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Original Title:
Sekai no chûshin de, ai o sakebu

Japan 2004

Genre:
Drama, Romance

Director:
Isao Yukisada

Cast:
Takao Osawa
Masami Nagasawa
Mirai Moriyama
Kou Shibasaki
Tsutomu Yamazaki
Kanji Tsuda
Kankuro Kudo
Rio Kanno
Issei Takahashi
Tetta Sugimoto


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Crying out Love in the Center of the World

Story: Sakutaro (Takao Osawa) ist Mitte 30, führt ein durchschnittliches Leben und wird bald seine hübsche Freundin Ritsuko (Kou Shibasaki) heiraten. Nachdem diese jedoch eine merkwürdige Audiokassette findet, auf der die Stimme einer Frau zu hören ist, verschwindet sie plötzlich mit der trockenen Botschaft, dass sie für eine Weile weg ist. Durch Zufall entdeckt Sakutaro sie jedoch im Fernsehen in einer Livesendung über einen herannahenden Taifun. Sie hält sich in seiner Heimatstadt auf, doch was macht sie da?
In Sakutaro kommen alte Erinnerungen wieder hoch. Vor 17 Jahren verliebte er sich in eine Klassenkameradin. "Saku" (Mirai Moriyama) wie er damals genannt wurde, trifft die sportliche und intelligente Aki (Masami Nagasawa) und die zwei unternehmen ein paar Dinge miteinander. Bei einem Wettbewerb zwischen den beiden, bei dem der gewinnt, dessen Wunschtitel zuerst in einer bestimmten Radiosendung gespielt wird, erfindet Saku eine Geschichte über eine Freundin, die an Leukämie leidet und gewinnt schließlich einen Walkman. Aki ist über seine Lüge nicht sonderlich glücklich, doch fortan kommen die beiden sich noch näher und teilen sich ihre Gefühle über Audiokassetten mit. Aber das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden und irgendwann muss Aki ihrem Freund mitteilen, dass sie tatsächlich todkrank ist...
In der Gegenwart sucht Sakutaro alte Orte wieder auf und versucht endlich den Tod seiner Freundin vor etlichen Jahren verkraften zu können. Kann ihm dabei Ritsuko behilflich sein und was hat sie mit der ganzen Sache zu tun?

Kritik: "Crying out Love in the Center of the World" erinnert stark an Filme wie "Love Letter" bzw. "Failan". Auch hier wird eine Liebesgeschichte behandelt, die eigentlich in der Vergangenheit liegt, unsere Protagonisten dafür aber jetzt umso mehr beschäftigt. Vergangenes wird wieder aufgerollt und wir sehen, dass Zeit nicht alle Wunden heilen kann, wenn man sich nicht mit einer Tragödie richtig auseinandergesetzt hat. Für Sakutaro ist es Zeit genau das jetzt zu tun und so wird uns eine klassische Liebesgeschichte erzählt, dessen Ausgang uns von Anfang an schon klar ist, die aber trotz allem oder gerade deswegen bewegend und unkitschig sein kann. Obwohl man oftmals glaubt ein typisches Taschentuchdrama vor sich zu haben, fühlt sich der Film keinesfalls so an, was einer seiner größten Stärken ist.

Die Geschichte, basierend auf Kyouichi Katayamas Roman, spielt auf zwei Zeitebenen. Der Wechsel zwischen diesen geht sehr flüssig und gelungen vonstatten, doch gibt es hier ein Problem, das der Film mit dem ebenfalls sehr klassischen Romantikdrama "The Classic" teilt. Die Zeitebene der Gegenwart dient nur als Rahmen, lässt kaum Raum für andere Personen außer eben Sakutaro selbst, und ist eigentlich nur ein Spiegel, ein Tor in die Vergangenheit, wo sich dann der Hauptteil des Films abspielt. Das ist größtenteils frustrierend, da wir kaum etwas von Ritsuko zu sehen bekommen. Kou Shibasaki ("One Missed Call") hat kaum etwas zu tun, der Film nimmt sich keine Zeit ihre Gefühle, ihren Neid auf Sakutaros Liebe zu Aki zu beleuchten oder ihrem Charakter anderweitig mehr Tiefe zu verleihen. Dabei steht sie in einem direkten Zusammenhang zu den Ereignissen von damals, wie sich später herausstellen soll. Doch wirklich eingebunden wirkt sie trotzdem nicht in die Geschichte.

Die Liebesgeschichte zwischen den zwei Jugendlichen wirkt fast schon stereotypisch, doch trotz einiger fröhlicher und lustiger Szenen bietet sie eben nicht diesen übertrieben unbeschwerten Charakter, wie wir ihn von so vielen koreanischen Produktionen gewohnt sind. Dennoch sind die Szenen zwischen den beiden die unterhaltsamsten und gerade Masami Nagasawa kann Aki viel Charaktertiefe verleihen und gibt insgesamt die beste Darstellung von allen ab. Gerade die kleinen Änderungen in ihrem Charakter bringt sie sehr gut rüber. Aber auch Mirai Moriyama kann diesbezüglich überzeugen. Anfangs noch etwas jungenhaft wirkt er später fast wie ein Erwachsener und bringt zusammen mit seiner Partnerin das Drama erst so richtig zum Tragen.
Takao Osawa ("Aragami", "Sky High") darf später überzeugend einige Tränen vergießen und kann auch ansonsten mindestens solide Arbeit leisten, aber wie schon gesagt spielt sich der wirklich wichtige Teil in der Vergangenheit ab und so stellt er oftmals eben auch nur das Bindeglied zu dieser dar. Erst gegen Ende kann er zeigen was in ihm steckt, wenn er seiner Person mehr Tiefe verleihen darf.

Regisseur Isao Yukisada ("Go") schafft ein gelungenes Drama, das sich trotz einiger Krankenhausszenen nicht wirklich kitschig anfühlt und außerdem auf subtile Weise Botschaften und Fragen zu übermitteln versucht. Geht die Liebe zu einer Person verloren, wenn diese stirbt? Des Weiteren zeigt Yukisada, dass es wichtig ist den Tod zu verarbeiten um irgendwann loslassen und sein Leben weiterleben zu können. Genau das ist nämlich das Interessante an "Crying out Love in the Center of the World". Der Hauptcharakter ist blockiert sein Leben weiterzuleben, da er sich nie mit dem Tod seiner Freundin beschäftigt hat.
Der Regisseur gibt seinem Film noch weitere Ebenen, indem er offensichtliche Parallelen zu "Romeo und Julia" einbaut und eine kleine Geschichte von Sakus Onkel Shige einbringt, der ebenfalls mit einer unerfüllten Liebe weiterleben muss. Gleichzeitig schafft der Regisseur immer wieder ein enges Band zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dies erreicht er durch etliche Wiederholungen der ein oder anderen Art. So findet sich ein Dialog zwischen Aki und Saku über Sakutaros Namensherkunft wortgetreu in der Gegenwart wieder oder die Schauplätze selbst schaffen einfach ein Wiedererkenn-Gefühl.

Trotzdem hat der Film mit einigen Problemen zu kämpfen. Obwohl Yukisadas Werk mit seinen 138 Minuten weniger langatmig ist als befürchtet, so gibt es dennoch einige Szenen, die einfach zu sehr in die Länge gezogen wurden. Viele davon sind nicht wirklich wichtig und der Hauptteil von ihnen ist gegen Ende vorzufinden. Außerdem gibt es etliche Zufälle, die einfach zu aufgesetzt wirken, gerade was die Wiederholungen mancher Szenen betrifft.

Davon abgesehen muss man dem Regisseur aber ein Lob dafür aussprechen, dass er kein manipulativ wirkendes Drama geschaffen hat. Hier versucht man nicht dem Publikum ein paar schnelle Tränen zu entlocken, sondern stattdessen wird ernsthaft und subtil eine tragische Liebesgeschichte behandelt, die uns am Ende eine Botschaft auf den Weg gibt und uns mit einem bittersüßen Gefühl zurücklässt.
"Crying out Love in the Center of the World" mag zwar nicht so unterhaltsam sein wie so manches koreanisches Durchschnitts-Taschentuchdrama, dafür ist der Film aber umso gewichtiger und besitzt mehr Integrität als 10 von ihnen zusammengenommen.

(Autor: Manfred Selzer)
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