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Original Title:
Man cheng jin dai huang jin jia

China 2006

Genre:
Epic, Drama, Martial Arts

Director:
Zhang Yimou

Cast:
Chow Yun-Fat
Gong Li
Liu Ye
Jay Chou
Li Man
Chen Jin
Qin Junjie
Ni Dahong


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Curse of the Golden Flower

aka Der Fluch der Goldenen Blume

Story: Während der Tang-Dynastie zelebriert Kaiser Ping (Chow Yun-Fat) ein Leben voller Reichtum und Pracht. Doch in seinem goldenen Palast ist nicht alles so wunderschön wie es auf den ersten Blick scheint. Politische Intrigen, Affären und Mordkomplotte stehen an der Tagesordnung.
Zum Chrysanthemen-Fest kehrt Prinz Jai (Jay Chou) nach 3-jährigem Dienst beim Militär wieder zu seiner Familie zurück und muss feststellen, dass seine Familie auseinanderzufallen droht. Der Kaiser versucht über einen längeren Zeitraum seine Frau, die Kaiserin (Gong Li) zu vergiften. Die Kaiserin selbst hat eine Affäre mit Prinz Wan (Liu Ye), ihrem Stiefsohn, und Prinz Wan will eigentlich gar nicht der Kronprinz werden, sondern lieber mit seiner Geliebten Chan (Li Man) aus dem Palast fliehen.
Die Kaiserin findet schließlich heraus, dass ihr Ehemann sie vergiften will und plant nun ein Komplott gegen diesen um ihn zu stürzen. Dabei soll ihr Prinz Wan helfen, doch ist dieser zu feige für solch einen Streich. Von dem jüngsten Prinzen, Yu (Qin Jun-Jie), kann sie keine Hilfe erwarten und so wendet sie sich an Jai um mit dessen Hilfe Pläne gegen seinen Vater schmieden zu können.
Die Macht und Rücksichtslosigkeit des Kaisers sollte allerdings nicht unterschätzt werden und so entscheidet sich die Zukunft der Kaiserfamilie am Chrysanthemen-Fest...

Kritik: Nach Zhang Yimous "Riding Alone for Thousands of Miles", mit dem er zu seinen Art-House Wurzeln zurückkehrte, präsentiert er uns hier sein mittlerweile drittes episches Wuxia-Drama. Es mag sein, dass einige Kritiker nicht sehr zufrieden mit "Curse of the Golden Flower" sind, weil Zhang erneut auf der Schiene der bombastischen, bewegenden Martial-Arts Streifen fährt, mit denen anscheinend mehr der Markt beim westlichen Publikum erschlossen, als dass die Fans zu Hause zufriedengestellt werden sollen, doch trotz allem, oder gerade wegen zurückgenommenen Erwartungen, kann einen Zhangs Werk wirklich faszinieren und mitreißen. Ganz klar handelt es sich hier um einen Übungsspielplatz des Styles und der Farben, wie es für Zhang mittlerweile typisch geworden ist, aber hinter all dem atemberaubend Schönen entfaltet sich eine verzwickte und interessante Story, deren Kern eben genau im Kontrast zu den fast schon überzeichneten bunten Bildern steht. Manchmal wirkt der Film etwas wie eine Seifenoper, da von allem etwas zu viel in den Film gepackt wurde, aber die meiste Zeit ist er doch erstaunlich überzeugend und fühlt sich eher wie eine gehobene Vorstellung eines Kammernspiels an!

Die Story basiert auf einem Stück von Cao Yu mit dem Namen "Thunderstorm", das 1930 spielt. Zhang nahm diese Geschichte auf, schrieb sie etwas um und verlagerte sie in die Tang-Dynastie. Intrigen werden hier geschmiedet, Verwandtschaftsverhältnisse werden geklärt, es gibt Affären, die so niemals hätten stattfinden dürfen und das alles wird uns im Minutentakt um die Ohren gehauen, so dass wir glauben hier die Superlative einer Seifenoper vor uns zu haben. Allerdings schafft der Regisseur die Gratwanderung zwar an einigen Stellen etwas zu dick aufzutragen, dabei aber dennoch den Zuschauer nie vor den Kopf zu stoßen und im Rahmen dessen zu bleiben was man ohne große Proteste bereit ist ihm abzukaufen.
"Curse of the Golden Flower" ist vollgepackt mit großartigen Twists und die Story entführt uns immer weiter in eine Welt, in der es um Macht, Liebe und noch einige etwas dunklere Gefühle geht. Es ist unbestreitbar, dass hauptsächlich die grandiosen Bilder und die tollen Darsteller den Zuschauer vor den Bildschirm fesseln, aber irgendwann wird einem bewusst, dass gerade die durchdachte Story einen wirklich nicht geringen Teil dazu beiträgt.

Kommen wir aber zu dem was einem einfach umgehend ins Auge stechen muss: Die Bilder. Zhang Yimou hat eine neue Superlative des Prunks und der Farben geschaffen. Die goldenen Farben des Palastes, die beinahe schon grell-bunten Korridore, die bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Requisiten, all das bringt uns mit einer Welt in Berührung, die man so noch nicht gesehen hat. Auf einige mag der Film deshalb zuerst etwas befremdlich und künstlich wirken, aber genau das war wohl auch die Absicht des Regisseurs. Hier ist mehr Schein als Sein, wie es auch am europäischen Hofe oft anzutreffen war, nur mit dem Unterschied, dass im Kaiserlichen Palast alles eine Nummer größer und pompöser ist.
Besonders die Kostüme, die von Yee Chung Man ("Perhaps Love") gestaltet wurden, beeindrucken durch ihre Farbenpracht und Detailverliebtheit. Das männliche Publikum wird sich auch nicht wirklich daran stören, dass der Ausschnitt bei den weiblichen Darstellerinnen extrem tief ausgefallen ist. Dahinter mag man sogar eine tiefere Bedeutung finden, nämlich dass die Frauen damals mehr als Objekte, denn als Individuen angesehen wurden.

Zhang Yimou sieht es überdies auch nicht so eng mit der historischen Korrektheit. Von der großartigen Gestaltung der Kostüme abgesehen, haben diese doch nicht sehr viel mit dem gemeinsam was man damals als Kleidung am Hof getragen hat. Zu Gunsten der Bildgewalt verpasst der Regisseur seinen Armeen dann auch mal Rüstungen und Kriegsstrategien, die wohl eher zu den Römern gepasst hätten, was bei einigen Zuschauern durchaus auf Unverständnis stoßen mag.
Fakt ist jedoch, dass "Curse of the Golden Flower" dem Publikum zu jedem Zeitpunkt den Atem rauben kann. Die Bilder sind fantastisch und dermaßen ausgearbeitet, dass man einfach nicht genug von ihnen bekommen kann, obwohl man eigentlich irgendwann schon längst übersättigt von dem ganzen Gold und Prunk sein müsste. Aber irgendwie kann man gar nicht anders als noch das letzte Bild des Films gierig in sich aufzusaugen.

Eine ganze Herrschar an namhaften Schauspielern hat sich hier versammelt um dem Werk die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Chow Yun-Fat begeistert als grausamer und hinterhältiger Tyrann, dessen Taten komplett im Kontrast zu seinen Worten über Familie, Recht und Tugenden stehen. Chow entfaltet dabei ein unwahrscheinliches Charisma, so dass der Zuschauer in einigen wenigen Szenen sogar seine menschliche Seite zu sehen bekommt und mit ihm leiden kann, obwohl nie ein Zweifel daran besteht, dass der Kaiser ein verabscheuungswürdiger Mensch ist. Im Gegensatz zu seinem Porträt des Kaisers in "Hero" achtet Regisseur Zhang hier sehr genau darauf, dass er den Herrscher immer sehr gefährlich, unberechenbar und rücksichtslos darstellt.
An seiner Seite steht Gong Li, frühere Lebensgefährtin von Zhang und Star etlicher seiner Filme. Mit entrüstetem und bösem Blick hetzt sie durch den Palast und versucht wo sie es kann sich gegen den Herrscher aufzulehnen. Allerdings gibt es nicht viel, was sie machen kann und so muss sie selbst dann noch alle zwei Stunden das Gift trinken, als sie schon weiß, dass es sie langsam umbringen wird. Die Kaiserin ist hier aber nicht nur das Opfer, sondern spinnt selbst einige Pläne, die ihren Charakter zumindest moralisch fragwürdig erscheinen lassen. Die Charaktere wirken dabei manchmal komplexer als man es anfangs erwartet hätte, was zum größten Teil jedoch der schauspielerischen Erfahrung der beiden großartigen Darsteller zu verdanken ist.

Liu Ye ("The Promise") überzeugt als Sohn, der eigentlich das größte Opfer der Ränkespiele am Hof ist und im Herzen eigentlich nur mit Chan, dargestellt von Li Man, ein friedliches Leben abseits vom Hofe führen will. Aber auch hier hält das Schicksal noch eine grausame Überraschung für den Prinzen bereit.
Im Gegensatz zu den anderen Darstellern ist Jay Chou ("Initial D"), seines Zeichens Popstar aus Taiwan, wesentlich subtiler in seiner Darstellung, was nicht bedeutet, dass diese schlecht ist. Nur eben anders.
Gewürzt wird der Film natürlich auch von einigen wenigen Martial Arts Einlagen, die allesamt überzeugen können. Choreograph Ching Siu-Tung ("Hero") beweist hier wieder seine Expertise, auch wenn die Kämpfe allesamt eher im Hintergrund der Geschehnisse bleiben. Ein bombastischer Soundtrack von Shigeru Umebayashi ("Fearless") komplementiert das schöne Gesamtbild.
Mit 45 Mio. Dollar ist "Curse of the Golden Flower" der bis dato teuerste chinesische Film aller Zeiten und das zeigt sich nicht nur in den gigantischen Massenaufläufen von Dienern und den vielen Requisiten, sondern auch in etlichen Weitwinkelaufnahmen des Palastes. Hier wurde einiges digital am Computer nachbearbeitet und es sieht alles sehr professionell aus. Nur in einigen Massenszenen, wie z.B. der riesigen Schlacht gegen Ende, zeigt sich, dass man nicht ganz so viel Geld zur Verfügung gehabt hatte, wie man gebraucht hätte. Denn hier und da erkennt man dann doch die Computeranimationen.

Da sich der Film fast ausschließlich in und auf dem Gelände des Palastes abspielt wirkt er wie ein gigantisches und pompöses Bühnenstück. Es wird nach wie vor Kritiker geben, die sich daran stören, dass Zhang hier zu sehr versucht dem westlichen Publikum mit dem zu gefallen, was man mittlerweile aus China an Bildgewalt erwartet, doch tatsächlich hat es der Regisseur geschafft, das Genre um einige Facetten zu erweitern und die Messlatte was die Cinematographie angeht noch ein bisschen höher zu legen.
Dennoch, trotz seiner spannenden Story und etlichen Twists bewegt der Film emotional leider nur geringfügig, denn durch die gewollt künstliche Machart, die zeigen soll, dass es gerade hinter einer goldenen Fassade besonders verabscheuungswürdig zugehen kann, wirkt das Endprodukt etwas distanziert. Trotzdem bleibt unter dem Strich ein Film, den man gesehen haben muss und der trotz einiger kleiner Schwächen tatsächlich ein kleines Meisterwerk geworden ist!

(Autor: Manfred Selzer)
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