Home | Movie-Reviews | Soundtrack-Reviews | TV Series | About the site | Links


Unterstützt AsianMovieWeb, indem ihr hier einkauft:









Search AsianMovieWeb


Das Sinnieren eines Webmasters

Die "wahre" Welt und der Träumer

Warum ich mich dazu entschlossen habe ausgerechnet heute einen weiteren Artikel über meine momentane Gedankenwelt zu verfassen, entzieht sich meiner eigenen Kenntnis. Vielleicht ist es die vorangeschrittene späte Stunde oder der Fakt, dass ich glaube meine Gedanken ordnen zu müssen. Es mag auch sein, dass ich heute was Schlechtes gegessen habe, bzw. dass der Kim Ki-duk Film, den ich mir gerade zur Gemüte geführt habe, erneut meine Gedanken durcheinander gebracht hat. Wenn dieser Mann eines schafft, dann doch das. Da ich meine Gedanken nicht in Form von Filmen auf die Leinwand bringen kann - und falls ich jemals solch kranke Gedanken wie Herr Kim haben sollte... erschießt mich bitte - muss ich sie einfach in schriftlicher Form loswerden. Hier. Auf dieser Seite über asiatische Filme. Ich habe eben keinen anderen Platz dafür...

Es ist wahrlich ein Luxus studieren zu dürfen. Man hat mit Gleichaltrigen zu tun, unternimmt etwas miteinander und muss sich noch nicht über Dinge wie die Gründung einer Familie etc. beschäftigen. Der Ernst des Lebens steht um die Ecke, aber es ist nicht so, dass man nicht schon in Berührung mit ihm kommen würde. Als Student muss man heutzutage schließlich nebenher auch schon seine Miete verdienen. Aber es ist doch eben noch etwas anderes. Umso erschreckender ist es dann, wenn wir unerwartet und vor allem wenig vorbereitet einen tiefergehenderen Blick auf die Strukturen in einer Firma, einer Organisation oder einen Verein werfen dürfen, in dem sogenannte "Erwachsene" walten. Es ist der reinste Kindergarten... Niemand sagt das, was er wirklich meint, Intrigen werden gesponnen, jeder versteht den anderen miss, und Resourcen werden sinnfrei ausgegeben, anstatt mit ihnen angemessen zu wirtschaften. Doch das Schlimmste ist es, wenn man daneben stehen muss, ohne etwas dagegen unternehmen zu können.

Eine kleine, wenn auch vielleicht naive (aber das bleibt diskutabel) Frage: Wäre es so schlimm einfach mal direkt und frei heraus die Wahrheit und seine eigene Meinung zu sagen? Würden wir dann nicht besser mit uns und unseren Mitmenschen umgehen können? Wem nicht gefällt, was wir zu sagen haben, der wird uns in Zukunft meiden, so dass wir schlussendlich eines Tages nur noch die Menschen um uns haben werden, die uns auch etwas bedeuten. Nein, nehmen wir mal die rosa Brille ab und schauen uns die Realität an. Wir wollen unserem Chef gefallen, müssen vielleicht auch eine Familie versorgen und brauchen den Job. Also Zähne zusammenbeißen und durch. Eines Tages werden wir am längeren Hebel sitzen, und dann heißt es zurückgeben, und zwar vom Allerfeinsten.
Macht man sich damit Freunde? Wird man dadurch glücklich?

Glück? Man könnte meinen, dass die meisten Menschen mittlerweile begriffen haben sollten, dass es im Leben hauptsächlich darauf ankommt glücklich zu sein. Welch größere Wahrheit sollte es denn sonst geben? Ok, ich werde gerade anmaßend...
Wie dem auch sei, die meisten wissen nicht, oder haben vergessen, dass es darauf ankommt glücklich zu sein. Vielleicht hatten sie auch ihre Gründe es zu vergessen. Zugegeben, Glück als allgemeiner Zustand würde wohl schnell langweilig werden und "ist in der Natur des Menschen als dauerhafter Zustand nicht vorgesehen", wie schon Freud sagte. Aber was ist mit dem Streben nach Glück? Ist dieses nicht mit dem Glück gleichzusetzen?
Interessiert auch die wenigsten.
Die Dinge kommen, wie sie kommen. Bekomme ich eine Stelle in Firma X angeboten nehme ich sie doch einfach an! Gut, der Job ist vielleicht nicht das, was ich mir immer erträumt habe, dennoch habe ich jetzt Sicherheiten und kann mir mein Glück jenseits meiner Arbeit suchen. Aber macht die Arbeit nicht einen Großteil unseres Lebens aus? Geben wir nicht unsere Träume auf? Und wenn wir unsere am Boden in Scherben liegenden Träume erkennen, haben wir den Mut sie wieder aufzuheben und mit neuer Kraft einen Neuanfang zu wagen? Die Antwort dürfte in den meisten Fällen ernüchternd sein, weshalb ich sie bewusst auslasse...

"Was redet denn dieser Typ da?", höre ich manche sagen. "Hat noch nicht mal sein Studium hinter sich und spielt hier schon den Moralapostel!" Recht habt auch ihr, und als Kritiker sollte man auch selbst Kritik einstecken können. Aber ich möchte noch nicht so abgestumpft sein, als dass ich aufgeben würde daran zu glauben, dass die Menschen ihren Träumen nachjagen sollten. Klar gibt es Enttäuschungen und diese Welt zeigt uns subjektiv gesehen vielleicht häufiger ihre schlechten als ihre schönen Seiten, aber ist das ein Grund aufzugeben? Ich sehe in letzter Zeit viele Freunde oder Bekannte, die ins Berufsleben einsteigen oder dieses vorhaben. Aber nicht immer wählen sie was sie glücklich machen würde. Und das mehr oder weniger bewusst!
Ich bin mit Sicherheit kein Optimist. Ich sehe die Dinge eher negativ, da man dann seltener enttäuscht wird. Aber eines ist mir bewusst geworden: Ein solches "normales" Leben möchte ich nicht führen. Bin ich ein Träumer? Bin ich naiv? Ich gestehe mir nicht die Kompetenz zu das abzustreiten. Aber mein Weg liegt jetzt klarer vor mir (nun, so klar nun eigentlich wieder auch nicht...). Ich verweigere mich dieser "normalen" Welt, und das verdanke ich wie so oft Negativbeispielen. Kafka oder eben auch Kim Ki-duk (dieser Mann lässt mich nicht mehr in Ruhe...) zeigen uns ein verzerrtes, aber oftmals auch erschreckend reales Bild unserer Welt. Müssen die Dinge denn so liegen? Ist es wirklich so hoffnungslos? Ich habe verstanden was Kafka uns mit seiner Kurzgeschichte "Gib's auf" und seinen anderen schriftlichen Ergüssen sagen wollte. Ich gebe es nicht auf!

Der Anlass für diese Zeilen ist eigentlich ein merkwürdiger. Eine Freundin wird voraussichtlich eine Stelle als Lehrerin annehmen, was bedeutet, dass sie an einer gemeinsamen Reise nicht teilnehmen kann. Auch wenn dies mich zugegeben sehr traurig stimmt, frage ich mich doch hauptsächlich, ob dieser Beruf tatsächlich das ist, was sie wirklich will. Sicher bin ich mir nämlich nicht, was mich zu obiger Grundsatzfrage geführt hat: Glück oder Sicherheit im Leben? Ich wünsche ihr, dass sie zu den wenigen Personen auf dieser Welt gehört, für die zweiteres mit ersterem zusammenfällt...
Glücklicherweise habe ich auch herausgefunden, dass ich nicht der einzige bin, den diese Gedanken plagen. Mittlerweile frage ich mich sogar, ob nicht vielleicht die meisten in einer bestimmten Phase ihres Lebens so denken. Aber was ist aus diesen geworden?!
Jetzt aber genug der melancholischen Worte. Staub abgeklopft und zurück in den Kampf!

(03.08.08 - Webmaster)






Copyright © 2008 AsianMovieWeb


Kritiken online:
742

Neueste Kritiken




Anzeigen