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Original Title:
Ame agaru

Japan 1999

Genre:
Period Drama

Director:
Takashi Koizumi

Cast:
Akira Terao
Yoshiko Miyazaki
Shirô Mifune
Fumi Dan
Hidetaka Yoshioka
Hisashi Igawa
Mieko Harada
Takayuki Katô
Tatsuo Matsumura
Tatsuya Nakadai


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After the Rain

aka Nach dem Regen; Ame agaru

Story: Der herrenlose Samurai Ihei Misawa (Akira Terao) wandert mit seiner Frau Tayo (Yoshiko Miyazaki) durch Japan und sucht nach einer neuen Aufgabe im Leben. Es strandet in einem Gasthaus, da ein nicht anhaltender Regen verhindert, dass er einen Fluss überqueren kann. Die Menschen, die in dem Gasthaus untergekommen sind, haben ihn wegen seiner Großzügigkeit und Liebenswürdigkeit schnell ins Herz geschlossen. Als er dann zwei junge Mitglieder des örtlichen Klans davon abhält, sich gegenseitig umzubringen, wird er von Lord Nagai (Shirô Mifune) beobachtet, der seine außergewöhnlichen Fähigkeiten im Kampf bewundert. Lord Nagai ist neugierig geworden und lädt Ihei in sein Schloss ein. Dort erzählt der Samurai seine Lebensgeschichte und wie es bisher kein Herrscher lange mit ihm ausgehalten hat, weshalb er nun auf Wanderschaft ist. Lord Nagai erklärt daraufhin, dass er schon seit längerem nach jemandem sucht, der es verdient, sein neuer Waffenmeister zu werden. Ihei scheint genau der Richtige zu sein, doch schon bald muss auch Lord Nagai herausfinden, warum der gutherzige Ihei nirgendwo einen Herren findet.

Kritik: Die Geschichte von "After the Rain" ist simpel und geht doch zu Herzen, sie macht gute Laune und regt zum Nachdenken an. Das sollte nicht weiter verwundern, stammt das Drehbuch schließlich von Akira Kurosawa basierend auf einer Kurzgeschichte von Shûgorô Yamamoto. Die Regielegende Kurosawa verstarb jedoch während der Postproduktion und so bekam sein langjähriger Regieassistent Takashi Koizumi die Gelegenheit, hier sein Debüt abzulegen, nachdem eine französische Produktionsfirma die nötigen Gelder bereit gestellt hatte. Man sieht "After the Rain" zu jeder Zeit Kurosawas Handschrift an, doch daneben beweist sich Koizumi als Regisseur, der durchaus auch seinen eigenen Stil entwickelt. Eins hat er aber mit seinem Meister gemeinsam, er schafft Filme, die ihr ganz eigenes Tempo vorgeben. Die Einführung wirkt deshalb etwas unspektakulär, aber die Stärken des Films beweisen sich im weiteren Verlauf.

Ein gutherziger Samurai, der auf der Suche nach Arbeit ist. Iheis Problem ist dabei nur, dass er zu freundlich ist. Seine Besorgnis darüber, seinen Feind verletzt haben zu können, kommt dem Besiegten wie Spott vor und so wird Iheis herzensguter Charakter missverstanden. Das liegt auch daran, dass er ein begnadeter Kämpfer ist. Niemand ist ihm gewachsen. Doch der Samurai zeichnet sich nicht durch ein blindes Ehrverständnis aus, sondern ist auch durchaus bereit, gegen Geld zu kämpfen, wenn er dadurch den Menschen um sich herum helfen kann. Für traditionsbewusste Samurais wäre dies eine Schande, aber die Leute lieben Ihei dafür. Missverstanden wird der Samurai aber auch von seiner Frau, die immer noch darauf hofft, dass er wieder Arbeit findet, ihn jedoch gerade unter widrigen Umständen ebenfalls unterstützt.

Der Film beginnt ungewöhnlich und zeigt in etwas zu ausschweifenden Bildern das Leben in der Taverne zusammen mit einer ausgiebigen Feier. Erst als der Lord auf Ihei aufmerksam wird, beginnt sich die Geschichte zu entwickeln. Dennoch bleibt "After the Rain" von ein paar kleinen Kampfszenen abgesehen extrem langsam in seinem Tempo, fast schon meditativ. Das stellt aber wie gesagt nur zu Anfang ein Problem dar. Dennoch besteht kein Zweifel, dass Kurosawa hier ohne Weiteres mehr Spannung hätte erzeugen können. Die meiste Zeit funktioniert der Film aber, was er der charismatischen Darstellung von Akira Terao verdankt. Manchmal hat man fast den Eindruck, dass Ihei ein Mönch ist, so freundlich und herzlich behandelt er seine Mitmenschen, aber in seinem Inneren verbirgt sich tatsächlich auch ein ausgezeichneter Krieger.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Ihei niemals etwas anderes in Betracht zieht, als Samurai zu sein. Kämpfen ist das, worin er wirklich gut ist. In einer Vorführung am Hof von Lord Nagai beweist er ebenso beeindruckend sein Können wie in einem Kampf um Leben und Tod, als er im nahe gelegenen Wald von einer Gruppe Kämpfer angegriffen wird. Hier lässt sich dann auch eindeutig die Handschrift von Regisseur Koizumis Lehrer erkennen. Der Schwertkampf dient aber Ihei auch, um sein inneres Gleichgewicht zu finden. Wenn er enttäuscht von sich und der Welt ist und mit sich wieder ins Reine kommen will, geht er an einen ruhigen Ort und übt mit seinem Schwert. Es sind meditative Bewegungen, die der Regisseur in seiner ganzen Stille einfängt, um Iheis Gefühlswelt angemessen darzustellen.

Toshiro Mifunes Sohn Shiro spielt Lord Nagai mit einer erfrischenden Leinwandpräsenz, die einen schönen Gegensatz zu Teraos eher introvertierter Rolle darstellt, und Yoshiko Miyazaki spielt die liebreizende Frau des Samurai, die ihm immer eine Stütze ist und somit ebenfalls für Iheis Seelenfrieden verantwortlich ist. Dementsprechend erweist sich das Ende auch als äußerst meditativ und positiv, auch wenn es gleichzeitig relativ offen gehalten ist. In "After the Rain" ist es aber nicht wichtig, dass Ende genau auszuformulieren. Wir haben einen Blick in das Herz eines aufrichtigen und guten Mannes geworfen und dort alle Antworten gefunden, nach denen wir suchen könnten. Ein wunderbarer Film, dem nur sein gemächlicher Anfang und ein zuweilen leicht naiver Ton ein paar Probleme bereitet.

(Autor: Manfred Selzer)
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