlt dem Film damit etwas - zusätzlich zur Camera Obscura versteht sich. Weiterhin ist das Tempo gerade zu Anfang sehr gemächlich und viele Teile des Films erweisen sich später als fast episodenartige Zusätze, die besser miteinander verknüpft hätten werden können. Als Fan der Videospielreihe bleibt am Ende also etwas Enttäuschung, auch wenn "Fatal Frame" völlig eigenständig als interessanter Horrorfilm bestehen kann.

(Autor: Manfred Selzer)
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