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Original Title:
Hao qi hai si mao

China 2006

Genre:
Thriller, Drama

Director:
Zhang Yibai

Cast:
Carina Lau
Hu Jun
Song Jia
Liao Fan
Lin Yuan


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Curiosity kills the Cat

Story: Momo (Lin Yuan) ist Fotografin. Zufällig entdeckt sie, dass Zheng Zhong (Hu Jun) seine Frau Rose (Carina Lau) betrügt. Momo spioniert Zheng hinterher, ist sich aber nicht sicher, ob sie seiner Frau Beweisfotos zukommen lassen soll. Denn es scheint so, als wenn Zheng mit seiner Freundin Lynn (Song Jia) Schluss gemacht hätte. Er hat sich für seine Familie und seinen dreijährigen Sohn entschieden. Doch es sieht so aus, als wenn Lynn nicht zufrieden mit dem Geld sei, das Zheng ihr gegeben hat. Sie will weiterhin in der Nähe ihres Freundes sein und ihn nicht loslassen. Deshalb kauft sie sich von dem Geld ein Haarstudio direkt im gleichen Haus in dem auch Zheng mit seiner Familie wohnt. Zheng befürchtet, dass seine Frau Verdacht schöpfen könnte und macht Lynn klar, dass es zwischen ihnen aus ist. Daraufhin kommt es zu einigen merkwürdigen Zwischenfällen. Als dann auch noch Zhengs Sohn verschwindet sieht der Vater rot. Er stellt Lynn zur Rede und begeht dann einen großen Fehler.
Die Ereignisse überschlagen sich und alles stellt sich anders heraus als es auf den ersten Blick scheint. Aber wie passt der Parkhauswächter Fendou (Liao Fan) in die Geschichte und was weiß Momo wirklich über die Zwischenfälle?

Kritik: "Curiosity kills the Cat" stand lange in der engeren Auswahl, um für China bei den Oscars als "Bester ausländischer Film" anzutreten. Dafür hat es dann leider doch nicht gereicht und das nicht ohne Grund. Allerdings erweist sich der Film als interessanter und mit der Zeit stark zunehmend spannender Thriller, der uns trotz seines Low-Budget Flairs nach einiger Eingewöhnungszeit in seinen Bann ziehen kann und einige nette Überraschungen bereithält. Darüberhinaus ist Darstellerin Carina Lau wieder einmal in Höchstform und bringt das Mind-Game auf die Spitze. Oftmals wirkt der Film zwar außerordentlich simpel, aber gerade die einfachen Kompositionen der Bilder können einen immer wieder faszinieren. Regisseur Zhang Yibai erzählt seine Geschichte eben ohne auffällige visuelle Schnörkel, sondern achtet dafür mehr auf den Inhalt. Und dieser kann eben durchaus unterhalten und mitnehmen.

Die Geschichte rund um den Seitensprung Zhengs und den daraus resultierenden immer größer werdenden Kreisen, die schließlich das Leben aller Protagonisten berühren und sie mehr oder weniger in einen Strudel der Verdammnis ziehen, wird uns zuerst aus der recht objektiven Sicht der Fotografin Momo erzählt. Natürlich bedeutet dies für den Zuschauer, dass er nicht alles verstehen kann was auf dem Bildschirm passiert, doch das meiste ist eigentlich relativ einfach zu fassen. Leider trägt aber Momo diese Objektivität durch den gesamten Film, was ihren Charakter sehr farblos erscheinen lässt. Außerdem fehlt uns so auch der richtige Zugang zum Werk. Erst als wir die Story aus der Sicht von Zheng und Lynn erzählt bekommen wird tatsächlich langsam einen Draht zu den Protagonisten aufgebaut.

Die Erzählweise ist sehr schön gewählt und sorgt immer wieder für Fragen und Spannung. Viele Szenen ergeben nur wenig Sinn und wirken stellenweise sogar sehr abstrakt und unpassend. Hier sei nur die Szene erwähnt, in der Rose voller roter Farbe panisch an eine Glastüre hämmert. Erst im Nachhinein werden solche Momente aufgelöst, denn Regisseur Zhang Yibai erzählt die Geschichte aus der Sicht aller beteiligten Protagonisten, wodurch das Puzzle immer weiter komplementiert wird. Spätestens wenn die Geschehnisse aus der Sicht von Rose geschildert werden, ergibt alles einen Sinn und wir merken, dass wir vieles zuerst falsch interpretiert haben.
Ungemein intelligent ist die Story aber auf den ersten Blick nicht, zumindest gerade gegen Anfang glauben wir das alles schon einmal gesehen zu haben. Da wäre der Seitensprung, die Frau, die nicht Schluss machen will und eine noch intakte Familie tyrannisiert, und ein Ehemann, der immer mehr unter Druck gerät, so dass sich der Zuschauer fragt, ob er denn zu einem Mord im Stande sei um seine Probleme schließlich lösen zu können. Gerade hier fängt "Curiosity kills the Cat" an spannend zu werden, denn die Dialoge zwischen Zheng und Lynn sind in ihrer Einfachheit äußerst ansprechend, da wir nie wirklich wissen, wie die einzelnen Charaktere tatsächlich handeln werden.

Dieser Mystizismus der Personen trägt zwar zum Spannungsgehalt bei, allerdings bleiben die Figuren dadurch etwas zu flach. Nur Carina Lau ("Forbidden City Cop", "Infernal Affairs 2") schafft es ihrer Person später tatsächlich Tiefe zu verleihen, und das obwohl sie zuerst diejenige war, die am wenigsten zu durchschauen war. Doch der Film braucht auch dringend ihre Leistung, denn Hu Jun gibt als ihr Ehemann eine zu triviale Darstellung ab. Das ist umso fataler, als dass sein Seitensprung mit Lynn augenscheinlich im Vordergrund steht. Der Rest der Besetzung gibt einigermaßen ordentliche Arbeit ab, obwohl man sich an einigen Stellen besser ausgearbeitete Personen gewünscht hätte.
Die Stärke des Films liegt aber nicht bei seinen Charakteren, sondern in der Story und diese ist auch sehr ansprechend erzählt. Oftmals gibt es einige Zeitsprünge zurück, allerdings kann man immer den Überblick behalten, da wir schon bekannte Szenen in einem neuen Licht sehen, ohne dass wir dabei das Gefühl einer Repitation bekommen.

Schlussendlich kommt alles anders als man denkt und "Curiosity kills the Cat" ist weit intelligenter, bzw. verstrickter als zuerst angenommen. Etliche Twists halten einen bei der Stange, womit sich der Film auch unterhaltsamer gestaltet als das ruhige Drama über das Leben verschiedener Personen aus den unterschiedlichsten sozialen Klassen, für das wir es zuerst gehalten haben mögen. Je mehr der Film seinem Ende entgegensteuert, umso spannender wird er, zumal man immer das Gefühl hat, dass alles in einer Katastrophe enden muss.
Leider gibt es an den Leistungen mancher Darsteller etwas auszusetzen und man hätte noch etwas an der Cinematographie arbeiten können, obwohl diese eigentlich sogar besser ausgefallen ist, als wir es von anderen chinesischen Dramen vielleicht gewohnt sind. Einige Schnitte wirken etwas holprig, dafür kann aber eine recht ordentliche Musikuntermalung wieder entschädigen.

Nach einem langsamen Auftakt, der nicht viel versprach konnte mich "Curiosity kills the Cat" tatsächlich positiv überraschen. Eine gute Story, die vor allem schön erzählt ist, scheint in der Tat auszureichen um Spannung zu erzeugen und den Zuschauer auf ein kleines, aber feines Mind-Game mitzunehmen. Regisseur Zhang Yibai schafft mit seinem Werk genau das und hätte mit motivierteren Schauspielern vielleicht sogar noch mehr erreichen können.

(Autor: Manfred Selzer)
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