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Original Title:
Drive

Japan 2002

Genre:
Comedy, Drama

Director:
Sabu

Cast:
Shin'ichi Tsutsumi
Susumu Terajima
Ren Ohsugi
Masanobu Andô
Ko Shibasaki
Toshio Kakei
Yasuko Matsuyuki
Kanji Tsuda


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Drive

Story: Asakura Kenichi (Shin'ichi Tsutsumi) ist ein Angestellter, der immer den Regeln folgt. In letzter Zeit hat er jedoch fortwährend Kopfschmerzen. Ein Besuch beim Arzt bringt ihm die Information ein, dass Stress die Ursache dafür ist. In Asakuras Leben ist alles, was von dem abweicht, wie er es sich wünscht oder erwartet, Stress. Eines Tages steigen plötzlich drei maskierte Männer in seinen Wagen und befehlen ihm, einem Wagen zu folgen. Asakura folgt der Anweisung, allerdings hält er sich wie immer penibel an alle Verkehrsregeln, sodass der Wagen entkommt. Bei den drei Männern handelt es sich um Bankräuber, die von ihrem Partner verraten wurden. Der Anführer Arai (Susumu Terajima) ist eigentlich ein Priester und klärt den Angstellten darüber auf, dass es sich bei keiner Begegnung lediglich um Zufall handelt. So fährt Asakura mit ihm sowie Nishi (Ren Ohsugi) und Makoto (Masanobu Andô) durch die nächtlichen Straßen Tokios. Dabei begegnen alle vier Männer ihrem Schicksal, das ihr Leben auf immer verändern soll.

Kritik: Wer Regisseur Sabu nicht kennt, sollte das schnell ändern. Der Mann, der uns bereits zwei Jahre zuvor den wunderbaren Film "Monday" präsentiert hat, beweist einmal mehr sein Gespür dafür, was es heißt zu leben und die allseits bekannten Probleme, die sich damit ergeben, zu zeichnen. Sein schicksalsbetontes Drehbuch sowie die gut geschriebenen Dialoge sind voller Humor, der es einem leicht macht, in die ungewöhnliche Welt Sabus abzutauchen, in welcher der Zufall um jede Ecke auf einen wartet und Traumsequenzen in die Wirklichkeit Einzug halten. Es ist faszinierend, wie leicht es einem der Regisseur macht, in seine außergewöhnliche Filmwelt zu tauchen. Dafür und für die Lebensweisheit, die er in seine Film verpackt, verdient Sabu ein besonderes Lob.

Der Titel des Films mag irreführend sein (genauso wie das deutsche DVD-Cover), denn es handelt sich hierbei keineswegs um einen Rennfahrerfilm oder ähnliches. Tatsächlich geht um die Reise eine Mannes in sein Inneres. Was besonders begeistern kann, ist der Umstand, dass Asakura keineswegs eine komplette Wandlung durchmacht, denn egal wie merkwürdig die Geschehnisse, die ihn mit sich reißen, sein mögen, er bleibt er selbst. Ein ruhiger, immer die Fassung bewahrender, überkorrekter Angestellter, der sich am Ende trotzdem seinen Dämonen stellen muss und aus diesem Kampf mit mehr Erfahrung herauskommt. Eine kleine Änderung ist dann in der Tat bei ihm zu bemerken, aber er ist gleichzeitig immer noch der Mann, der er all die Jahre zuvor war. Alles andere wäre auch wenig glaubwürdig gewesen.

"Drive" ist in seiner ganz eigenen Form ein lebensbejahendes Werk. Das Ende beweist dies umso mehr und entlässt uns mit einem Lächeln im Gesicht. Davon abgesehen gibt es aber auch ein paar andere Szenen, die zum Schmunzeln bringen. Da wäre vor allem der Bankräuber, der früher einmal ein Priester war und durch Zufall auf eine Bühne stolpert, wo er das Punkrock-Publikum mit Untermalung der im Hintergrund spielenden Band wegen ihrer Ziellosigkeit beleidigt und damit genau den Geist der Jugendlichen trifft (!), sodass er schließlich seine wahre Berufung findet. Es ist abstrus, welche Zufälle Sabu uns hier vorsetzt, aber genau damit spielt der Regisseur und das macht den eigentlichen Spaß des Films aus.

Es gibt auch ein paar merkwürdige Szenen zu sehen, aber selbst diese erfüllen einen bestimmten Zweck und stellen Traumsequenzen dar, die man verstehen darf, wie man will. Besonders gegen Ende bricht diese Traumwelt in die Realität ein und so muss sich Asakura mit dem Samurai-Schwert seines Vaters gegen einen Samurai aus der Edo-Zeit verteidigen, während um ihn herum die Gefallenen des Weltkriegs und anderer früherer Schlachten stehen. Sabus Einfälle sind oft merkwürdig, aber keineswegs so befremdlich, wie sie sich anhören mögen. Er zeigt in seinen Filmen eine Einsicht in die Dinge, die das Leben ausmachen und bewegen, die man mit Worten nicht leicht beschreiben kann. Gerade deshalb ist er einer der interessantesten Filmemacher Japans.

Leider ist es oft recht schwierig an Sabus Filme zu kommen. Umso erfreulicher ist es, dass sich ein deutscher Verleih "Drive" angenommen hat. Der Film mag nicht ganz an die Klasse von "Monday" herankommen, bietet aber gute Dialoge und nette Charaktere, die allesamt etwas Spezielles an sich haben und mit dem weiteren Verlauf der Geschichte ganz automatisch in ihren Platz auf der Welt hineinfallen. Selten hat man das Gefühl, dass Asakura der eigentliche Hauptcharakter des Films ist, aber gegen Ende verlagert sich der Fokus doch unbestreitbar auf ihn. Ein Mann, der in der grauen Einheit der Gesellschaft unterzugehen droht. Ein Ja-Sager und Regelkonformist, der uns in überzeichneter Weise an uns selbst erinnert und uns damit die Regeln dieser Welt hinterfragen lässt. Dafür muss man Sabu einfach zu schätzen wissen.

(Autor: Manfred Selzer)
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Herzlichen Dank an Splendids Amazia Label für die freundliche Bereitstellung des Rezensionmaterials.


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